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Herne. (EM) In den letzten Monaten hat der Eishockeysport nach dem Abbruch der Saison durch die Corona-Pandemie an vielen Fronten zu kämpfen. Das ist... Herne: Mannschaft verzichtet auf einen Monat Gehalt – Hygienekonzept würde nur 300 Zuschauer erlauben – Scharfe Kritik am DEB
Herner EV

Hernes Mannschaft bedankt sich bei den Fans – © by Eishockey-Magazin

Herne. (EM) In den letzten Monaten hat der Eishockeysport nach dem Abbruch der Saison durch die Corona-Pandemie an vielen Fronten zu kämpfen. Das ist auch beim Nord-Oberligisten Herner EV nicht anders.

Am Freitag meldete sich Klub-Boss Jürgen Schubert mit einer Videobotschaft zu Wort. Und er hatte darin einiges zu verkünden. Positives, aber auch zumindest nachdenklich machende Neuigkeiten.
Nach der insgesamt sehr positiven Entwicklung in den letzten Jahren, feilt man beim HEV im Hintergrund daran die kommende Oberligasaison auf die Beine zu stellen. Viele nach wir vor offene Punkte sind noch abzuarbeiten, insofern das derzeit überhaupt möglich ist. Denn letztendlich hängt, wie in anderen Sportarten auch, vieles von der Entwicklung der Infektionszahlen ab.

Jürgen Schubert erklärte, dass in der vorletzten Woche gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Frau Adler ein Treffen zwischen Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Vertretern des Sports in Herne stattgefunden hat. „Wir mussten dort feststellen, dass unser erarbeitetes Konzept derzeit überhaupt keine Rolle spielt. Im Moment ist Stand der Dinge, dass die NRW Corona-Schutzverordnung es gar nicht zulässt mittels eines Konzeptes über eine Zuschauerzahl zu verhandeln. Das ist für uns ein elementar wichtiger Punkt. Sport ist wieder zugelassen, aber derzeit festgezurrt vor 300 Zuschauern“, so Schubert weiter.
Das wiederum dürfte auch für andere NRW-Klubs interessant sein. Insbesondere natürlich auch für die Eishockeystandorte Duisburg, Essen und Iserlohn, die ursprünglich über exakt baugleiche Hallen verfügen.

Hoffnung auf Unterstützung vom Land NRW

Mittlerweile hat man Kontakt zum Land NRW aufgenommen, um in Erfahrung zu bringen, ob es bei den in der kommenden Woche zu erwartenden Beschlüssen positive Veränderungen in dieser Hinsicht geben wird. Ebenso wurde angefragt, ob es – ähnlich dem Bundesprogramm, von dem nur DEL und DEL2 Klubs im Eishockey profitieren – finanzielle Unterstützung vom Land geben kann. In Herne hat man die Nichtbeachtung der Drittligisten in diesem Bundesförderprogramm mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, wo doch laut Schubert 90% der Spieler professionell ihren Sport betreiben. Vom Land NRW gibt es bislang aber keine Absichten einen solchen Fördertopf zu füllen, damit auch die Oberligisten ihren Schaden durch geringere Zuschauereinnahmen auffangen können. „300 Zuschauer sind nicht die Option, die wir uns vorstellen. Auf der anderen Seite sind wir gezwungen auch darüber nachzudenken“, erklärt Jürgen Schubert.

Scharfe Kritik am DEB

Kritik äußerte Hernes Geschäftsführer auch am Deutschen Eishockey Bund (DEB). „Von Anfang an laufen auch dort Gespräche. Für mich und viele meiner Kollegen aus unserer Liga, war der DEB unser Ansprechpartner, an dem wir uns versuchen zu orientieren. Wir hatten allerdings selten das Gefühl, dass wir dort in einem guten Hafen beheimatet sind. Ich finde das sehr schade. Kritische Gespräche sind nicht erwünscht. Die werden in der Regel auch falsch aufgefasst. Wir wollen niemandem etwas Böses, aber ich glaube wir sind erwachsen genug. Wir bezahlen relativ viel an Verbandsabgaben, dann sollten wir auch so mündig sein dürfen kritische Dinge zu äußern ohne dabei beleidigend oder persönlich zu sein. Das kommt da regelmäßig falsch an. Wir sehen da keinen Plan B, den wir von Anfang an fordern.“ Diesen Plan B erarbeitet man sich nun auch selbst beim HEV. Und weiter: „Das erarbeitete Hygienekonzept, aus dem wir uns ein paar Dinge auch herausgepickt haben, war für uns erstmal so nicht zu gebrauchen. Das ist auch nicht weiter schlimm. Das darf man so sagen, ohne dass es sofort irgendwelche Konsequenzen haben sollte.“

Lobende Worte findet Schubert für den Zusammenhalt in der Oberliga Nord, wo die Klubs nach seiner Meinung besser zusammenstehen, als jemals zuvor. Gleichzeitig drückt er den gefährdeten Klubs aus Leipzig und Hannover die Daumen und hofft, dass diese doch noch die Zulassung erhalten. Nach dem Rückzug der Reviernachbarn Essen und Duisburg in die Regionalliga wäre für den HEV vor allem ein Wegfall der Hannover Indians finanziell schmerzhaft.

Starkes Zeichen der Mannschaft durch Gehaltsverzicht

Der HEV arbeitet natürlich auch daran, wie man möglicherweise mit nur 300 zugelassenen Zuschauern kostendeckend an den Start gehen kann. Hierzu wurde beschlossen, dass die Mannschaft des HEV auf ein gesamtes Monatsgehalt verzichten wird. Trotz der bestehenden Verträge setzen die Spieler damit ein starkes Zeichen. Dadurch gewinnt der Klub mehr Zeit. Natürlich hegt man am Gysenberg die Hoffnung, dass sich in den kommenden Wochen die Rahmenbedingungen verändern und mehr Zuschauer verantwortungsbewusst zugelassen werden können.

Ziemlich sicher ist, dass in der Hannibal-Arena das Eis aufbereitet wird.

Verstärkung hat der HEV ebenfalls im Hintergrund gewonnen. In Zukunft will sich der Ruhrpottklub breiter und professioneller aufstellen. Im Marketing- und Sponsoring-Bereich hat HEV-Geschäftsführer Jürgen Schubert deshalb eine Kooperation mit „Sport Sponsoring Müller“ aus Kassel abgeschlossen. Inhaber Sebastian Maxim Müller arbeitet hier eng mit Ex-Nationalspieler Richard Mueller zusammen, der in diesem Frühjahr seine aktive Karriere beendet hat.

Bis es wirklich wieder um Tore und Punkte auf dem Eis geht, bleibt auch für den Herner EV noch viel zu tun.

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