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Augsburg. (JR) Der Norddeutsche David Amort hat am Timmendorfer Strand mit dem Eishockey begonnen. Um seine sportliche Entwicklung voranzutreiben, hat er im Nachwuchs schon... „Habe gelernt, wie wichtig es ist eine tragende Rolle im Team zu spielen“ – David Amort (20) verbindet Studium & Eishockey und möchte sich in der Oberliga weiterentwickeln

David Amort in Aktion – © Privat

Augsburg. (JR) Der Norddeutsche David Amort hat am Timmendorfer Strand mit dem Eishockey begonnen.

Um seine sportliche Entwicklung voranzutreiben, hat er im Nachwuchs schon einige Stationen hinter sich gebracht. Dabei spielte er unter anderem vier Jahre im Nachwuchs der Eisbären Berlin. Zur Saison 2020/2021 wechselte er nach Augsburg. In der vergangenen Saison spielte er seine letzte Saison im Nachwuchs und durfte auch schon vier Spiele beim EV Lindau absolvieren. Wir haben David Amort ein paar Fragen zu ihm, zur abgelaufenen Saison und zu seiner Zukunft gestellt.

Eishockey-Magazin (EM) / Jörg Reich (JR): Hallo Herr Amort, vielen Dank, dass wir Ihnen ein paar Fragen stellen dürfen!
Die Saison 2021/2022 war ihre letzte Saison im Nachwuchsbereich. Wie zufrieden waren Sie mit der für Sie persönlich sicherlich sehr wichtigen Spielzeit 2021/2022?

David Amort: Ich war mit meiner letzten Saison im Gesamten betrachtet sehr zufrieden, da ich mich sportlich nochmals weiterentwickeln konnte und von den Trainern viel Vertrauen bekommen habe. Unter anderem wurde ich knapp die Hälfte der Saison als Verteidiger eingesetzt, wodurch ich auf dieser Position nun gewisse Erfahrung habe und das Spiel aus einer anderen Sichtweise kennenlernen und spielen konnte.

E-M /J. R.: Sie sind vor zwei Jahren von den Eisbären Berlin nach Augsburg gegangen. Was waren die Gründe dafür?

David Amort: Zum einen bin ich wegen meines Studiums der Medizintechnik nach Augsburg gekommen, da mir die berufliche Ausbildung neben dem Sport sehr wichtig ist und ich hier eine gute Option sah, beides miteinander zu verbinden. Zum anderem war mein erstes Jahr in der DNL sportlich gesehen nicht ganz einfach für mich.
Infolgedessen sah ich meine sportliche Zukunft nicht mehr in Berlin und suchte nach einem neuen Verein. Da ich bis dato viel positives bezüglich der Entwicklung des Nachwuchsbereiches in Augsburg gehört hatte, welche sich auch in den Tabellen der vergangenen Saisons widerspiegelte, war Augsburg der einzig sinnvolle Schritt für mich.

E-M /J. R.: Wo liegen die Unterschiede zwischen den Nachwuchsabteilungen Berlin und Augsburg? Wie kann man die beiden Nachwuchsstandorte vergleichen? Welche Vorzüge hat Berlin, welche Augsburg?

David Amort: In Berlin hat man den Vorteil, dass man durch die Lage der Eishalle (Sportforum Hohenschönhausen) viele verschiedene Trainingsmöglichkeiten hat, welche auch sehr gut genutzt werden. Dazu kommen auch neue Einrichtungen, wie z.B. die neue Schusshalle, welche die Nachwuchsarbeit ein Stück vorantreiben wird. Ebenso ist das Internat in Anbindung mit der Sportschule SLZB eine sehr gute Möglichkeit junge Sportler/-innen bereits im jungen Alter zu fördern, ohne dass die schulische Bildung vernachlässigt wird.
Mein erster Eindruck von Augsburg war, das alles ein bisschen kleiner, allerdings mindestens genauso professionell und organisiert gehandhabt wird wie in Berlin. Außerdem wirkte es für mich ein bisschen familiärer als in Berlin, gerade weil alles ein bisschen kleiner war. Ich finde, dass die Kommunikation in dem Verein von Anfang sehr gut funktioniert hat, was für mich ein sehr wichtiger Punkt war. Ein Vorteil gegenüber Berlin ist wahrscheinlich, dass man in der Umgebung mehr Vereine hat, bei denen man evtl. als junger DNL-Spieler erste Erfahrungen im Erwachsenenbereich sammeln oder nach der Nachwuchszeit diese als Anlaufstelle nutzen kann.

E-M /J. R.: Wie würden Sie ihre persönliche Entwicklung in den vergangenen Jahren beschreiben. Konnten Sie sich sportlich wie erhofft weiterentwickeln?

