Eishockey-Magazin

Eishockey News, Videos, Fotos, Stories – – – alles kostenlos seit 25 Jahren

Bad Nauheim. (PM EC-BN) Verstärkung für den Kader der Saison 2024/25: Vom letztjährigen Oberliga-Finalisten Hannover Scorpions wechselt der 38-jährige Jerry Kuhn III zum EC... Jerry Kuhn III komplettiert das Torhüter Duo des EC Bad Nauheim
Jerry Kuhn III – © Sportfoto-Sale (DR)

Jerry Kuhn III – © Sportfoto-Sale (DR)

Bad Nauheim. (PM EC-BN) Verstärkung für den Kader der Saison 2024/25: Vom letztjährigen Oberliga-Finalisten Hannover Scorpions wechselt der 38-jährige Jerry Kuhn III zum EC Bad Nauheim. Nach zwölf Saisons in der EBEL, DEL und DEL2 mit über 400 Spielen war der erfahrene Deutsch-Amerikaner im letzten Jahr von Kassel zum ambitionierten Oberligisten gewechselt und avancierte auch dort zum besten Torhüter der Liga mit einem Gegentor-Schnitt von 2,38 Toren pro Spiel.

Chef-Coach Adam Mitchell sagt zu dieser wichtigen Verpflichtung: „Ich habe mich intensiv mit dem Torhüter-Markt in den letzten drei Monaten beschäftigt und nach einem erfahrenen Torhüter neben Niklas Lunemann gesucht. Mit Jerry bekommen wir einen Torhüter, der in jedem Training Gas gibt, der sich neben dem Eis immer optimal vorbereitet und der bewiesen hat, dass er in der DEL2 einer der besten Torhüter sein kann. Auch für Niklas ist das eine sehr gute Situation, da er neben der Betreuung durch den Torwart-Trainer der Kölner Haie auch vor Ort einen Mitspieler hat, der ganz viel Erfahrung besitzt – so wie Danny aus den Birken als Co-Trainer im letzten Jahr. Mit diesem Torhüter-Duo gehen wir sportlich optimal in die neue Saison.“

Zur Komplettierung des Torhüter-Kaders soll noch eine Förderlizenz mit den Kölner Haien aus deren DNL-Team vereinbart werden. Als weiterer vierter Trainings-Torhüter gehört auch U20 Nachwuchs-Torhüter Nikola Stefanov zum DEL2-Kader, kann aber aufgrund seines Ausländer-Status zunächst nicht für den Spielbetrieb lizenziert werden. Stefanov wird aber als dritter Torhüter mit ins Trainingslager nach Ferlach fahren und regelmäßig mit dem Team trainieren.
Im Nachwuchs trifft der im Jahr 2007 geborene Bulgare Stefanov dann ebenso auf Jerry Kuhn, der ab der kommenden Saison auch Torwart-Trainer des Roten Teufel Nachwuchses werden wird. Kuhn besitzt bereits den Trainer C-Schein sowie den Torwart-Trainer Schein und übernimmt nun mit dem RT-Trainer-Team die Ausbildung aller RT-Torhüter von der U7 bis zur U20.
Jerry Kuhn kommt Anfang August allein nach Bad Nauheim. Seine Familie bleibt in Kassel, da beide Kinder dort bereits zur Schule gehen.

