Rheine. (DR) Es war kurz vor 22 Uhr am Sonntag Abend, als die Schlusssirene ertönte und der Jubel in der Eissporthalle an der Kopernikusstraße keine Grenzen mehr kannte, alle Dämme brachen, und wie üblich nach erfolgreichen Finalserien Ausrüstungsgegenstände der siegreichen Mannschaft wild durch die Gegend flogen. Zum ersten Mal holte sich mit dem ESC Rheine „Ice Cats“ also ein Team aus dem Münsterland den Titel in der Landesliga NRW!
In der „Best of three“ Serie besiegte der ESC den EC Bergisch Land mit 2:0. Das erste Spiel in Solingen war trotz des 5:1 Sieges noch viel enger, als es das Endergebnis zeigte: der ECBL spielte in den ersten beiden Drittel deutlich besser als die Ice Cats, die erst gegen Ende des Spiels ihre bis dahin knappe Führung deutlich ausbauen konnten. Im 2. Finalspiel am Sonntag in Rheine war schon deutlich zu sehen, daß die Gastgeber einige Spieler mehr zur Verfügung hatten, und daher auch viel mehr Energie aufs Eis bringen konnten, und diese Partie mit einem deutlichen und verdienten 6:1 nach Hause brachten. Das bedeutete den Seriensieg und die Meisterschaft des ESC Rheine!
Einen kleinen, faden Beigeschmack gab es aber dennoch nach dem Spiel. Sehr enttäuscht zeigte sich die Mannschaft, daß sich niemand aus dem Hause des EHV NRW zu einer Siegerehrung in Rheine blicken ließ. Man hätte doch wenigstens mit einer Geste, einer kleinen Gratulation von Seiten des Verbandes gerechnet und sich mit den über 600 Fans in der Halle darüber sehr gefreut. Scheinbar ist das Interesse an den Clubs der Landesliga beim Verband nicht wirklich vorhanden. Sehr schade!
Gefeiert wurde Teamintern dennoch die ganze Nacht.
Finale trotz schwierigem Saisonstart
Dabei sah es zu Saisonbeginn gar nicht so optimal aus beim ESC. Man startete mit einem recht kleinen Kader in die Saison. Viele Spieler waren durch Verletzungen noch nicht einsatzbereit. Sieg und Niederlage wechselten sich ab, im November gab es gar drei Niederlagen am Stück. ESC-Kapitän Alexander Zimbelmann dazu: „Als die angeschlagenen Spieler dann nach und nach zurück kamen, war im Team eine große Motivation zu spüren. Alle hatten Bock, die Trainingsbeteiligung war sehr hoch, und zu den Spielen hatten wir dann oft 3-4 Reihen aufzubieten.“ Am Ende der Hauptrunde stand ein zweiter Tabellenplatz zu Buche. Rein ging es ins Playoff Halbfinale gegen den TSVE Bielefeld. Dieser wurde ebenfalls mit dem 2:0 Seriensieg in die Sommerpause geschickt.
Ein Aufstieg in die Regionalliga NRW ist derzeit nicht machbar
Sportlich hätte der ESC das Recht auf den Aufstieg in die Regionalliga West, sollte man in einer weiteren „Best of three“ Serie den letzten der Regionalliga (wahrscheinlich Neusser EV) besiegen. Dieser Aufstieg kommt aber für die Rheinenser derzeit gar nicht in Frage. Hierzu noch einmal Zimbelmann, der die Strukturen des Clubs ganz genau kennt: „Dafür bräuchten wir mindestens fünf bis zehn neue Spieler, die auf dem höheren Level mitspielen können. Anders können wir gegen Teams wie Essen, Ratingen, Diez-Limburg, Wiehl, etc. nicht mithalten. Um diese Spieler zu holen, fehlt uns leider das Geld.“ Außerdem könnten es die meisten der Spieler auch zeitlich nicht stemmen neben Beruf und Familie. Trainer Robin Bilman indes verkundete auf der Siegesfeier, dass er auch in der nächsten Saison an Bord bliebe. Auch an der Basis des Clubs tut sich einiges. So spielen mittlerweile über 40 Kinder in Nachwuchsteams. Somit wächst der ESC Rheine im 10. Jahr seines Bestehens langsam aber weiter.
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