Nürnberg. (STM) Leidenschaftlich kämpfende Nürnberg Ice Tigers wurden am Ende nur mit einem Punkt belohnt.
Vor 7672 Zuschauern in der ausverkauften Arena boten dezimierte Ice Tigers dem Deutschen Meister aus Berlin einen tollen Kampf, der trotz einer Führung kurz vor dem Spielende nur mit einem Punkt belohnt wurde. Am Ende siegten die Eisbären mit 5-4 nach Penaltyschießen. Die Tore für die Ice Tigers erzielten Gerard, Dove-McFalls, Murray und Barratt.
Es sollte alles besser werden nach der Pause zum Deutschland-Cup, die personelle Lage sollte sich endlich entspannen für Mitch O´Keefe und sein Team, doch es kam alles anders. Mit Roman Kechter und Constantin Braun mussten die Ice Tigers aufgrund von Verletzungen auf zwei weitere Spieler verzichten. Eigentlich, so war die Hoffnung in Nürnberg, sollte man wieder einmal mit vier kompletten Sturmreichen agieren können, stattdessen wurden es im Heimspiel gegen den Deutschen Meister aus Berlin nur drei.
So fing es für die Ice Tigers noch schlimmer an, als es vor der Pause endete. Ganze 15 Feldspieler konnte Mitch O´Keefe heute aufbieten, die sich aber sehr teuer verkauften und den Eisbären Berlin einen beherzten Kampf lieferten. Das Team aus der Hauptstadt, ebenfalls seit Saisonbeginn von Verletzungen verfolgt, konnte trotzdem mit vier kompletten Reihen in Nürnberg antreten.
Es begann denkbar schlecht für die Ice Tigers an diesem Abend. Das erste Powerplay nutzten die Eisbären zur frühen Führung. Marcel Noebels traf zum 0-1, Niklas Treutle wurde geschickt die Sicht genommen (4.). Überhaupt war das Überzahlspiel der Eisbären an diesem Abend stets gefährlich. Die Ice Tigers hatten die erste Chance an diesem Abend durch Niklas Heigl, der aber an Hildebrand scheiterte (6.). Auf der Gegenseite hatte Bergmann den zweiten Treffer auf dem Schläger (9.).
Besser machte es wenig später Ty Ronning, der auf 0-2 erhöhte (12.). Niklas Treutle musste den durchaus haltbaren Schuss passieren lassen. Es sah düster aus für die Ice Tigers, ehe Heigl gegen zu weit aufgerückte Eisbären, Charlie Gerard auf die Reise schickte, der den Puck gekonnt unter Hildebrand hindurch zum 1-2 einschob (13.). Der Treffer gab den Ice Tigers sichtlich Auftritt, auf einmal waren die Nürnberger in der Zone der Eisbären präsent.

Eine tolle Kombination über Heigl schloss Sam Dove-McFalls mühelos zum 2-2 Ausgleich ab (18.). Beinahe wären die Ice Tigers noch mit einer Führung in die erst Pause gegangen, aber Ustorf scheiterte gleich zweimal an Hildebrand (18). Nach einer Strafzeit gegen Leon Bergmann gingen die Ice Tigers mit einem langen Powerplay in den zweiten Abschnitt und kurz vor Ablauf der Strafzeit belohnten sich die Ice Tigers für ihren Aufwand. Brett Murray fälschte einen Schuss von Barratt zur erstmaligen Führung ab (24.).
Es entwickelte sich ein temporeiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Wieder war es das gefährliche Powerplay der Eisbären, dieses Mal aber scheiterte Kirk am Pfosten (35.). Wenig später hatte Tyler Spezia den vierten Treffer auf dem Schläger, nach einem Konter über Marcus Weber vergab Spezia aber leichtfertig (38.). Als sich Jake Ustorf in der offensiven Zone einen unnötigen Puckverlust leistete, kamen die Eisbären kurz vor Drittelende durch Mik zum durchaus verdienten Ausgleich. Gegen den platzierten Direktschuss war Treutle machtlos (40.).
So war es wie so oft in dieser Saison auch heute die Frage, ob den Ice Tigers gegen die schnellen und wendigen Eisbären im letzten Drittel die Kräfte reichen sollten. Die Eisbären zogen das Tempo noch einmal an, scheiterten aber immer wieder an Niklas Treutle, der seinem Fehler aus dem ersten Drittel mehrmals ausbügelte. Die beste Chance hatten zunächst die Ice Tigers bei eigener Unterzahl, als Greg Meireles allein vor Hildebrand scheiterte (50.).
Es war jetzt pure Leidenschaft, die die Ice Tigers dem Deutschen Meister entgegenwarfen. Mit aller Gewalt und den letzten Kraftreserven wollten sich die Ice Tigers zumindest mit einem Punkt belohnen. Kurz vor dem Ende brachten Evan Barratt mit seinem Treffer zum 4.3 die Arena zum Beben (58.). Aber es war nicht der letzte Höhepunkt an diesem Abend. Die Eisbären nahmen ihren Torhüter vom Eis und kamen zum Ausgleich (59.). Ty Ronning traf zum 4-4. Vorausgegangen war eine sehr umstrittene Szene im Drittel der Eisbären, nach einem Check von Müller an Spezia lieferten sich beide ein hitziges Duell, dass ohne Probleme für Strafzeiten gegen beide Spieler gelangt hätte. Beide Schiedsrichter entschieden sich aber, alle Fouls großzügig zu übersehen.
So ging es nach 60 packenden Minuten in die Verlängerung. Nach einer Strafzeit gegen Andy Eder hatten die Ice Tigers die Chance, sich den zweiten Punkt zu sichern, aber das Powerplay funktionierte nicht in dieser wichtigen Situation. So musste das Spiel im Penaltyschießen seinen Sieger finden. Durch Treffer von Ronning und Kirk sicherten sich die Eisbären den Zusatzpunkt. Nach dem Spiel hatten die Zuschauer ein feines Gespür für die Leistung ihrer Mannschaft und verabschiedeten das Team mit viel Applaus in die Kabine.
„Die Zuschauer waren heute unglaublich und haben uns viel Energie gegeben. Wir hatten heute alles andere als einen guten Start, aber meine Spieler haben viel Herz und Charakter gezeigt, obwohl wir nur mit drei Reihen agieren konnten. Ich bin der Meinung, dass wir heute definitiv mehr als einen Punkt verdient hätten“, so Mitch O´Keefe, der sich ganz bewusst jeden Kommentar zur Leistung der Schiedsrichter verkniffen hatte.
Serge Aubin hingegen war glücklich über die beiden Punkte, aber nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben das Spiel nach einem guten Start aus der Hand gegeben, das darf uns so nicht passieren, daraus müssen wir lernen und es besser machen“.
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