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Mannheim (GK). Die Mannheimer Adler haben am Sonntagnachmittag in der SAP-Arena gegen den DEL-Spitzenreiter aus Hamburg mit 2:4 (1:1/1:3/0:0) Toren verloren. Die Hanseaten zeigten...
Premiere bei den Adlern: U20 Nationalverteidiger Dorian Saeftel - © by Eishockey-Magazin (GK)

Premiere bei den Adlern: U20 Nationalverteidiger Dorian Saeftel – © by Eishockey-Magazin (GK)

Mannheim (GK). Die Mannheimer Adler haben am Sonntagnachmittag in der SAP-Arena gegen den DEL-Spitzenreiter aus Hamburg mit 2:4 (1:1/1:3/0:0) Toren verloren. Die Hanseaten zeigten den Adlern dabei schonungslos auf, wo sie zurzeit stehen, nämlich auf einem Mittelfeldplatz. Die Nordmänner hingegen unterstrichen, dass die Vergabe der Deutschen Meisterschaft wohl nur über sie führen wird. Überragend wieder die 1. Sturmreihe der Freezers mit Jerome Flaake, David Wolf und Garrett Festerling, die an drei der vier Hamburger Toren beteiligt waren.

Die Hamburg Freezers waren körperlich robuster und präsenter als die Mannheimer. Wieder einmal zeigte sich, dass der Adler-Kader aus zu vielen, körperlich eher klein gewachsenen Techniker besteht und zu wenig physisch präsente Kämpfer und Brecher beinhaltet. Leute wie Simon Gamache, Jon Rheault, Frank Mauer oder Christoph Ullmann sind klasse Schlittschuhläufer und versierte Techniker, aber der bedingungslose, harte Fight vor dem gegnerischen Tor ist nicht ihr Ding. Lieber wollen sie den Puck ins Tor zaubern oder tricksen. Wohlgemerkt, auch solche Spieler braucht ein Team, um Erfolg zu haben, denn nur mit Indianern geht es auch nicht, aber eben nicht schließlich. Der Mix muss stimmen. Und hier hapert es in Mannheim.

Eine weitere Schwächen im Adler-Spiel ist weiterhin die mangelhafte Effizienz der Stürmer. Ihr Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. So schoss Mannheim 39 mal aufs Gehäuse der Freezers und erzielte zwei Tore. Die Hanseaten schossen 34 mal auf Mannheimer Tor und markierten vier Tore. Dies ist der Unterschied in der Effizienz, der letztlich über Sieg und Niederlage entscheidet. Hamburg war hier einfach cleverer und kaltschnäuziger.

Hinzu kommt bei Mannheim das grottenschlechte Überzahlspiel. Daran hat sich auch unter Hans Zach bisher wenig geändert. So erzielte Hamburg zwei seiner Tore bei jeweils einer 5:4 Überzahl. Mannheim hingen gelang nur bei 5:3 Feldspielern ein Tor.

Anerkennen muss hingen, dass der Einsatz bei den Cracks aus der Quadratestadt – mit Ausnahme des zweiten Drittels – gestimmt hat. Alle Spieler haben Motivation und Willen gezeigt.

Fazit: Die Adler sind in dieser Saison kein absolutes Spitzenteam, die Einschätzung von Hans Zach, er will mit der Mannschaft unter die ersten zehn kommen, ist (leider) realistisch.

Die Frage bleibt, ob Hans Zach so viel wird am Team verändern können, dass es zum großen Wurf reicht, also der Meisterschaft? Die richtige Ansätze sind da, ob es gelingt, daran sind Zweifel angebracht. Und vielleicht sollten Fans wie Adler-Organisation ihr Ziele vorerst einmal nach unten stufen. Wobei es natürlich von Hans Zach auch klug ist, den Druck von seinem Team zu nehmen und niedrige Ziele auszugeben.

Bilanz von Zach

Schaut man auf die nackten Zahlen, fällt die Bilanz von Hans Zach bisher bescheiden aus. Von fünf Spielen gingen drei verloren und nur zwei konnten gewonnen werden. Emotional hingegen hat es bereits einiges erreicht. Denn er bringt vieles auf den Punkt und äußert das, was viele nicht auszusprechen gewagt haben. So sagte er auf der Pressekonferenz, dass in Mannheim zwar immer davon gesprochen wird, ein Top-Favorit zu sein, doch hat man in den letzten sieben Jahren keinen Titel geholt. Vielmehr sei man nur einmal ins Endspiel gekommen. Und dies hätte man auch mit geringerem Aufwand haben können. Mit dem sechsten Platz würde Mannheim aktuell dort stehen, wo es leistungsmäßig hingehört. Was er von seinen Cracks nun erwartet ist Kampf, Feuer und Leidenschaft. Man müsse dem Gegner die Stirn bieten. Und zwar in jedem Spiel und bei jedem Spielstand. Ein Wohlfühloase könne es in Mannheim nicht geben. Loben hob er hier Dorian Saeftel hervor, der aufgrund der Verletzung von drei Stammverteidigern vom DNL-Team in die Mannschaft gerückt sei. Und er habe sein Sache gut gemacht und gekämpft. Nach dem Spiel habe er Dorian Saeftel gesagt, dass er auch im nächste Match spiele.

Hans Zach betonte auch, für ihn gebe es keine alten und jungen Spieler, keine Ausländer oder Inländer, sondern er würde alle Cracks mit dem gleichen Maßstab messen. Und dabei sei der Einsatzwille entscheiden.

