Eishockey-Magazin

Eishockey News, Videos, Fotos, Stories – – – alles kostenlos seit 25 Jahren

Neuss. (EM) Die Länderspiele in der Slowakei der deutschen U25-Auswahl sind Geschichte. Ab sofort richtet sich in Deutschland der Fokus wieder auf die heiße... Hochspannender Abstiegskampf geht ab Dienstag weiter – Wie geht es mit der Regelung von Auf- und Abstieg in der Zukunft weiter?

Kann sich die DEG, hier mit Goalie Henrik Haukeland, am Ende noch für die Playoffs qualifizieren? – © Sportfoto-Sale (DR)

Neuss. (EM) Die Länderspiele in der Slowakei der deutschen U25-Auswahl sind Geschichte. Ab sofort richtet sich in Deutschland der Fokus wieder auf die heiße Schlussphase in der DEL-Hauptrunde.

Extrem spannend ist es im Tabellenkeller. Insgesamt noch fünf Teams müssen um den Ligaverbleib bangen. Die Düsseldorfer EG (54 Punkte, Platz zehn) und die Nürnberg Ice Tigers (53 Pkt.) kämpfen aktuell mit einem kleinen Polster auf den letzten Platz eher um den zehnten Playoff-Platz, sind aber auch im Abstiegskampf noch nicht ganz aus dem Schneider.

Mittendrin statt nur dabei sind im sportlichen Existenzkampf die Löwen Frankfurt (49 Pkt., Platz 12), Augsburger Panther (48 Pkt.) und Schlusslicht Iserlohn mit 47 Zählern.

In den noch verbleibenden acht Spielen gilt es für alle Teams am Ende den letzten Platz nicht zu belegen und damit den Abstieg zu vermeiden. In Anbetracht der heiklen Tabellensituation wäre die Pre-Playoff-Teilnahme für den glücklichen Zehnten ein absoluter Bonus.

Wer sich am Ende rettet? Prognosen sind schwierig, weil die Ausgangslage bei allen Teams zu Saisonbeginn anders war. Bei der DEG träumte man von mehr als dem Viertelfinale. In Frankfurt sollten es möglichst erneut die Playoffs sein. Nürnbergs Ambitionen waren sicherlich auch eher im sorglosen Kampf um die Pre-Playoffs-Kampf angesiedelt. Augsburg hatte dagegen von Beginn als Letzter der Spielzeit 22/23 das klare Ziel Nichtabstieg. In Iserlohn wollte man ursprünglich auch ein junges ambitioniertes Team entwickeln. Vorteil der Roosters ist momentan möglicherweise, dass man sie schon abgeschrieben hatte und sie nun als Jäger doch noch im Endspurt eine völlig missratene Saison reparieren können. Herz, Kampf und Leidenschaft werden am Ende vermutlich entscheiden.

Hochspannend wird es also ab dem kommenden Dienstag zugehen. Beim Blick auf das Restprogramm sind noch insgesamt sieben direkte Duelle der fünf Abstiegskandidaten zu erkennen.

Das Restprogramm der fünf Abstiegskandidaten

 

DEG Ice Tigers Löwen Panther Roosters
Ingolstadt (A) Straubing (H) Köln (A) Berlin (A) Köln (A)
München (H) Iserlohn (A) Mannheim (H) Iserlohn (H) Nürnberg (H)
Wolfsburg (A) Schwenning. (H) Augsburg (H) Frankfurt (A) Augsburg (A)
Bremerhaven (A) Mannheim (A) Straubing (A) Wolfsburg (H) Straubing (H)
Köln (H) München (H) München (H) Mannheim (H) Berlin (A)
Nürnberg (A) Düsseldorf (H) Ingolstadt (A) Bremerhaven (A) München (H)
Augsburg (A) Wolfsburg (A) Iserlohn (H) Düsseldorf (H) Frankfurt (A)
Frankfurt (H) Ingolstadt (A) Düsseldorf (A) München (A) Schwenning. (H)

Der Letzte steigt nicht automatisch ab

Klar ist, dass der Tabellenletzte nach 52 Spieltagen erneut nicht automatisch absteigen wird. Es gilt dann, wie im letzten Jahr im Fall der Augsburger Panther, abzuwarten, ob aus der DEL2 sich eines der aufstiegsberechtigten Teams den Titel sichern kann. Nur der Meister der DEL2 ist aufstiegsberechtigt, wenn er vor der Saison unter anderem eine Bürgschaft über 816.000 Euro (Sicherheitsleistung für das Lizenzierungsverfahren in der DEL) hinterlegt hat. In dieser Spielzeit haben diese Summe Dresden, Bietigheim, Krefeld und Kassel hinterlegt. Sollte keiner dieser vier Anwärter Meister der DEL2 werden, dann bleibt der Letzte in der Liga. Wie schon in der letzten Saison führen die Kassel Huskies die DEL2 unangefochten an. Bietigheim als letztjähriger DEL-Absteiger muss um den Ligaerhalt bangen und spielt im Aufstiegsrennen keine Rolle mehr. Dresden und Krefeld kämpfen aktuell um die Teilnahme an den Pre-Playoffs.