David Amort: Da ich im Schüler-Bereich der Eisbären Berlin sowohl während der Saison als auch in den Meisterschafts-Turnieren eine tragende Rolle spielen konnte und im letzten Schülerjahr in der DNL-Mannschaft spielen und auch Punkte erzielen konnte, kam es für mich überraschend, dass sich mein erstes eigentliches DNL-Jahr sehr schwierig gestaltete. Ich bin generell jemand, der ein bisschen Zeit braucht, um sich an seine Umgebung zu gewöhnen, obwohl ich meistens schnell den Anschluss finde, weshalb sich das erste Jahr in Augsburg auch als ein schwieriges herausstellte. Ich denke, dass ich mich dennoch in den ersten DNL-Jahren sportlich weiterentwickeln konnte, wahrscheinlich am meisten im mentalen Bereich. Im letzten Jahr konnte ich dann meine erhofften Leistungen auf das Eis bringen, auch dank der Trainer, die mir das Vertrauen gegeben haben. Dadurch konnte ich jetzt in dem letzten Jahr nochmal einen guten Schritt vorwärts bezüglich meiner spielerischen Fähigkeiten auf dem Eis, als auch im athletischen Bereich machen.

E-M /J. R.: Wie verlief die vergangene Saison für das U20-Team des Augsburger EV insgesamt? Welche Rolle hatten Sie persönlich im Team? Wie war das Niveau des Teams?

David Amort: Die Saison war, denke ich, nicht ganz einfach für das Team und für den Verein, was auch unter anderem mit dem Trainerwechsel zu Weihnachten zusammenhing. So ein Trainerwechsel kann bei einem Team ein bisschen was durcheinanderwerfen, weil einige Spieler evtl. bei dem neuen Trainer dann eine andere Rolle im Team spielen als vorher. Glücklicherweise hat unser Co-Trainer Torsten Fendt und der Verein in der Übergangsphase dann sehr gute Arbeit geleistet, wodurch der neue Trainer (John Miner) sehr zeitnah mit dem Team arbeiten konnte.
Ich persönlich wurde viel als Allrounder und Arbeiter eingesetzt. Wie bereits erwähnt, habe ich ca. die Hälfte der Spiele als Verteidiger bestritten, da das in der Vorbereitung gut funktioniert hat. Heiko Vogler hat mich dadurch immer mal wieder auf der Position eingesetzt. Ich durfte viel Unterzahl spielen, was meine Rolle ganz gut widerspiegelt. Ich gelte als sehr schneller Spieler, der sehr diszipliniert um jede Scheibe kämpft, was mir manchmal fehlt, ist die nötige Coolness, um dann auch zu punkten.
Das Niveau des Teams war sehr hoch. Vor der Saison konnten sehr gute und auch viele talentierte junge Spieler geholt werden, die das Team auch die kommende Saison sehr weit bringen können. Wir hatten eine gute Mischung aus jungen und alten Spielern, wodurch das Team sehr vielseitig war.

David Amorts Karriere in Zahlen

E-M /J. R.: Sie sind mit jungen Jahren bereits von zu Hause ausgezogen, um die bestmögliche sportliche Entwicklung zu nehmen. Nehmen Sie uns doch kurz mit auf ihren Stationen im Nachwuchsbereich? Wie war ihr Werdegang vom Beginn am Timmendorfer Strand? Welche Stationen folgten?

David Amort: Angefangen habe ich mit ca. 4 Jahren beim EHCT Timmendorfer Strand und dort bis zu den Knaben, also bis zu meinem 12 Lebensjahr gespielt. Danach bin ich auf Empfehlung meines damaligen Trainers (Marc Vorderbrüggen) aus Timmendorf mit meiner 2 Jahre älteren Schwester Hanna nach Füssen auf das Internat Hohenschwangau gegangen und habe eine Saison für den EV Füssen gespielt. Da ich noch sehr jung war, evtl. zu jung, haben mich meine Eltern nach der Saison wieder nach Hause nach Lübeck geholt, wo ich dann für ein Jahr für die Hamburg Freezers in der Schüler-Bundesliga aufgelaufen bin. Anschließend bin ich meiner Schwester nach Berlin zu den Eisbären Berlin Juniors gefolgt, für die ich dann 4 Jahre auf dem Eis stand. Der AEV war dann meine letzte Station im Nachwuchs.

E-M /J. R.: Sie konnten vergangene Saison vier Spiele für den EV Lindau in der Oberliga Süd bestreiten. Sicherlich eine wichtige Erfahrung für Sie?

