
Iserlohn. (MK) Die Vorzeichen standen denkbar ungünstig für die Iserlohn Roosters. Ohne den Langzeitverletzten Brendan Brooks und die gesperrten Christian Hommel, Mark Bell und Jeff Giuliano sollten sie gegen die mit vier Blöcken angetretenen Panther aus Ingolstadt bestehen. In einer abwechslungsreichen Partie konnten die Gäste aus Bayern aber zwei Mal einen Vorsprung von zwei Treffern nicht zum Sieg nutzen. Iserlohns Rumpftruppe zeigte Charakter und belohnte sich am Ende noch mit einem Punktgewinn, der in der Endabrechnung vielleicht noch Gold wert sein könnte. Vor 3002 Zuschauern sorgte Ingolstadts NHL Leihgabe Alexander Sulzer in der Overtime für die Entscheidung.
Die Gäste aus der Audistadt erwischten einen Start nach Maß. 69 Sekunden waren gerade einmal gespielt, als der Puck das erste Mal hinter IEC Keeper Sébastien Caron im Netz zappelte. Sean O´Connor hatte sein Break durch die Mitte herrlich mit der Rückhand in den rechten oberen Winkel zum o:1 eingenetzt. Craig Weller hatte in der selben Minute sogar noch die Möglichkeit auf 0:2 zu erhöhen. Das Iserlohner Powerplay blieb wie in den letzten Wochen mehr Stückwerk, als flüssige Kombination. Lediglich Michael Wolf (4.) hatte von der blauen Linie eine Schusschance. Derek Hahn noch in Unterzahl, sowie Patrick Hager (5.) mit einem weiteren Break ließen ebenso wenig Gutes für die Roosters erahnen, wie die kurz darauf verhängte Strafe gegen Collin Danielsmeier. Nachdem die Panther Keeper Sébastien Caron endgültig warmgeschossen hatten, war es erneut Sean O´Connor, der einen Schuss von Joe Motzko zum 0:2 in der 6. Minute abfälschte. Eine Strafe gegen Tim Conboy ließen die Roosters ungenutzt verstreichen. Als Collin Danielsmeier und Craig Weller bei einem Zweikampf vor dem Tor Torwart Sébastien Caron „erwischten“, blieb dieser erst einmal angeschlagen auf dem Eis liegen. Nach ausgiebiger Verschnaufpause im direkt angeschlossenen Powerbreak ging es für den Kanadier aber doch weiter. Weitere Strafen gegen die Panther Patrick Hager und Chris Heid bescherten den Gastgebern sogar eine kurzzeitige doppelte Überzahl. Michael Wolf zog in der 14. Minute unwiderstehlich von der Blauen Linie ab und traf zum 1:2 Anschlusstreffer. Joe Motzko wurde bei seinem Konter von Mark Ardelan in der 14. Minute gehakt, aber Ingolstadt brachte sich durch Derek Dingers Strafe nur 12 Sekunden später selbst um den Vorteil des Überzahlspiels. Die letzte Chance im Drittel hatte Tobias Wörle, als er in der 18. Minute ein Zuspiel von Michael Wolf nicht verwerten konnte. Der Spielstand von 1:2 nach dem ersten Drittel ging in Ordnung. Ingolstadt war das läuferisch und technisch bessere Team, aber die sich im Laufe des Drittels vor allem kämpferisch aufrappelnden Roosters zeigten ab etwa der 10. Minute, dass sie sich nicht völlig kampflos ergeben wollten.
Nach dem ersten Drittel hatten die beiden Cheftrainer Rich Chernomaz (Ingolstadt) und Doug Mason (Iserlohn) erst einmal kurzen Redebedarf mit dem Schiedsrichter. Der Inhalt sollte allerdings ihr Geheimnis bleiben.
Der Wiederbeginn im zweiten Drittel ließ die Gäste erneut ganz schnell jubeln. Nach nur 34 Sekunden hatte John Laliberte zum 1:3 getroffen. Entgegen dem ersten Drittel steckten die Roosters den schnellen Gegentreffer aber besser weg. Kris Sparres Strafe nutzte Kapitän Robert Hock zum zweiten Anschlusstor. Mark Ardelans Schuss von der blauen Linie hatte er unhaltbar zum 2;:3 ins Tor gelenkt. Derek Peltier (25.), Marcel Kahle (26.) und Thomas Holzmann (27.) hatten weitere Schusschancen für die Roosters. Während einer weiteren Hinausstellung gegen Iserlohns Brandon Rogers eröffnete sich für Michael Wolf in Unterzahl eine Konterchance, die der Nationalmannschatskapitän aber nicht verwerten konnte. Auch während Craig Wellers Strafe blieb das IEC Powerplay mangelhaft. Immer wieder ließen die Roosters Konterchancen, wie für Christoph Gawlik (32.), zu. Als dann Ex-Rooster Kris Sparre auf der Strafbank saß, scheiterte Michael Wolf nach klugem Zuspiel von Robert Hock erneut. Praktisch im Gegenzug war Christoph Gawlik dann zum 2:4 zur Stelle. Dieser Unterzahltreffer war aber längst noch nicht die Vorentscheidung, denn Michael Wolfs „Kunsttor“ zum 3:4 mit sehr hohem Stock fand auch die Anerkennung der Referees.
