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Iserlohn. (MK) Eine bisher hektische Woche liegt hinter den Iserlohn Roosters. In der letzten Woche warteten die Sauerländer mit der Verpflichtung von Verteidiger Brandon... Iserlohns Headcoach Greg Poss plant gegen Augsburg mit seinen Neuzugängen Shinkaruk und Jentzsch – Taro Jentzsch: „Es war eine schwere Zeit, aber ich bin jetzt froh wieder hier zu sein“

Trainer Greg Poss von den Iserlohn Roosters – © Mathias Renner / City-Press

Iserlohn. (MK) Eine bisher hektische Woche liegt hinter den Iserlohn Roosters.

In der letzten Woche warteten die Sauerländer mit der Verpflichtung von Verteidiger Brandon Gormley auf. Der 31- jährige Kanadier wäre am letzten Sonntag bei seinem Debüt sogar fast schon direkt zum Matchwinner geworden, traf aber fünf Sekunden vor Spielende gegen Düsseldorf nur das Lattenkreuz. Die Geschichte ist bekannt: Der Westrivale aus Düsseldorf nahm gegen die zu Hause weiter sieglosen Roosters in der Overtime zwei Punkte vom Seilersee mit.

Hunter Shinkaruk wird heute erwartet

Die personellen Veränderungen wurden in dieser Woche bei den Iserlohnern weiter vorangetrieben. Angreifer Hunter Shinkaruk (28) konnte der DEL-Klub am Mittwoch als nächsten Neuzugang verkünden. Der Kanadier wird am heutigen Donnerstagnachmittag in Iserlohn erwartet und soll im Team eine führende Rolle einnehmen.
Headcoach Greg Poss erklärte am Mittag: „Wenn er hier ist, werde ich mit ihm sprechen, aber er wird gegen Augsburg spielen.“

Der Iserlohner Übungsleiter möchte, dass der Entwicklungsprozess in seinem Team beschleunigt wird und attestierte seinen Jungs eine gute Trainingswoche. „Wir können jetzt keinen Playoff-Platz sichern, aber wir können ihn verlieren, wenn wir zu weit hinten stehen. Wir müssen deshalb morgen alles geben, um Anschluss zum zehnten Platz zu bekommen“, beschreibt der 58- jährige die momentane Situation.
Und über den Gegner Augsburger Panther sagte er: „Sie hatten zuletzt auch gute Ergebnisse gegen gute Mannschaften. Es gibt keine Mannschaften mehr wie Krefeld oder Bietigheim in der Liga, die ganz unten stehen. Gegen jeden Gegner ist jedes Spiel eine Herausforderung. Es ist immer die Tagesform, die entscheidet und wir wissen, was auf uns zukommt.“

Wechsel von Taro Jentzsch ging auf einmal doch ganz schnell über die Bühne

Taro Jentzsch (links) und Christian Hommel – © Sportfoto-Sale (MK)


Am heutigen Freitag bestätigten die Iserlohner dann den dritten Neuzugang, der ein alter Bekannter am Seilersee ist: Stürmer Taro Jentzsch (23) wechselt mit einem bis 2025 ausgestatteten Vertrag von den Adlern Mannheim zurück ins Sauerland. Gleichzeitig verlässt mit Yannick Proske (20) ein Stürmertalent die Waldstadt in die andere Richtung in die Quadratenstadt. (siehe Bericht)

Den Zeitpunkt, jetzt Anpassungen im Kader vorzunehmen, erachten sowohl Greg Poss wie auch Sportchef Christian Hommel als richtig. „Nach der guten Vorbereitungsphase haben wir gesagt, dass wir allen die Chance geben. Einige haben sie auch genutzt. Aber jetzt müssen wir einige Korrekturen vornehmen. Hätten wir fünf Spiele gewonnen und vier verloren, dann wäre es vielleicht kleiner ausgefallen. Wir kriegen nicht nur drei neue Spieler, wir haben auch einen guten Spieler verloren. Aber es gibt nichts umsonst. Brandon Gormley hat am uns am Sonntag schon mehr Stabilität gegeben und gut gespielt. Die Hoffnung ist natürlich, dass Hunter Shinkaruk und Taro Jentzsch es ihm gleichtun können. In der East Coast Hockey League haben wir 60 bis 80 Spieler im Jahr gehabt und ich weiß, wie schwer es ist, auch nur einen Spieler in die Mannschaft einzubauen. Drei Spieler und ein Abgang, das ist nicht leicht. Natürlich ist die Hoffnung, dass dieser Prozess schnell geht. Es kann aber auch sein, dass dieser Prozess ein bisschen holprig ist.“

„Wir sind alle erwachsen und Profis. Wenn Hubert Labrie zurückkommt, dann haben wir zehn Ausländer im Kader. Jeder hat die Chance. Wenn ein Spieler auf die Tribüne muss, dann hat er sich selbst in diese Situation gebracht. Wenn wir dann mit ihm das Gespräch führen, muss er es akzeptieren“, blickt Greg Poss auf zukünftig möglicherweise überzählige Spieler. Aktuell besteht diese Situation aber noch nicht, denn noch immer ist nicht absehbar, wann Kapitän Labrie wieder ins Spielgeschehen eingreifen kann. „Ich möchte nicht spekulieren“, hält sich auch Greg Poss mit einer Prognose zurück.