David Amort: Ja, das war sicherlich ein sehr guter Schritt und eine sehr gute Möglichkeit für mich, um mal zu sehen, wie in der Oberliga, bzw. im Erwachsenenbereich gespielt wird. Ein solcher Schritt ist meiner Meinung nach für jeden Nachwuchsspieler ein sehr großer und Wichtiger für seine weitere Entwicklung und für seine weiteren Entscheidungen. Außerdem ist sowas auch immer eine gute Chance sich für die nächste Saison zu empfehlen.

E-M /J. R.: Zur Saison 2022/2023 folgt nun der Wechsel in den Erwachsenenbereich. Welche Ziele verfolgen Sie im Eishockey kurz- und langfristig gesehen?

David Amort: Für die nächsten 1-2 Jahre habe ich mir vorgenommen, mich in der Oberliga weiterzuentwickeln, von den Erfahrungen der älteren Spieler zu lernen und diese in mein Spiel zu integrieren. Langfristig gesehen möchte ich schauen, wie weit ich in dem Sport kommen kann, als realistisches Ziel strebe ich die DEL 2 an.

E-M /J. R.: Haben Sie bereits einen neuen Verein für die kommende Saison gefunden? Werden Sie als Profi spielen bzw. streben Sie eine Profikarriere an?

David Amort: Eine Profikarriere ist, denke ich, jedermanns Kindheitstraum und so ist es auf jeden Fall auch bei mir. Ich bin momentan noch in Gesprächen und habe aktuell noch keinen Vertrag unterschrieben. Andererseits habe ich auch durch meine Erfahrungen in Berlin gelernt, wie wichtig es ist, eine tragende Rolle im Team zu spielen, für die Mannschaft wichtig zu sein, Spaß am Spiel zu haben. Dann steht die Frage nach einem Profivertrag in einer möglichst hohen Liga möglicherweise nicht an erster Stelle.

E-M /J. R.: Wie sehen Sie die generelle Entwicklung im Nachwuchsbereich des Deutschen Eishockeys? Spürt man eine positive Entwicklung? Was sollte sich Ihrer Meinung nach verbessern?

David Amort: Ich finde, dass die Qualität und die Quantität der deutschen Spieler eine sehr positive Entwicklung in den letzten Jahren genommen haben. Das kann man auch daran sehen, dass immer mehr junge deutsche Spieler in den höchsten kanadischen oder amerikanischen Nachwuchsligen spielen oder wie Tim Stützle und Moritz Seider bereits im jungen Alter eine führende Rolle in ihren Teams einnehmen. Auch hier in Deutschland spielen immer mehr junge Spieler in den Profiligen und können hier überzeugen. Dennoch finde ich, dass Deutschland noch mehr daransetzen muss, junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu fördern und da verstehe ich ehrlich gesagt nicht, warum man z.B. die Anzahl der Kontingentspieler in der Oberliga für die kommende Saison wieder auf drei erhöht hat. Ich denke, dass in der DNL unzählige junge Spieler mit viel Potential spielen, denen man die Chance geben könnte, sich in der Liga zu einem guten Spieler zu etablieren.

E-M /J. R.: Wie sind Sie zum Eishockey gekommen und wie sehen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten für junge Spieler im Nachwuchs in Norddeutschland? Haben Sie noch Kontakt zum Club am Timmendorfer Strand?

David Amort: Meine beiden älteren Geschwister spielen beide Eishockey, wodurch es nur eine Frage der Zeit war, wann ich anfangen würde. Ich glaube, dass ich nicht lügen würde, wenn ich sage, dass eine Ausbildung wie ich sie bei den anderen Vereinen erlebt habe, bei uns im Norden nicht so einfach möglich ist. Durch die geringe Vereinsdichte hat man bereits im Kleinstschüleralter extrem weite Anfahrtswege zu den Turnieren, zudem können oft nur die großen Vereine eine ausreichende Mannschaftsstärke gewährleisten, ansonsten ist man auf Spielgemeinschaften angewiesen.
Im Norden sind einfach andere Sportarten präsenter, man kann z.B. sehr gut Handball bei uns spielen. Ich sehe dennoch auch bei meinem Heimatverein eine positive Entwicklung in der Nachwuchsarbeit. Vor Corona habe ich ein, zweimal mittrainiert und da ist mir das sehr positiv aufgefallen, wie die derzeitigen Trainer mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten und das auch immer wieder Oberligaspieler auf dem Eis standen, um den Kindern Tipps zu geben. Seit Corona hatte ich leider keinen wirklichen Kontakt mehr zu dem Verein und war auch persönlich nicht mehr vor Ort.

E-M /J. R.: Herr Amort, vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet haben!

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