Mike York hätte nach nur 24 Sekunden im letzten Drittel fast demonstriert, dass auch die Roosters einen Blitzstart hinlegen können, aber er konnte den Puck nicht im Kasten von Ian Gordon unterbringen. Danach schlug das Schiedsrichtergespann wieder zu. Zunächst traf es Björn Barta und kurz darauf Collin Danielsmeier. Der bekam zwei Strafminuten wegen Behinderung aufgebrummt ohne seinen Gegenspieler überhaupt berührt zu haben. Fehlentscheidung nennt man so etwas wohl. Ohne Folgen überstanden die Sauerländer diese Phase. Michel Periards Strafe konnte Iserlohns Denker und Lenker Mike York mit einem Schuss aus der Drehung ebenfalls nicht ausnutzen. In der 49. Minute machte er es aber besser und traf ins linke Eck zum 4:4 Ausgleich. Iserlohns Rumpftruppe hatte es damit tatsächlich geschafft einen Zwei-Tore-Rückstand auszugleichen. Marvin Teppers Strafe überstanden die Roosters kurz danach ebenfalls ohne Gegentreffer. In der Schlussphase legten die Schiedsrichter dann wieder eine eher „lockere“ Pfeife an den Tag. Jeff Likens´ Großchance (57.) entschärfte IEC Keeper Sébastien Caron. Der Weg in die Verlängerung war damit quasi frei.
In der Overtime setzte Alexander Sulzer nach 46 Sekunden mit seinem Siegtor zum 4:5 den endgültigen Schlusspunkt.
Für Iserlohns Rumpftruppe war es auf jeden Fall ein gewonnener Punkt. Ingolstadt hatte zwei Mal einen Zwei-Tore-Vorsprung und stand am Ende ohne den anvisierten „Dreier“ da. Für die Roosters war es übrigens erst das zweite Spiel in der laufenden Saison, in dem sie in die Overtime mussten.
Am kommenden Freitag erwarten die Roosters den amtierenden Deutschen Meister Eisbären Berlin (19:30 Uhr). Dann werden Jeff Giuliano, Christian Hommel und Mark Bell nach abgebrummten Sperren wieder mitwirken können.
Die Panther haben am kommenden Wochenende zwei Heimspiele gegen Düsseldorf (Freitag) und Straubing (Sonntag).
Iserlohn Roosters – ERC Ingolstadt 4:5 n.V. (1:2/2:2/1:0/0:1)
Tore: 0:1 (01:09) O´Connor (Likens/Gawlik), 0:2 (05:53) O´Connor (Motzko/Ross) 5:4PP, 1:2 (13:17) Wolf (Ardelan/York) 5:3PP, 1:3 (20:34) Laliberte (Ross/Sparre), 2:3 (23:38) Hock (Ardelan/Wolf) 5:4PP, 2:4 (34:37) Gawlik (Barta) 4:5SHG, 3:4 (37:32) Wolf (Peltier/York), 4:4 (48:57) York, 4:5 (60:46) Sulzer (Hahn/Greilinger)
Strafen: Iserlohn 10 – Ingolstadt 20
Schiedsrichter: Gordon Schukies, Richard Schütz
Zuschauer: 3002
Iserlohn: Caron – Rogers, Ardelan; Tomassoni, Peltier; Danielsmeier, Orendorz, Ortwein – Wolf, York, Stuart; Holzmann, Hock, Wörle; Tepper, Fischhaber, Kopitz; Kahle, Demuth
Ingolstadt: Gordon – Sulzer, Conboy; Périard, Hambly; Heid, Likens, Dinger – Laliberte, Ross, Sparre; Hager, Hahn, Greilinger; Motzko, Gawlik, O´Connor; Barta, Weller, Oblinger
Three Stars
*** Michael Wolf
** Sean O´Connor
* Mike York
Stimmen nach dem Spiel


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