Halle. (MB) Es war der Derbytag in der Oberliga Ost. Im Kreisduell in Sachsen standen sich Jonsdorf und Niesky gegenüber. Soweit so gut. In Halle an der Saale rief das Duell Halle vs. Leipzig endlich wieder Zuschauer auf den Plan. Nicht umsonst kamen mal rund über 2.000 Fans in die Volksbank Arena. Und diese sollten den Besuch nicht bereut haben, denn der noch im Aufbau befindliche Club aus Rand-Leipzig machte dem Hallenser „Aufstiegsfavoriten“ die Hölle heiß.
Es war von Anfang an ein heiß umkämpftes Spiel. Schon nach wenigen Augenblicken gerieten die Gäste in Unterzahl. Zur Freude der einheimischen Fans kam kurz darauf Robin Slanina in Überzahl glücklicherweise an den Puck und überwand eiskalt Nicolas Sievers. Die Gäste waren noch zu ängstlich gegen den schier übermächtigen Gegner. Auch deshalb wurden die Leipziger bestraft und kassierten das 2:0 durch Robin Slanina. In der ersten Rettungsaktion war Sievers noch großartig da, aber im Nachschuss war der hallesche Stürmer zu schnell für den Goalie und die Abwehr. Gleichzeitig war dies aber der Punkt, an dem sich der Gast Auftrieb holte. Nur knapp 40 Sekunden später nutzte der Ex-Hallenser Florian Eichelkraut eine Unaufmerksamkeit der Bulls aus und traf zum eigentlich zu dem Zeitpunkt unverdienten Anschluss. Danach war aber verkehrte Stimmung in der Volksbank Arena. Die IceFighters Leipzig übernahmen auf den Rängen und auf dem Eis die Regie. Der Ausgleichstreffer von Emanuel Grund war in Überzahl nur die logische Folge. Der Favorit aus Halle musste im Verlauf des ersten Drittels einige Male um Rückstand zittern, aber er überstand diese Phase.
Auch in Drittel 2 startete der Underdog überragend. Sofort in einer 2 auf 1 Situation besaß ein Leipziger die Riesenchance zum erstmaligen Führungstreffer für die bis dahin vor allem kämpferischen überzeugenden Gäste. Zu unplatziert schoss er und somit hatte Dustin Haloschan leichtes Spiel. In der Folgezeit nahm der Favorit auch Dank Schiedsrichter Jörg Edler das Spiel in Hand. Krönender Abschluss dieser schwachen Schiedsrichterleistung im zweiten Abschnitt war die Penaltyentscheidung gegen die Leipziger. Das Geschenk nahm der sonst unauffällige Ivan Kolozvary gerne an und verlud Sievers eiskalt. Der Gast hatte sich nun selten im Griff und fing folgerichtig weitere Strafzeiten. Eine Powerplay-Situation, der sonst so in solchen Möglichkeiten schwachen Hallenser, brachte die Vorentscheidung. Daniel Sevo netzte zum 4:2 ein!
Wahrscheinlich schienen die Saale Bulls das Spiel abgehakt zu haben. Zumindest kann man den Beginn des letzten Drittels nicht anders verstehen. Die Neu-Rand-Leipziger kamen nicht nur bissig sondern auch zielstrebig aus der Kabine. Nachdem eine Unterzahlsituation auch noch überstanden wurde, griffen die IceFighters an. Zwar scheiterten noch mehrere Stürmer aus der Messestadt an Haloschan in der ersten Überzahlmöglichkeit, aber Florian Eichelkraut zeigte kurz darauf sein Potenzial. Er setzte zu seinem zweiten Treffer am Abend an und versetzte damit das Heimpublikum zu absoluter Stille. Der Klassenprimus wankte, aber er fiel nicht. Unter anderem, weil der Gast kurz nachdem Anschluss wieder den Gegner zum Tore schießen einlud. Die Leipziger steckten auch trotz des Treffers zum 5:3 nicht auf, trafen einmal den Pfosten und fanden in Haloschan seinen Meister. Am Ende blieb es beim nicht unverdienten und eigentlich gerechten 5:3, weil der Gast zu lange Respekt an den Tag legte und zu spät erkannte wo die wirklichen Schwächen der Bulls waren.
Die Saale Bulls haben nach 5 Spielen 14 Punkte auf dem Konto und verloren bisher damit nur einen einzigen Zähler. Bereits am Sonntag muss der MEC sich der nächsten Bewährungsprobe stellen, wenn der Ligen-Krösus versucht auch in Schönheide ohne Niederlage davon zu kommen. Die IceFighters Leipzig haben zwar nach nun 4 Spielen nur 3 Punkte auf dem Konto, bleiben aber trotzdem in der Reichweite von Platz 2 und spätestens in rund 14 Tagen versucht der unterlegene Derbyverlierer dem „Aufstiegsaspiranten“ ein Bein zu stellen. Besonders in Leipzig sind die Chancen des Underdogs groß einzuschätzen!
Statistik:
Saale Bulls Halle – IceFighters Leipzig 5:3 (2:2/ 2:0/ 1:1)
Tore: 1:0 (01:56) Slanina (Sochan, Kolozvary, PP1), 2:0 (07:45) Slanina (Bigam, Sochan), 2:1 (08:23) Eichelkraut (Gross, Breiter), 2:2 (14:47) Grund (Eichelkraut, PP1), 3:2 (32:36) Kolozvary (Penaltyschuss), 4:2 (37:29) Sevo (Bigam, Kolozvary, PP2), 4:3 (52:15) Eichelkraut (Kasperczyk, PP1), 5:3 (53:04) Bigam (Köllner, Slanina)
Strafen: Saale Bulls Halle: 12 Minuten, IceFighters Leipzig: 20 Minuten
Schiedsrichter: Jörg Edler (HS), Alexander Mänicke, Mike Schmölling
Zuschauer: 2.351
Aufstellungen:
Saale Bulls Halle: Robin Sochan, Wunderlich Eric, Schön Michal, Johnson James, Thiede Benjamin, Miklik Martin, Katzer Tim, Lupzig Daniel, Lemmer Arthur, Kolozvary Ivan, Haloschan Dustin, Sevo Daniel, Zille Alexander, Bigam Troy, Köllner Christian, Slanina Robin, Veltwisch Max, Schmitz Kai. Ehrhardt Enrico
IceFighters Leipzig: Kasperczyk Jedrzej, Ullmann Florian, Vrba Tomas, Dörner Dennis, Müller Jens, Reukauf Erik, Breiter Sören, Sievers Nicolas, Alt Sebastian, Hrach Petr, Hadamik Fabian, Mikesz Jiri, König Marcel, Gross Arthur, Müller Lars, Eichelkraut Florian, Grund Emanuel