Die Iserlohn Roosters konnten zuletzt aufholen – © Sportfoto-Sale (JB)


Harte Landung für die Absteiger in der DEL2

Mit Blick auf die sportlichen Entwicklungen der bisherigen Absteiger seit Wiedereinführung von Auf- und Abstieg mehren sich die Stimmen in der DEL, die Regelung zu überdenken. Die bisherigen sportlichen Absteiger aus Krefeld und Bietigheim laufen den eigenen Ansprüchen eine Führungsrolle im DEL-Unterhaus einzunehmen deutlich hinterher. Sie sind in der DEL2 alles andere als weich gelandet. Bislang ist es auch nicht gelungen die Anzahl der Anwärter für eine DEL-Bewerbung signifikant zu erhöhen. Um die Kooperation zwischen DEL und DEL2 entsprechend fortzusetzen, müsste der Kooperationsvertrag spätestens 2026 verlängert werden.

Die Klubs aus dem Oberhaus stört, dass der vermeintliche Absteiger viel zu spät Klarheit hat, für welche Liga er seinen Etat und Kader aufstellen muss. Aufgrund der stark abweichenden Zahl an Importspielern (9 dürfen in der DEL pro Spiel auflaufen, 4 in der DEL2) ist es für den Absteiger extrem schwierig auf dem deutschen Spielermarkt ab Ende April noch DEL2-Topspieler in entsprechend höherer Anzahl zu verpflichten. Umgekehrt entscheiden sich aufgrund der Unklarheit in Sachen Ligazugehörigkeit weniger Spieler für einen Verbleib oder Wechsel zum Tabellenletzten der DEL. Durch den Platz in der Warteschleife hat der Letzte einen klaren Nachteil gegenüber seinen Mitbewerbern. Nicht auszudenken wäre der theoretische Fall, dass ein aufstiegsberechtiger DEL2-Champion im Lizenzierungsverfahren keine DEL-Lizenz erhält und wohlmöglich auch alle Instanzen der Sportgerichtsbarkeit ausschöpft.

Sportlich wird von den Managern immer häufiger angeprangert, dass die abstiegsbedrohten Teams ihren jungen deutschen Spielern immer weniger Spielanteile in der Abstiegsnot zugestehen, wodurch die Entwicklung junger Talente auf DEL-Niveau oftmals kaum noch stattfindet.

Die Gelder von Ligasponsor Penny und die TV-Gelder der Telekom decken gerade bei den finanziell schwächeren DEL-Klubs einen nicht unerheblichen Teil des Etats. Ein Abstiegskandidat muss immer für beide Ligen unter Hochdruck planen. Ein Abstieg beinhaltet fast immer auch den Wegfall von Arbeitsplätzen innerhalb einer Organisation.

Auf der anderen Seite haben aber auch die Klubs aus der DEL2 Wünsche. Bislang sind die hohen Hürden für die DEL-Bewerbung für noch immer zu wenige Klubs zu meistern. So werden die Stimmen immer lauter, die Kapazitätsgrenze einer Spielstätte deutlich nach unten zu senken. Standorte wie Ravensburg oder beispielsweise Kaufbeuren haben aktuell keine Chance in die DEL aufzusteigen, weil ihre Hallen zwar modern, aber zu klein sind. Sie spielen um Die goldene Ananas.

Hinter vorgehaltener Hand ist gerüchteweise zu hören, dass man im DEL-Gesellschafterkreis in Erwägung zieht die Abstiegsregelung erneut auszusetzen oder zumindest die Sicherheitsleistung von aktuell 816.000 Euro deutlich zu erhöhen. Die Tür zur DEL könnte demnach wieder maximal nur einen Spalt offenstehen.

Denkmodelle für die Zukunft gab und gibt es immer wieder. Für eine Aufstockung der DEL mit einer dann regionalen Unterteilung in Nord und Süd wird es ebenso wenig ein Denkverbot geben, wie für eine schrittweise Anpassung der Importlizenzen in DEL und DEL2.

In den kommenden zwei Jahren gilt es also zwischen beiden Ligen wieder einmal viele Punkte zu besprechen und möglichst geräuschlos für die Öffentlichkeit zu klären.





3784
Bei Sprade-TV werden die Spiele der DEL2, aus den Oberligen Nord -und Süd, sowie ausgewählte Spiele der Bayernliga und Regionalliga live übertragen. Wie beurteilen Sie die Übertragungen von Sprade-TV nach Schulnoten?

Eishockey-Magazin

No comments so far.

Be first to leave comment below.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert