
Ravensburg. (PM Towerstars) Die Voraussetzungen für den zweiten Sieg in der Finalserie gegen die Dresdner Eislöwen waren am Ostermontagabend weitgehend perfekt – zumindest bis zur 42. Minute.
Dann drehten die Gäste aus der sächsischen Landeshauptstadt die 2:0-Führung der Gastgeber mit gnadenloser Effizienz. Die nächste Chance auf Wiedergutmachung bietet sich am Mittwoch – dann wieder in Dresden.
Der Blick auf die Aufstellung der Towerstars sorgte nicht nur für Aufatmen, sondern auch für Vorfreude auf den Abend. Sowohl Topstürmer Erik Karlsson als auch Torhüter Ilya Sharipov waren wieder mit dabei. Auch Leo Korus reihte sich nach wochenlanger Zwangspause wieder in der Defensive ein. Wie schon in den vorangegangenen Spielen hatten die Oberschwaben einen druckvollen Start, und die zweite Sturmreihe hatte bereits nach 80 Sekunden die Führung auf dem Schläger. Adam Payerl setzte Fabian Dietz in Szene, der verpasste jedoch knapp. Eine Minute später hatte auch Ilya Sharipov ernsthafte Arbeit zu verrichten: Er parierte in der Halbdistanz gegen den frei stehenden Yannick Drews. Noch mehr zu tun bekam der Ravensburger Keeper ab der dritten Minute, als gegen Simon Sezemsky eine Strafzeit ausgesprochen wurde.
Wieder komplett, starteten die Towerstars eine starke Druckphase, die nach exakt neun Minuten mit dem 1:0 belohnt wurde. Luca Hauf hielt aus vollem Lauf einfach mal drauf, und der Puck fand den Weg über die Fanghand von Eislöwen-Keeper Danny aus den Birken ins Netz. Zwar hatten die Gäste immer wieder gefährliche Szenen vor dem Ravensburger Tor, die Towerstars waren aber deutlich engagierter und am Drücker. Nachdem die Partie immer wieder von Nickligkeiten begleitet wurde, gipfelte eine Szene in der 15. Minute in einer handfesten Auseinandersetzung. Weil Matthias Pischoff mehrfach auf den bereits am Boden liegenden Adam Payerl eindrosch, kassierte er eine 5-Minuten-Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Da auch Erik Karlsson zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen musste, reduzierte sich die Überzahl auf drei Minuten. In dieser Zeit hatten die Oberschwaben zwar eine ganze Reihe von Großchancen, konnten diese jedoch nicht nutzen.
Zu Beginn des zweiten Drittels musste Ilya Sharipov gleich zweimal sein ganzes Können unter Beweis stellen: Zunächst entschärfte er einen Alleingang von Andrew Yogan und rettete wenig später bei einem Unterzahlbreak. Auf der Gegenseite erspielten sich die Hausherren im Powerplay durchaus gute Einschusschancen, doch entweder fehlte das viel zitierte Scheibenglück oder der letzte „tödliche“ Pass kam nicht präzise genug beim Mitspieler an. Die vergebenen Chancen gerieten zumindest kurzzeitig in Vergessenheit: In der 27. Minute vollendete Robbie Czarnik einen schnellen Gegenangriff zum 2:0, als er den nach der Chance von Nick Latta freiliegenden Puck im Nachschuss verwertete. Die Dresdner Eislöwen nahmen das allerdings als Weckruf, erhöhten Tempo und Druck – und die Towerstars gerieten zunehmend in Bedrängnis. Das spielerische Übergewicht der Elbstädter wurde erst in der Schlussphase des zweiten Drittels unterbrochen. Fünf Minuten vor der Pause hatte Robbie Czarnik bei einem Gegenstoß nur noch den gegnerischen Keeper vor sich, doch Danny aus den Birken machte das kurze Eck entscheidend zu. Pech hatte auch Mat Santos, dessen Schuss 49 Sekunden vor Drittelende vom rechten Pfosten ins Spiel zurückprallte.
Weitere Chancen auf den Ausbau der Führung folgten in der Schlussphase des zweiten Drittels. Kurz hintereinander mussten gleich zwei Eislöwen-Spieler auf die Strafbank. Die Towerstars konnten die doppelte Überzahl jedoch nicht zu einem weiteren Treffer nutzen – was sich im Schlussabschnitt rächen sollte. Schon nach zwei Minuten verkürzte Sebastian Gorcik auf 2:1 und Dresden war wieder in direkter Schlagdistanz. Zwar hatten die Towerstars noch einige Konterchancen, doch nun spielten fast nur noch die Gäste – mit Folgen für den Spielstand: Aus halblinker Position nahm Andrew Yogan Maß und setzte den Puck zum 2:2-Ausgleich in den Torwinkel. Nach ein paar Wechseln schien sich das Spiel der Towerstars wieder etwas zu stabilisieren, zumal drei Minuten nach dem zweiten Gegentreffer eine Dresdner Strafzeit erneut die Möglichkeit eröffnete, die Führung zurückzuerobern. Doch schon nach dem ersten Bully im gegnerischen Drittel kam es zu einem fatalen Puckverlust. Travis Turnbull konnte alleine in Richtung Towerstars-Tor durchstarten und brachte den Puck eiskalt zum 2:3 unter.
