Herford. (PM HEV) Als Sebastian Moberg fünf Sekunden vor dem Ende der Begegnung mit dem Puck am Schläger in die Rundung des eigenen Verteidigungsdrittels fuhr, gab er den ostwestfälischen Eishockeyfans mit emporgerissener Faust das Signal zum Jubeln.
Seine Ice Dragons entschieden zuvor ein wildes Derby gegen die Hammer Eisbären in der Oberliga Nord Hauptrunde mit 6:5 (1:2/2:0/3:3) für sich. Der Finne im Dress des HEV hatte mit drei Torvorlagen selbst maßgeblichen Anteil am Sieg in der restlos ausverkauften imos Eishalle „Im Kleinen Felde“. 60 Minuten lang mussten oder durften beide Fanlager ein Wechselbad der Gefühle erleben. 1:0, 1:2, 5:2, 5:5 – so die Zwischenstationen aus Herforder Sicht, bevor Timo Sticha rund 80 Sekunden vor dem Ende der Begegnung mit seinem Treffer zum 6:5 zum Gamewinner wurde.
Das Derby hatte gerade erst begonnen als bereits früh richtig Fahrt aufgenommen wurde. Jackson Pierson staubte aus kurzer Entfernung in der 4. Minute ab und erzielte das 1:0. Apropos Jackson Pierson. Der US-Amerikaner, der sich in den vergangenen Spielen sehr intensiv in den Dienst seines Teams gestellt hatte und offensiv wie defensiv über Wochen hinweg Schwerstarbeit auf dem Eis abgeliefert hat, überzeugte durch seine gewohnt hohe Bullyquote (75%) sowie im späteren Verlauf der Partie durch insgesamt zwei Treffer und drei Torvorlagen. Doch zunächst einmal waren die Gäste an der Reihe. Nach dem frühen Rückstand übernahm Hamm immer mehr das Kommando und kam in der 12. Minute zum verdienten 1:1-Ausgleich durch Lars Reuss. Stark dann das Überzahlspiel der Eisbären nur wenig später, welches Pontus Wernerson Libäck zum 2:1 in der 15. Minute nutzte. Zum Ende des ersten Drittels war Herford mit dem knappen Rückstand noch gut bedient, denn die Gäste ließen noch einige gute Torgelegenheiten liegen.
Im zweiten Spielabschnitt änderte sich das Bild. Die Ice Dragons erhöhten deutlich den Druck und kamen in der 24. Minute durch Jackson Piersons zweiten Treffer zum 2:2-Ausgleich. Nun drängten die Gastgeber den Derbykontrahenten häufiger in die Defensive und erzielten in der 36. Minute das 3:2 durch Yannis Walch.
In Überzahl erhöhte Ryley Lindgren kurz nach Beginn des 3. Drittels auf 4:2 und als Matyas Kovacs, der zuvor bereits drei Treffer vorbereitet hatte, in der 44. Minute das 5:2 erzielte, schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Es folgte jedoch der nächste Akt des Derbys, gekennzeichnet von der Aufholjagd der Eisbären. Zunächst traf Pontus Wernerson Libäck in der 48. Minute zum 3:5 und nur 60 Sekunden später stellte Fabio Frick den 4:5-Anschluss her. Hamm drängte nun auf den Ausgleich und belohnte die eigenen Bemühungen in der 56. Minute mit dem 5:5 durch Lucas Flade.
Hochspannung in der Drachenhöhle. Zwei Minuten vor dem Ende der Begegnung dann eine entscheidende Szene im Derby. In Höhe der Mittellinie rasselten Fabio Frick und der puckführende Jannis Kälble heftig gegeneinander. Während Herfords Nummer 8 stark angeschlagen den Weg vom Eis antreten musste, war für den Eisbären-Verteidiger Fabio Frick die Begegnung aufgrund einer 5-Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe beendet. 5 Minuten Überzahl für den HEV und die große Gelegenheit auf den Siegtreffer. Herford wurde trotz der ablaufenden Spielzeit nicht hektisch, baute ruhig und durchdacht das eigene Powerplay auf. Timo Sticha fälschte schließlich einen Schuss von der blauen Linie ab und sorgte für das 6:5. Auch in der Schlussminute ließen die Ice Dragons nichts mehr anbrennen. Fünf Sekunden vor dem Ende drehte Hamm ab und erkannte die Niederlage an. Sebastian Moberg gab das Signal zum Jubeln an die eigenen Fans an einem denkwürdigen Derbyabend.
„Für die Zuschauer war das heute bestimmt ein hochunterhaltsames Derby. Für mich selbst war das auf der Bank nah am Herzinfarkt. Ich bin aber für meine Mannschaft froh, dass sie das Derby heute für sich entscheiden hat. Nun geht unser Blick auf das Spiel am Dienstag in Duisburg, wo wir natürlich unbedingt etwas mitnehmen wollen“, so HEV-Chefcoach Henry Thom nach der Begegnung.
Der Derbysieg ist Balsam für die Mannschaft und die ostwestfälischen Eishockeyfans. Herford verbesserte das eigene Punktekonto auf 25 Zähler, der Abstand zur PlayOff-Zone beträgt weiterhin 15 Punkte und soll nun nach Möglichkeit zum Jahresausklang noch einmal verkürzt werden.
Tore:
1:0 03:25 Jackson Pierson (Matyas Kovacs / Ryley Lindgren)
1:1 11:05 Lars Reuss (Christian Schilling / Samuel Dotter)
1:2 14:37 Pontus Wernerson Libäck (Gianluca Balla / Ugnius Cizas) PP1
2:2 23:11 Jackson Pierson (Matyas Kovacs / Ryley Lindgren)
3:2 35:31 Yannis Walch (Sebastian Moberg / Matyas Kovacs)
4:2 40:49 Ryley Lindgren (Leon Köhler / Jackson Pierson) PP1
5:2 43:44 Matyas Kovacs (Sebastian Moberg / Jackson Pierson)
5:3 47:51 Pontus Wernerson Libäck (Samuel Dotter / Linus Wernerson Libäck)
5:4 48:43 Fabio Frick (Pontus Wernerson Libäck / Linus Wernerson Libäck)
5:5 55:37 Lucas Flade (Fabio Frick / Daniel Reichert)
6:5 58:38 Timo Sticha (Jackson Pierson / Sebastian Moberg) PP1
Strafen:
Herford 12 Minuten
Hamm 12 Minuten + 5 Minuten Fabio Frick + Spieldauerdisziplinarstrafe Fabio Frick
Zuschauer:
1029 (ausverkauft)
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