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Köln. (EM) Wenn in der Penny DEL die sogenannten Top-Klubs Spieler verpflichten, dann steht in deren Vita häufig, wann sie gedraftet wurden, wieviele NHL-Spiele... Europakarriere über den „zweiten Bildungsweg“: Wechselt Zach Osburn nach Deutschland?

Zach Osburn – © Max Pattis

Köln. (EM) Wenn in der Penny DEL die sogenannten Top-Klubs Spieler verpflichten, dann steht in deren Vita häufig, wann sie gedraftet wurden, wieviele NHL-Spiele sie bestritten haben und wieviele Titel sie schon gewonnen haben.

Es gibt aber auch immer wieder Spieler, die nie gedraftet wurden, keine NHL-Erfahrung haben und quasi über den „zweiten Bildungsweg“ den Sprung in die Liga schaffen. So ein Spieler könnte Zach Osburn (27) sein, der zuletzt in der tschechischen Extraliga spielte und nun mit einem Wechsel nach Deutschland in Verbindung gebracht wird..

Erste Schritte bei Honeybaked

Zach Osburn wurde am 7. Februar 1997 in Plymouth im US-Staat Michigan geboren. Seine Ausbildung auf dem Weg zum Eishockeyprofi genoss der 1,80 Meter große und 82 Kilogramm schwere Verteidiger zunächst bei Honeybaked, eine renommierte Eishockeyschule aus dem wenige Kilometer von Plymouth entfernten Detroit. In der Saison 2013/14 wechselte Osburn zur U18-Mannschaft von Victory Honda und gab zudem für Indiana Ice sein Debüt in der USHL (4 Partien). Im darauffolgenden Sportjahr heuerte der Rechtsschütze bei den Chicago Steel ebenfalls in der USHL an und kam in 54 Partien auf 16 Skorerpunkte (8 Tore).

Zu Beginn der Saison 2015/16 wagte Zach Osburn den Sprung in die NCAA. Er kam beim Universitätsteam von Michigan unter und bestritt in vier Spielzeiten 141 Partien für seinen Klub (54 Punkte). Sein Teamkollege 2018/19 war übrigens Wojciech Stachowiak. In seinem Rookie-Jahr wurde er ins Big Ten All-Rookie Team gewählt. In der Saison 2018/19 bestritt Osburn eine Partie für die Milwaukee Admirals in der AHL – eine Erfahrung, die er im darauffolgenden Jahr mit Stockton Heat im Rahmen von fünf weiteren AHL-Einsätzen wiederholen durfte.

Leistungsträger bei den Kansas City Mavericks in der ECHL

Die Saison 2019/20 bestritt Zach Osburn aber zum Großteil bei den Kansas City Mavericks in der ECHL und wurde dank seiner überzeugenden Leistungen in das All-Star-Team einberufen. Auch in der darauffolgenden Spielzeit blieb er dem Klub aus dem Bundesstaat Missouri treu. In insgesamt 94 Spielen sammelte der Verteidiger nicht weniger als 53 Punkte (14 Tore) für die Kansas City Mavericks.

In Europa Step by Step verbessert

Danach folgte der Wechsel nach Europa zu den Rittner Buam, wo sich Osburn im blau-roten Dress für höherklassige Ligen empfehlen konnte. In der Alps Hockey League, wo sich unterhalb der multinationalen ICEHL viele Talente tummeln, und erste Erfahrungen sammeln, gelangen ihm 46 Scorerpunkte in 47 Ligaspielen. Das blieb den Scouts der europäischen Klubs natürlich nicht verborgen. In der Saison 22/23 schlug er seine Zelte in der Slowakei beim HK Dukla Michalovce auf und verteidigte in der mit hauptsächlich einheimischen Spielern zusammengestellten Mannschaft vor dem ehemaligen Bayreuther Goalie Tomas Vosvrda. Mit 31 Punkten (14 Tore, 17 Assist) wurde er dort als Verteidiger Topscorer seines Teams in der Hauptrunde. Sein Coach dort war der auch in Deutschland (Kaufbeuren, Bremerhaven) bekannte Tom Coolen (70). In der Liga traf er auch auf das damals von Doug Shedden betreute Team des HC Banska Bystrica. Shedden dürften die guten Leistungen Osburns sicherlich nicht verborgen geblieben sein. In der letzten Saison jagte Osburn in der tschechischen Extraliga zunächst für Mlada Boleslav und dann kurz nach dem Jahreswechsel für Kometa Brno dem Puck nach. In Brno nahm er den Platz des finnischen Verteidigers Alex Lintuniemi ein. Für Zach Osburn war es ein Wechsel vom Schlusslicht der Liga zu einem Top-4-Team.

Folgt nun der Wechsel nach Deutschland

Der Name von Zach Osburn fiel in Verbindung mit einem Wechsel nach Deutschland vor einigen Tagen am Rande einer Tagung in Süddeutschland. Nun erhärten sich die Indizien, da er den Iserlohn Roosters in den sozialen Medien folgt, was in der Vergangenheit sehr häufig ein Indiz für einen Wechsel war. Iserlohns Headcoach Doug Shedden, neben Axel Müffeler Kadergestalter der Sauerländer, dürfte Osburn aus der Zeit in der Slowakei kennen und wissen welche Qualitäten er mitbringen kann. Die Roosters haben bislang sieben Importlizenzen vergeben und planen mit zehn „Imports“ in die Saison zu gehen. Ein Tryout könnte auch möglich sein.

Rittens Sportdirektor Adolf Insam beschrieb ihn 2021 wie folgt: „Er ist ein ausgezeichneter Schlittschuhläufer, der sich sehr flink bewegt. Ich denke, dass er uns in allen Belangen extrem weiterhelfen kann – sei es in der Defensive, wenn es gilt den Gegner von unserem Tor auf Distanz zu halten, sei es in der Offensive, wo er dank seiner Schnelligkeit für viel Gefahr sorgen kann. Auch im Powerplay oder Penalty-Killing kann ihn Coach Santeri Heiskanen mit Sicherheit gut einsetzen“.

Osburn hat offiziell noch keinen neuen Klub für die Spielzeit 24/25 und wäre also noch zu haben. Mit seinem bisherigen Karriereweg in Europa und seinen erst 27 Jahren scheint er längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen zu sein. Man darf gespannt sein, wer sich die Dienste des US-Amerikaners sichert.




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