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Iserlohn. (EM / PM Roosters) Die Iserlohn Roosters haben einen weiteren Neuzugang über ihre Kanäle verkündet: Vom Vizemeister Fischtown Pinguins wechselt Stürmer Jake Virtanen... Iserlohn Roosters sichern sich 2014´er Erstrundendraft Jake Virtanen vom Vizemeister Bremerhaven

Jake Virtanen – © Sportfoto-Sale (DR)

Iserlohn. (EM / PM Roosters) Die Iserlohn Roosters haben einen weiteren Neuzugang über ihre Kanäle verkündet: Vom Vizemeister Fischtown Pinguins wechselt Stürmer Jake Virtanen an den Seilersee.

Hinter Michael Dal Colle gedraftet

In Bremerhaven spielte der 27- jährige seit Februar 2023. Virtanen ist allerdings auch außerhalb der DEL alles andere als unbekannt. 2014 wurde er in der ersten Runde an Position sechs von den Vancouver Canucks gedraftet. Vor ihm wurden übrigens weitere namhafte Spieler gedraftet An Position #5 sein zukünftiger Teamkollege Michael Dal Colle, an Position #3 ein gewisser Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) und an Position #2 Sam Reinhart von den Florida Panthers, der in der aktuellen NHL-Saison in 97 Spielen sagenhafte 106 Scorerpunkte produzierte. Sam Reinhart ist übrigens der Bruder von Griffin Reinhart (30), der 20/21 für die Roosters bockstark verteidigte. Allein der Draft von Jake Virtanen belegt, über welche Qualitäten er verfügt.

NHL-Karriere endet abrupt

Seinen großen NHL-Traum konnte der 186 cm große und 103 Kilogramm schwere Angreifer sich zwischen 2015 und 2021 mit 333 NHL-Spielen (103 Scorerpunkte) für die Canucks erfüllen. Dann allerdings bekam seine Karriere einen derben Knacks. Grund dafür war ein Verfahren wegen sexueller Misshandlung einer Frau. Vor Gericht standen letztlich Aussage gegen Aussage und somit kam es zu keiner rechtskräftigen Verurteilung. Virtanen erhielt einen Freispruch. Seine Karriere in der NHL war da allerding schon beendet, denn die Vancouver Canucks hatten ihn im Mai 2021 entlassen. Sexuelle Misshandlungen jeglicher Art sind mit den Werten des Klubs nicht vereinbar hieß es damals. In Nordamerika „verbrannt“ zog es den Stürmer zu Spartak Moskau in die russische KHL (36 Spiele, 9 Tore, 7 Assist). In der nachfolgenden Saison 22/23 sollte in der zweitklassigen Schweizer Swiss League beim EHC Visp die Karriere in Europa wieder angekurbelt werden. Nach nun 21 Spielen kam es aber auch hier zur Trennung. Der Vertrag wurde, wie es heißt, nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Mitspieler aufgelöst. Der in der Regel gut informierte „Blick“ berichtet, dass es beim Match beim HC La Chaux-de-Fonds eine verbale und körperliche Auseinandersetzung mit Teamkollege Daniel Eigenmann (31) auf der Bank gegeben hat. Der Verteidiger habe Virtanen vorgeworfen, sich nicht in den Dienst des Teams zu stellen. Danach habe er im Namen des Teams die Klubleitung vor die Wahl gestellt: Er oder wir, wie «Le Matin» berichtet. Und der Walliser «Bote» weiß zu berichten, dass Virtanen im Training Übungen verweigert hat.

Chance in Bremerhaven ergriffen und menschlich gereift

Das alles waren im Februar 2023 sicherlich keine Empfehlungen für eine Verpflichtung von Jake Virtanen. Und dennoch wollte man es an der Nordseeküste mit dem zweifelsfrei sehr talentierten Virtanen versuchen und ihm eine echte Chance geben. Teammanager Alfred Prey erklärte damals zu Virtanens Vergangenheit: „Wir haben mit Jacob alles besprochen, haben unsere Vorstellungen und Wünsche artikuliert und sind uns sicher, dass auch Jake ein klares Ziel vor Augen hat. Wir sehen immer in die Zukunft, die man versuchen kann zu bestimmen, die Vergangenheit ist passe.“
Nach insgesamt 16 Spielen in der Saison 22/23 war für die Verantwortlichen an der Nordseeküste klar, dass man die vertragliche Option auf Virtanen nutzen wird.

In der zurückliegenden Spielzeit, die man in Bremerhaven fast mit dem Meistertitel krönen konnte, kam Jake Virtanen auf 36 Einsätze in der Hauptrunde (6 Tore, 15 Assist) und zwei Spiele in den Playoffs, in denen er allerdings keine Punkte sammeln konnte. Zum Saisonende hin wurde er für die Stammformationen häufiger nicht mehr berücksichtigt. Teammanager Alfred Prey hatte sich im Februar bei MagentaSport übrigens äußerst lobend über Virtanens Verhallten innerhalb des Teams und außerhalb des Eises geäußert. Es scheint also durchaus so zu sein, dass Virtanen seine Chance in Bremerhaven genutzt hat und menschlich gereift ist.

Virtanens Dynamik passt ins Anforderungsprofil der Roosters

Mit seinen körperlichen Voraussetzungen passt er in die Vorstellungen von Iserlohns Headcoach Doug Shedden, der sein neues Team größer, kräftiger und dynamischer aufgestellt sehen möchte.

Während seiner Nachwuchszeit spielte der Rechtsschütze zudem mit den beiden aktuellen Roosters-Stürmern Michael Dal Colle und Eric Cornel zusammen, die ebenfalls beide 2014 gedraftet wurden. „Ich kenne die beiden schon lange und freue mich, nach langer Zeit wieder mit ihnen zusammenzuspielen – weil sie nicht nur gute Spieler, sondern auch gute Typen sind“, sagt Virtanen.

„Jake ist ein Offensivspieler, der hervorragend in unser Anforderungsprofil passt: Er ist körperlich präsent und dynamisch und ist dabei ein guter Schlittschuhläufer, der auch etwas mit der Scheibe anfangen kann“, freut sich Axel Müffeler, der gemeinsam mit Headcoach Doug Shedden für die Kaderplanung verantwortlich ist, über den Neuzugang.

Der Kanadier selbst hat die Gastspiele in Iserlohn in recht guter Erinnerung: „Wir waren dort eigentlich immer recht erfolgreich, wenn ich mich recht erinnere. Ich hätte nichts dagegen, wenn meine persönliche Bilanz bei Spielen in Iserlohn auch im Roosters-Trikot so bleibt“, schmunzelt der Stürmer. „Gleichzeitig war es immer super tough, in Iserlohn zu spielen. Das war für unsere Gegner in Bremerhaven ähnlich und ich möchte dabei helfen, dass wir diesen Heimvorteil in der kommenden Saison zu unserem Vorteil nutzen. Ich freue mich darauf, für Doug zu spielen und glaube, wir haben ein Team mit großem Potenzial“, fügt Virtanen an.

Der 27- jährige Virtanen verfügt über die kanadische und die finnische Staatsbürgerschaft. Er belegt bei den Sauerländern also eine Importlizenz.

Jake Virtanens Karriere in Zahlen


Der Kader der Iserlohn Roosters für die kommende Saison nach aktuellem Stand

Axel Müffeler
Kader-Mitplaner Axel Müffeler - © Sportfoto-Sale (MK)
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