Herford. (PM HEV) Der Herforder Eishockey Verein hat am letzten Spieltag der Oberliga Nord Hauptrunde das „kleine Derby“ bei den Hannover Indians mit 6:4 (1:1/3:1/2:2) gewonnen und somit vor dem Start der Zwischenrunde ein Ausrufezeichen gesetzt.
Dabei erwischte HEV-Stürmer Leon Köhler einen ganz starken Abend, erzielte selbst zwei Treffer, gab zudem noch zwei weitere Torvorlagen und rettete im zweiten Drittel zudem auf spektakuläre Art und Weise doppelt auf der eigenen Torlinie.
Die Niedersachsen begannen die Begegnung mit viel Tempo und stellten die Herforder Defensive zunächst vor einige Probleme. Nach dem frühen 1:0 durch Ryon Moser (4.) musste man fast ein wenig Angst um die Ice Dragons haben und viele der mitgereisten ostwestfälischen Eishockeyfans befürchteten einen ähnlichen Verlauf, wie beim 2:9 gegen die Salle Bulls Halle am vergangenen Sonntag. Doch Herfords Torhüter Jakub Urbisch bewahrte sein Team vor einem höheren Rückstand. In der 9. Minute glich Matyas Kovacs, der nach überstandener Verletzung in den HEV-Kader zurückgekehrt war, auf Vorlage von Timo Sticha zum 1:1 aus. Im weiteren Verlauf der Begegnung häuften sich auf beiden Seiten Ungenauigkeiten im Spielaufbau und so wirkte die Begegnung nun etwas wild.
Im zweiten Spielabschnitt wurden die Aktionen wieder klarer und die Kontrahenten lauerten auf Fehler. Einen solchen nutzten die Ice Dragons in der 27. Minute aus. Jannis Kälble eroberte den Puck an der gegnerischen blauen Linie und passte auf den freistehenden Leon Köhler, der aus kurzer Entfernung zum 2:1 für die Gäste vollendete. Kurios dann die 30. Minute. Die Hannover Indians zogen mit viel Tempo in das Angriffsdrittel und erarbeiteten sich eine Großchance. Zunächst rettete Leon Köhler in letzter Sekunde für seinen bereits geschlagenen Torhüter Jakub Urbisch auf der Torlinie, danach parierte Herfords Nummer 14 mit seinem Schläger auch noch den Nachschuss. Nur rund eine Minute später war Leon Köhler erneut zur Stelle. Dieses Mal wieder in der Offensive, dieses Mal wieder als Torschütze. In Überzahl ergab sich plötzlich eine „2auf1“-Situation für die Ostwestfalen und der HEV-Stürmer netzte zum 3:1 ein. Auch die nächste Überzahlsituation wusste Herford in der 37. Minute zu nutzen. Erneut war das Zustandekommen des Treffers nicht alltäglich. Jackson Pierson schoss seinen Mitspieler Leon Köhler im Powerplay an, der Puck fiel gefährlich vor das Hannoveraner Tor, Timo Sticha reagierte am schnellsten und erzielte das 4:1. In dem mit über 4.000 Zuschauern besuchten Eisstadion am Pferdeturm wurde es nun deutlich leiser, lediglich die vielen Gästefans waren noch zu hören. Doch kurz vor der letzten Pausensirene verkürzte Luca Trinkberger für die Niedersachsen auf 2:4 und holte mit dem Treffer auch das Stadion wieder zurück.
Im Schlussdrittel konzentrierte sich Herford vermehrt auf die Defensivarbeit. Die Indians waren in den letzten 20 Minuten das spielbestimmende Team, kamen jedoch nur selten zu gefährlichen Aktionen. Zudem hatten die Ice Dragons mit Jakub Urbisch einen starken Rückhalt, der den 2-Tore-Vorsprung festhielt. Früh nahm Hannovers Trainer Igor Bacek seinen Goalie Timo Herden zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Herford blieb jedoch konzentriert und Ryley Lindgren sorgte in der 57. Minute per EmptyNet-Goal für das 5:2. Die Gastgeber gaben sich jedoch noch nicht auf. Ryan Moser verkürzte noch einmal in Überzahl auf 3:5 (58.), doch wenige Sekunden später brachte das 6:3 durch Philip Woltmann mit einem weiteren EmptyNet-Treffer die endgültige Entscheidung. Den Schlusspunkt setzte schließlich William Jerry mit dem 4:6 in Überzahl wenige Sekunden vor dem Ende.
„In den ersten 10 Minuten ist Hannover wie die Feuerwehr aus der Kabine gekommen. Der Konter zum 1:1 hat meiner Mannschaft dann Selbstvertrauen gegeben. Zum Glück hatten wir auch Jakub Urbisch im Tor, der sehr viel entschärft hat. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr haben wir zu unserem Spiel und zu unseren taktischen Vorgaben gefunden. Wir haben heute mit Sicherheit viel Scheibenglück gehabt, das benötigt man dann einfach auch, wenn man bei den Indians gewinnen will“, so ein zufriedener HEV-Chefcoach Henry Thom im Anschluss an die Begegnung.
Die Ice Dragons verbesserten sich zum Abschluss der Hauptrunde auf Platz 10, der Rückstand auf den PlayOff-Platz 8 beträgt zum Start der Zwischenrunde weiterhin 9 Punkte. Der Herforder Eishockey Verein beginnt mit der Sonntagsbegegnung auswärts in den nächsten Saisonteil. Ab 18.30 Uhr steht das Derby bei den Hammer Eisbären auf dem Programm und das Rennen auf die verbleibenden PlayOff-Plätze ist somit endgültig eröffnet. Erst am kommenden Wochenende werden die Ice Dragons das erste Heimspiel der Zwischenrunde haben. Nach einem weiteren Auswärtsspiel bei den Herne Miners am Freitag, sind am Sonntag, den 08. Februar die Icefighters Leipzig zu Gast in der imos Eishalle „Im Kleinen Felde“. Tickets für alle Heimspiele des Herforder Eishockey Vereins gibt es ab sofort online unter https://tickets-ice-dragons.reservix.de . Aufgrund der zu erwartenden hohen Ticketnachfrage empfehlen die Verantwortlichen des Vereins dringend die Nutzung dieser Vorverkaufsmöglichkeit.
Tore:
1:0 03:49 Ryon Moser (Ryan Gropp / Tom-Eric Bappert)
1:1 08:25 Matyas Kovacs (Timo Sticha / Dennis König)
1:2 26:41 Leon Köhler (Jannis Kälble)
1:3 30:51 Leon Köhler (Timo Sticha / Ryley Lindgren) PP1
1:4 36:26 Timo Sticha (Leon Köhler / Jackson Pierson) PP1
2:4 38:44 Luca Trinkberger (Alex Samusev / Ryon Moser)
2:5 56:57 Ryley Lindgren (Sebastian Moberg / Yannis Walch) EN
3:5 57:37 Ryon Moser (Ryan Gropp / Ryker Killins) PP1
3:6 58:25 Philip Woltmann (Leon Köhler) EN
4:6 59:53 William Jerry (Alexander Roach) PP1
Strafen:
Hannover 6 Minuten
Herford 10 Minuten
Zuschauer:
4238
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