Verletzt fielen bei Mannheim heute der Stürmer Kann Magowan soweid ie Verteidiger Florian Kettemer, Dennis Reul und Steve Wagner aus.

 

Zur Chronologie:

1. Drittel

Adler Kai Hospelt und Julian Jakobsen (rechts) im Zweikampf - © by Eishockey-Magazin (GK)

Adler Kai Hospelt und Julian Jakobsen (rechts) im Zweikampf – © by Eishockey-Magazin (GK)

Die Adler erwischten einen Blitzstart. Bereits nach 1:54 Minuten zappelte der Puck im Gehäuse der Hanseaten. Adler-Verteidiger Dominik Bittner hatte von der blauen Linie zum 1:0 abgezogen. In der Folge entwickelte sich ein tolles und von beiden Seiten offensiv geführtes Eishockey-Match, bei dem es eine Vielzahl von Torgelegenheiten vor beiden Toren gab. In der13. Minute war es dann Freezer-Verteidiger Mathieu Roy, der Überzahl der Hanseaten von der blauen Linie das 1:1 erzielte. Dann trafen die beiden Schiedsrichtern  Schütz und Zehetleitner eine Fehlentscheidung, als der Hamburger Verteidiger Druval Westcott den Mannheimer Jochen Hecht brutal bearbeitete, die Schiedsrichter aber beide hinausstellten. Hier wurde das Verursacherprinzip restlos außer acht gelassen. Ein ganz, ganz schwache Leistung der angeblich Unparteiischen. Die Hamburger auch in der Folge mit ihrem überharten Körpereinsatz, der mit Eishockey teilweise nur noch wenig zu tun hatte. Doch wanderte nun ein Hamburger nach dem anderen auf die Strafbank. Mannheim verstand es aber nicht, aus den insgesamt vier Überzahlsituation auch nur einen Treffer zu markieren. Dies zeigt auf, woran es bei Mannheim unter anderem hapert.

 

2. Drittel

Die Hanseaten drückt dem Abschnitt eindeutig den Stempel auf und stellten die Weichen in Richtung Sieg. Und dies auch, weil sie nun disziplinierte spielten. Zunächst aber war es Mannheim, das jubeln konnte, denn Jochen Hecht schoss in doppelter Überzahl direkt nach Wiederanpfiff den 2:1 Führungstreffer. Doch dann war es Hamburg, das die Partie dominierte. So erzielte in der 25.  Minute zunächst David Wolf in Überzahl den 2:2 Ausgleichstreffer. Und als Jerome Flaake in der 28. Minute die 3:2 für die Nordmänner markierte, nahmen diese endgültig die Zügel in die Hand. Nun war es Hamburg, das agierte und Mannheim nur mehr darauf reagierte. Die Freezers nun stets den berühmten Schritt schneller. Die Adler hingen verfielen wieder in ihre alte Krankheit und spielten viel zu kompliziert. Anstatt den schnellen Abschluss und den direkten Schuss zu versuchen, wurden Kringel gedreht, ständig quer gespielt und immer wieder hinters gegnerische Tor gefahren. Das 4:2 in der 30. Minute raubte den Adlern für den Rest des Abschnitts den Elan. Hamburg verwaltet jetzt geschickt die Führung. Mit dem 4:2 für die Nordmänner ging es in die Kabinen.

3.Drittel

Der letzte Abschnitt gaben die Adler dann noch einmal mächtig Gas und setzten zu einem Sturmanlauf an. Hamburg stand nun mehr in der Defensive und beschränkte sich auf Konter. Ein Tor wollte Mannheim aber zunächst nicht gelingen. Der Grund dafür war, dass Mannheim zwar bemüht war, aber ohne jede Effizienz. In der 48. Minute hatte Mirko Höfflin die wohl dickste Chance für die Adler, doch scheitete er knapp. Und so langsam rannte den Blau-Weiß-Roten die Zeit davon, ohne dass sie ein Tor erzielen konnten. Die Partie endet mit dem 4:2 für Hamburg.

 

 

Mannheim : Hamburg 2:4 (1:1/1:3/0:0)

Tore:  1:0 (01:54) Bittner (Plachta/Ullmann) – EQ; 1:1 (12:41) Roy (Wolf/Festerling) – PP1; 2:1 (20:12) Hecht (Sifers/Gamache) – PP2; 2:2 (24:41) Wolf (Flaake/Festerling) – PP1; 2:3 (27:45) Flaake (Roy/Festerling) – EQ; 2:4 (29:39) Dupuis (Roy/Oppenheimer) – EQ,

 

Strafen: Mannheim 8 Min – Hamburg  12 Min

Torschüsse: Mannheim 39  – Hamburg 34

Schiedsrichter: Schütz / Zehetleitner

Zuschauer: 12.000

 

Aufstellungen:

Mannheim: Endras (Brückmann) – Sifers, Saeftel, Vernace, Bittner, Goc, Fischer  – Reault, Hospelt, Hecht, Plachta, Buchwieser, Kink, Gamache, Ullmann, Lehoux, Arendt, Höfflin, El-Sayed, Mauer

Hamburg: Kotschnew (Caron) – Schmidt, Nielsen, Schubert, Westcott, Bettauer, Roy – Pettinger, Jakobsen,  Mitchell, Wolf, Festerling, Flaake, Krämmer, Dupuis, Oppenheimer, Möchel, Madsen

 

Three Stars:

*** Wolf (Hamburg)

**Hecht (Mannheim)

*Flaake (Hamburg)

 

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