In den verbleibenden Minuten spielten sich vor dem Dresdner Tor teils dramatische Szenen ab, doch die Zeit für den Ausgleich glitt den Towerstars immer mehr durch die Finger. Als 80 Sekunden vor Spielende Ilya Sharipov einem sechsten Feldspieler Platz machte, dauerte es nur Sekunden, bis die Gäste mit einem Empty-Net-Treffer zum 2:4 den Vorsprung ausbauten – und eine Minute vor Schluss mit dem 2:5 endgültig den Deckel auf das erste Break machten.
Am Mittwoch ab 19:30 Uhr ist die Finalserie wieder in Dresden zu Gast. Dort haben die Oberschwaben die Möglichkeit, die Serie auszugleichen und den verlorenen Heimvorteil zurückzuholen. Auch dieses Spiel wird selbstverständlich live auf Sportdeutschland.TV übertragen.
Die Towerstars möchten an dieser Stelle nochmals daran erinnern, dass für das nächste Heimspiel am Freitag, den 25. April, das Vorkaufsrecht für Dauerkarteninhaber am Mittwoch, den 23. April, um 12 Uhr endet. Alle übrigen Tickets gehen im Anschluss ab 17 Uhr in den freien Verkauf.
Eislöwen sichern sich Serienführung im Playoff-Finale
Die Dresdner Eislöwen haben Spiel drei im Playoff-Finale der DEL2 gewonnen.
Bei den Ravensburg Towerstars setzten sich die Blau-Weißen am Ostermontag mit 5:2 durch und führen die Serie jetzt mit 2:1 an. Weiter geht es am Mittwoch 19:30 Uhr mit Spiel 4 in der ausverkauften JOYNEXT Arena.
Die Eislöwen taten sich in Ravensburg schwer ins Spiel zu kommen. Ravensburg kontrollierte die Partie und ging verdient in Führung. Luca Hauf traf mit einem platzierten Schuss ins obere Toreck zur Towerstars-Führung (9.).
Im zweiten Drittel legte Robbie Czarnik in der 27. Minute mit dem Ravensburger 2:0 nach. Der Topscorer der Oberschwaben sicherte sich einen Abpraller und traf. Die Führung für die Gastgeber war weiter verdient. Die Eislöwen leisteten sich zu viele Strafen, ließen aber gute Chancen auch ungenutzt. Matthew Santos hätte beinahe noch auf 3:0 gestellt, scheiterte aber am Pfosten.
Die Eislöwen sammelten sich in der zweiten Drittelpause nochmal und kamen im Schlussabschnitt deutlich besser rein. Sebastian Gorcik bekam die Scheibe von David Rundqvist aufgelegt und zimmerte sie zum Anschlusstreffer ins Tor (42.). Die Dresdner blieben am Drücker und kamen durch Andrew Yogan in der 49. Minute zum Ausgleich. Der Eislöwen-Goldhelm ließ Ilya Sharipov mit seinem platzierten Handgelenkschuss ins kurze Eck keine Chance. Das Momentum war nun voll auf Eislöwenseite, auch in Unterzahl. Mit einem Mann weniger lief Travis Turnbull allein auf Sharipov zu und traf zur 3:2-Führung (52.). Danny aus den Birken und David Suvanto verhinderten daraufhin gemeinsam das 3:3. Als Ravensburg den Torhüter für einen weiteren Feldspieler zog, erzielte Dane Fox aus der eigenen Zone das 4:2 (60.) und Drew LeBlanc machte ebenfalls mit einem Schuss ins leere Tor zum 5:2 den Deckel drauf.
Niklas Sundblad, Cheftrainer Dresdner Eislöwen: „Im ersten Drittel waren wir überhaupt nicht da. Sie haben viel Druck auf uns gemacht. Im zweiten Drittel sitzen wir zu viel auf der Strafbank. Aber im 3. Drittel kommen wir unglaublich gut zurück. Respekt an meine Mannschaft, das war sehr stark und eine richtig gute Mannschaftsleistung.“
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