Eishockey-Magazin

Eishockey News, Videos, Fotos, Stories – – – alles kostenlos

Köln. (EM) Sie sind eines, wenn nicht sogar das Aushängeschild in der Deutsche Eishockey Liga. Die Kölner Haie spielen in der größten Arena Deutschlands,... Haie funken SOS und wollen mit den #immerwigger Tickets kurzfristig bis zu eine Million Euro generieren – Tripcke bringt überraschenderweise „Geisterspiele“ ins Gespräch

Uwe Krupp, Haie Coach – Sportfoto-Sale (DR)

Köln. (EM) Sie sind eines, wenn nicht sogar das Aushängeschild in der Deutsche Eishockey Liga. Die Kölner Haie spielen in der größten Arena Deutschlands, haben einen der größten Bekanntheitsgrade aller deutschen Eishockeyklubs und sind längst eine echte Marke.

Durch die Corona Krise sind aber sehr dunkle Wolken über dem Trainingszentrum an der Gummersbacher Straße aufgezogen. Den Kölner Haien droht die Insolvenz.

Haie haben die größte Fallhöhe

Auf ihrer Webseite schreiben die Haie: „Die Entscheidungen der Politik stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Es ist uns nicht erlaubt, vor Zuschauern zu spielen. Unser Selbstverständnis ist es, Menschen mit unserem Sport zu begeistern, die Stadt Köln zu repräsentieren und Identität zu stiften. In der Konsequenz bedeutet das Zuschauer-Verbot, dass uns der bedeutendste Teil unserer wirtschaftlichen Grundlage entzogen wird. Weil wir die meisten Zuschauer haben, haben wir auch die größte Fallhöhe. In dem Moment, wo keine Zuschauer in der Arena zugelassen sind, verlieren wir 80 Prozent unserer Einnahmen (Kartenverkäufe, Fanartikelverkäufe in der Arena, Sponsoring-Anteile etc.).

Es ist uns dennoch gelungen, eine Perspektive zu entwickeln, mit der der Fortbestand der Kölner Haie als Traditionsstandort des deutschen Eishockeys möglich ist.“

So wurden mittlerweile die treuen Dauerkarteninhaber mit der Bitte um Unterstützung angeschrieben. Die Mannschaft verzichtet auf bis zu 60% ihrer Gehälter. Ebenso die Trainer und Mitarbeiter(innen) der Haie Organisation. Darüber hinaus bekennen sich die Gesellschafter und Sponsoren zum Eishockeystandort Köln.

In der kommenden Woche wollen die Domstädter Geisterspiel-Tickets, das sogenannte #immerwigger Ticket, verkaufen.

Durch die finanzielle Schieflage haben die Haie auch folgerichtig ihre Teilnahme am Magenta Sport Cup abgesagt.

Der Aufruf der Haie geht natürlich auch nicht an der Kölner Prominenz vorbei. NHL-MVP Leon Draisaitl, Entertainer Oliver Pocher, Rapper Mo-Torres, Sterne-Koch Mario Kotaska und FC-Verteidiger Noah Katterbach zeigten ihre Zuneigung zu den Haien demonstrativ mit einem #immerwigger Shirt.

#immerwigger Tickets sollen eine Million Euro in die klamme Kasse spülen

Der Kölner Express erläutert, dass die Haie rund eine Million Euro durch den Verkauf von #immerwigger Tickets generieren möchten. 100.000 Tickets zum Stückpreis von jeweils zehn Euro sollen helfen die größte Not zu lindern.
„Es sind aktuell schwere Zeiten, es geht um den Fortbestand des Kölner Eishockeys. Wir können momentan keinen verantwortungsvollen Saisonstart abbilden“, wird Geschäftsführer Philipp Walter im Express zitiert.
Die kommenden Wochen werden also entscheidend für den Eishockeystandort Köln mit seinem Aushängeschild, der Profimannschaft, aber auch mit all den Nachwuchsteams der Junghaie, die mit am Tropf der Haie hängen.
Der extrem hohe Inzidenzwert in Köln (136,78) schmälert zudem die Hoffnung, dass bei einem möglichen Saisonstart am 18. Dezember Zuschauer in der LanxessArena Eishockeyspiele besuchen dürfen.

Einen Blick nach vorne wagte auch Haiecoach Uwe Krupp im Express TV. Er kündigte an, dass sich das Gesicht des Teams etwas verändern wird. Zukünftig wird man verstärkt auf Kölner Talente setzen, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen oder sich auch schon in der DEL2 bewiesen haben.

Eishockeyfans zeigen sich erschrocken, aber auch hilfsbereit

Nachdem bekannt wurde, dass die Haie in großen Finanznöten stecken, wurde auch in den sozialen Netzwerken erst einmal heftig diskutiert. Allerdings zeigte sich der überwiegende Teil der Eishockeyfans einerseits erschrocken, aber auch hilfsbereit. Getreu dem Motto „in den Farben getrennt, aber im Eishockey vereint“ signalisierten unter anderem auch viele Anhänger der Westrivalen aus Düsseldorf, Krefeld und Iserlohn ihre Unterstützung. Eine DEL ohne Haie ist für viele trotz der Rivalität nicht denkbar.

Tripcke bringt nun Geisterspiele ins Spiel

Ein Umdenken scheint es indes bei DEL Geschäftsführer Gernot Tripcke zu geben. „Wir müssen mit Spielen ohne Zuschauer rechnen, was wir bislang immer ausgeschlossen hatten“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke im Interview der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Auf welcher wirtschaftlichen Basis dieses Umdenken basiert ist unklar. Verständlicherweise möchte die Liga zurück ins Rampenlicht. Allerdings deutet die Tatsache, dass lediglich acht der 14 Klubs am Magenta Sport Cup teilnehmen darauf hin, dass längst nicht alle gewillt sind sehenden Auges ins wirtschaftliche Elend zu rennen. Die Uhr tickt sicherlich nicht nur in Köln unerbittlich.
Man darf gespannt sein, wieviele DEL Klubs am Ende des Tages wirklich an einem Strang ziehen werden.

Eishockey-Magazin

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.