Ein Transfer, der in vielerlei Hinsicht Sinn macht

„Ich bin den Verantwortlichen des EC Bad Nauheim sehr dankbar für die Chance, hier wieder DEL2 zu spielen und zeitgleich auch den nächsten Schritt im Nachwuchs-Trainer-Bereich machen zu können, da das der Weg ist, den ich nach einem Ende meiner Profi-Karriere dann in Vollzeit gehen will“, so Jerry Kuhn. „Die Nähe zu meiner Familie, die Kontinuität, das Engagement und die Zuverlässigkeit, mit dem der EC seit Jahren in der DEL2 arbeitet, haben mich nach der bitteren Final-Niederlage mit Hannover hier in gute Gespräche gebracht, und ich freue mich jetzt auf die neuen Aufgaben“, kommentiert der gebürtige Amerikaner mit deutschem Pass seine Entscheidung für die Roten Teufel.
„Normal würde ich jetzt sportlich ganz viel sagen zu diesem Transfer, da es in vielerlei Hinsicht für den EC Bad Nauheim einfach Sinn macht. Aber an der Stelle sind mir andere Themen wichtiger: Auch wenn Online-Seiten, Fan-Foren oder abgebende Clubs einen Transfer als abgeschlossen melden, ist das für uns hier in Bad Nauheim erst dann der Fall, wenn tatsächlich Arbeitsverträge unterschrieben sind und die vereinbarten persönliche Gespräche mit uns und dem Nachwuchs nach Jerrys Urlaub stattgefunden haben. Und dies war erst am Montag dieser Woche der Fall,“ so EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein.
„Wir hatten vor den Oberliga Play-Offs kurz mit Jerry und seinem Berater Kontakt, aber denn war klar, dass, sollte Jerry mit Hannover aufsteigen, die Option für Gespräche gar nicht besteht. Daher war erst jetzt im Laufe des Monats Mai die Möglichkeit, dazu sich konkreter auszutauschen. Und natürlich war die Situation, die zwischen einem Bad Nauheimer Fan, Jerry und seiner Familie vor zwei Jahren passiert ist, ein zentraler Punkt unserer Gespräche. Jerry hat Strafen sowohl von der Liga als auch von der Justiz erhalten und diese verbüßt und teuer bezahlt. Jerry ist ein Mensch mit vielen Emotionen, eigentlich genau das, was wir uns in Bad Nauheim auf dem Eis wünschen. Er ist jemand, der alles für seine Familie tut. Das diese Kurzschlusshandlung damals falsch war, weiß er heute selbst. Als Profi-Sportler darf einem sowas nicht passieren. Aber Menschen machen Fehler und trotzdem geht das Leben danach weiter, und jeder hat eine neue Chance verdient“, so EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein.

Vorfall aus 2022 wurde ausgeräumt

„Ich weiß, dass es nicht richtig war, aber mir ging es in dem Moment nur darum, meine Familie zu schützen und niemals darum, jemand anderen zu schädigen. Ich bedauere, dass sowas passiert ist. Ich habe mich immer mit jedem Club, wo ich gespielt habe, auch emotional sehr identifiziert und das will ich auch ab Tag 1 in Bad Nauheim so tun. Hart arbeiten auf und neben dem Eis und auch dem Nachwuchs meine Erfahrungen weitergeben, um meinen Teil zu einer erfolgreichen Saison beizutragen“, bezieht Jerry Kuhn auch persönlich Stellung zum damaligen Vorfall.
Bevor Jerry Kuhn den Vertrag beim EC unterschrieben hat, gab es auch eine offene Kommunikation mit dem betroffenen Fan der Roten Teufel. Dieser stimmte einem Treffen mit Jerry Kuhn zu, um auch im persönlichen Austausch den Vorfall aus 2022 final auszuräumen. Aber, so sagte der Fan auch im Gespräch mit Andreas Ortwein, sei für ihn die Verpflichtung von Kuhn „überhaupt kein Problem“, da der Verein im Vordergrund steht und nicht einzelne Personen.
„Ich bin selbst aus Frankfurt damals nach Bad Nauheim gekommen und trotz meiner langjährigen Löwen-Vergangenheit vernünftig aufgenommen worden. Klar besteht bei Jerry diese Vorgeschichte, aber wir sollten trotzdem fair miteinander umgehen. Jeder Mensch macht Fehler. Er trägt jetzt unser Trikot und ich weiß, er wird alles für uns und auch den Nachwuchs geben“, so Adam Mitchell abschließend.

Michaela-Ross

No comments so far.

Be first to leave comment below.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert