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Berlin. (TWL) Wenn die Eisbären Berlin in die Playoffs kommen, werden sie im Viertelfinale sicherlich nicht gegen Wolfsburg spielen wollen. Gegen den Angstgegner aus... Es bleibt dabei: Die Grizzlys liegen den Eisbären Berlin so gar nicht – 2:3 Niederlage in der Overtime

(L-R) Kai Wissmann (Berlin), Mathis Olimb (Wolfsburg) und Mathias Niederberger (Berlin) – © Marco Leipold/City-Press

Berlin. (TWL) Wenn die Eisbären Berlin in die Playoffs kommen, werden sie im Viertelfinale sicherlich nicht gegen Wolfsburg spielen wollen.

Gegen den Angstgegner aus der Autostadt konnten die Eisbären in dieser Saison noch kein einziges Spiel gewinnen. Nach dem 0:1 und 4:6 in Wolfsburg und der 2:3 Heimniederlage in der letzten Woche gab es auch am gestrigen Abend mit 2:3 erneut eine Niederlage.

Die Berliner spielten ohne die Verletzten Zengerle, Labrie und Fiore. Dafür gab – nach fast einem Jahr Pflichtspielpause!- der 29jährige kanadische Neuzugang Simon Depres in der Verteidigung sein Debut an der Seite von Ryan McKiernan. Depres hat bereits 222 mal in der NHL für die Pittsburgh Penguins und die Anaheim Ducks gespielt.

Unter den Zuschauern war auch Bundestrainer Toni Söderholm, der im ersten Drittel eine überlegene Berliner Mannschaft sah, die nach zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur wollte. Eisbären-Stürmer Boychuk mit dem One-Timer, Kapitän Hördler´s Schuss an den Innenpfosten. Ein Mega-Move vom Berliner Lukas Reichel, der immer stärker wird, aber ohne erfolgreichen Abschluss (10:57).
Die ersten Minuten gehörten ganz den Hauptstädtern. Die Wolfsburger konterten, aber sie verdaddelten ihre Schüsse selbst in 3 gegen 1-Situationen. Die Goalies Niederberger (Berlin)und Pickard (Wolfsburg) hatten einiges zu tun, aber alles unter Kontrolle. Auffällig war, wie hart das Spiel war. Jeder Check wurde gnadenlos zu Ende gefahren. Nach dem ersten Drittel stand es 0:0.

Im zweiten Drittel nutzten die Grizzlys dann eine Unaufmerksamkeit der Berliner. Grizzlys-Stürmer Anthony Rech kam vor Eisbären-Goalie Niederberger völlig frei zum Schuss. Die Wolfsburger führten plötzlich 0:1 (22.14). Die Berliner waren wie gelähmt. Das nutzten die Wolfsburger eiskalt aus. Strafzeit Berlin, der Wolfsburger Verteidiger Melchiori mit einem Schuss von der blauen Linie, Garrett Festerling fälschte ab, 0:2 (28:01). Die Wolfsburger bestimmten das Spiel. Die Eisbären waren im zweiten Drittel zum Teil harmlos, mit vielen Fehlpässen und oft einen Schritt zu langsam. Dann etwas Hoffnung für die Hauptstädter. Powerplay der Eisbären. Noebels zu Reichel, der mit einem schönen Pass Boychuk bediente, 1:2 (37:17).

Im dritten Drittel spielten dann nur noch die Eisbären. Es wurde ein Gang hochgeschaltet. Der Tabellenerste der Gruppe Nord spielte jetzt aggressiver und viel schneller. Die Eisbären pressten mit drei, vier Spielern im Drittel der Wolfsburger, die kaum aus ihrer Hälfte rauskamen. Dann auch der verdiente Ausgleich der Berliner. Eisbären-Verteidiger Jonas Müller schoss aufs Tor, Wolfsburg-Goalie Pickard parierte, den Abpraller knallte der Nationalmannschafts-Verteidiger dann zum 2:2 rein (43:37). Sein mittlerweile fünftes Tor. Dabei blieb es bis zum Schluss.

Es ging in die Overtime. Eine Strafzeit für den Wolfsburger Stürmer Pekka Jormakka konnten die Eisbären nicht nutzen. Dafür nutzte Jormakka – von der Strafbank zurück – einen Puckverlust von Noebels und überwand Niederberger im 1 gegen 1. Der vielumjubelte Siegtreffer der Wolfsburger zum 2:3. Großer Frust der Eisbären über die vierte Niederlage gegen die Grizzlys. Anschließend gab es noch Rudelbildung. Da sind dann nochmal viele Emotionen hochgekocht. Es war ein glücklicher Sieg der Wolfsburger, aber gegen Wolfsburg darf man halt keine großen Fehler machen.
In der Pressekonferenz nach dem Spiel fand auch Wolfsburg-Trainer Pat Cortina, dass die Grizzlys dieses Spiel etwas glücklich gewonnen hatten. Vor allem im ersten und letzten Drittel sah er die Berliner klar vorne. Aber die Punkte nahmen die Wolfsburger natürlich mit.

Eisbären-Trainer Aubin war enttäuscht, dass die Berliner wieder nicht gewinnen konnten. Zum Spiel sagt er: „Im ersten Drittel konnten wir viele Chancen nicht nutzen. Wir sind dann nach den zwei Gegentoren gut zurückgekommen und haben ein sehr gutes drittes Drittel gespielt. Die Niederlage ist Teil des Prozesses. Die Wolfsburger hatten auch mit Chet Pickard einen sehr starken Torhüter.“

Die Eisbären müssen jetzt nach drei Niederlagen am Donnerstag nach Bremerhaven. Wolfsburg mit dem achten Sieg nacheinander. Am Donnerstag geht es gegen Krefeld.

Jubel bei den Grizzlys – © Sportfoto-Sale (TWL)

Stimmen und Statistik

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Mit dem Ergebnis bin ich natürlich nicht zufrieden, aber unser Einsatz hat mir gefallen. Im ersten Drittel hatten wir gute Chancen, konnten daraus aber leider kein Kapital schlagen. Im Mitteldrittel wurde Wolfsburg deutlich stärker und konnte mit zwei Toren in Führung gehen. Mit ihrer starken Verteidigung haben sie uns das Leben schwergemacht. Unser Powerplay hat uns dann zurück ins Spiel gebracht, sodass wir uns im Schlussabschnitt auch deutlich mehr Chancen erarbeiten konnten. Chet Pickard hat heute wieder sehr gut gehalten. In der Verlängerung konnten wir unser Powerplay leider nicht nutzen. Aber auch aus diesem Spiel können wir einiges Positives mitnehmen.“

Simon Després (Verteidiger Eisbären Berlin): „Die Mannschaft hat ihren Charakter gezeigt, als wir uns nach dem 0:2-Rückstand wieder zurückgekämpft haben. Wir hatten auch noch Chancen, das Spiel zu gewinnen, aber Respekt an Wolfsburgs Torhüter. Er hat sehr gut gespielt heute und einige großartige Paraden gezeigt. Trotz der Niederlage habe ich aber viele gute Dinge gesehen, darauf müssen wir aufbauen. Wir sind eine gefährliche Mannschaft und ich bin stolz, ein Teil von ihr zu sein. Ich habe mich sehr gut gefühlt. Vielen Dank an meine Teamkollegen, sie haben super gespielt und es mir so leichtgemacht.“

Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin): „Schade, dass wir verloren haben. Wir haben auch heute wieder gute Chancen rausgespielt und auch im Powerplay konnten wir wieder treffen. Es ist ärgerlich, dass wir in der Verlängerung keinen Treffer erzielen konnten. Im Großen und Ganzen haben wir ganz gut gespielt und wir haben nicht besonders viele Chancen zugelassen. Auch bei Rückständen sind wir in der Lage, uns ins Spiel zurück zu kämpfen. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass wir die Spiele dann auch noch gewinnen.“

Endergebnis:
Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 2:3 n. V. (0:0, 1:2, 1:0, 0:1)
Aufstellungen:
Eisbären Berlin:
Niederberger (Ancicka) – McKiernan, Després; Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C); Mik – White, Boychuk, Hänelt; Foucault, Olver, Tuomie; Pföderl, Reichel, Noebels; Dietz, Streu, Kinder – Trainer: Serge Aubin
Grizzlys Wolfsburg: Pickard (Strahlmeier) – Likens, Melchiori; Bittner, Button; Bruggisser, Möser; Adam – Machacek, Festerling, Fauser; Hungerecker, Nijenhuis, Busch; Görtz, Järvinen, Furchner (C); Jormakka, Olimb, Rech – Trainer: Pat Cortina

Tore:
0:1 – 22:14 – Rech (Jormakka, Olimb) – EQ
0:2 – 28:01 – Festerling (Melchiori, Rech) – PP1
1:2 – 37:17 – Boychuk (Reichel, Noebels) – PP1
2:2 – 43:37 – Müller (Pföderl, Reichel) – EQ
2:3 – 64:12 – Jormakka – EQ
Strafen: Eisbären Berlin: 4 (0, 2, 0, 2) Minuten – Grizzlys Wolfsburg: 10 (0, 4, 2, 4) Minuten
Schiedsrichter: Aleksi Rantala, Christopher Schadewaldt (Wayne Gerth, Jonas Merten)

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