Gerüchte um eine Rückkehr von Taro Jentzsch gab es nach seinem Wechsel immer wieder mal. Zuletzt im Sommer und während des Trainingslagers in Kitzbühel, in dem die Roosters und die Adler auch aufeinandergetroffen waren. Zwar bestand der Kontakt immer wieder, aber richtig konkret wurde das Thema erst in dieser Woche. Und dann ging auch alles ganz schnell. Taro Jentzsch traf mit seinen Sachen in der Nacht auf Donnerstag um 2:30 Uhr in Iserlohn ein, nahm schon am Vormittagstraining teil und erklärte am Mittag während des Pressegesprächs, dass er froh ist, wieder in Iserlohn spielen zu können.

Wiedersehen mit den „Berliner Jungs“ und eine schwere Zeit in Mannheim

„Ich habe gestern mitbekommen, dass der Trade passiert ist. Dann habe ich mich natürlich auf den Weg gemacht. Für mich war das erste Training etwas anstrengend, weil ich wenig Schlaf gehabt habe. Aber von der Mannschaft kannte ich ja einige noch. Ein paar Berliner sind ja auch dabei, die ich von früher noch kenne. Es ist immer wieder lustig sie alle wiederzutreffen. Ich freue mich einfach morgen wieder am Seilersee zu spielen.

Rückblickend auf seien Zeit in Mannheim erklärte er: „Der Wechsel war schwer. Es waren andere Voraussetzungen auf einmal, als der Trainer dann gewechselt wurde. Ich hatte damals ein gutes Gespräch mit Pavel Groo, bei dem ich mich auch wohlgefühlt habe. Dann wurde er aber schon rausgeworfen, als ich noch in Iserlohn war. Danach hat Bill Stewart übernommen und danach das Jahr auch weitergemacht. Es ist halt immer schwer, wenn ein Spieler unter einem anderen Trainer unterschreibt und dann einfach reingeworfen wird. Ich war damals noch ein U23 Spieler, habe nicht viel gespielt, bis sich die Leute in den Playoffs verletzt haben. Ich glaube, dass ich da meine Chance auch genutzt habe und ich habe mal gezeigt, was ich eigentlich kann. Aber dann hat es wieder einen Trainerwechsel gegeben. Und es hat wieder angefangen, wie letztes Jahr. Es war eine schwere Zeit, aber ich bin jetzt froh wieder hier zu sein und Eishockey zu spielen.“

In der noch jungen DEL-Saison stehen bei Taro Jentzsch bislang drei Spiele in den Statistiken. In der Vorbereitung kam er zwar regelmäßiger zum Einsatz, seine Eiszeit lag aber bei lediglich sechs bis sieben Minuten. Adler-Headcoach Johan Lundskog hatte ihm schon früh signalisiert, dass er unter ihm nur wenig Spiele bestreiten wird. Auf die Verletzung von Teamkollegen warten, um dann zum Zug zu kommen, wollte der gebürtige Berliner nicht. Der ein wenig glückliche Umstand, dass die Adler Mannheim im U23-Bereich etwas dünn aufgestellt sind, spielte beim Wechsel eine Rolle, denn die Kurpfälzer wollten im Gegenzug gerne einen U23-Spieler verpflichten. Und so sieht man den Trade Jentzsch für Proske in Iserlohn durchaus mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Eine spätere Rückkehr von Yannick Proske ist übrigens mit einem klitzekleinen vertraglichen Hintertürchen nicht ausgeschlossen. Das ist aber heute völlige Zukunftsmusik.

Für Taro Jentzsch ist die Rückkehr ins Sauerland auch privat eine prima Sache, denn die Partnerin des 23- jährigen kommt aus der Nachbarstadt Hemer. Beste Voraussetzungen also, um in einem harmonischen Umfeld wieder zu alter Stärke zu finden.

Momentan gilt die volle Konzentration der Roosters den bevorstehenden Aufgaben am Freitag gegen Augsburg (19:30 Uhr) und am Sonntag in Nürnberg ab 19 Uhr. In die Noris wird man übrigens erst am Sonntag anreisen.






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