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Mittenwald. (MK) Am Sonntag gehen Sie aus, die Lichter in der Eissporthalle Mittenwald. Die Geschäftsführerin der Arena Mittenwald, Jutta Mayer, wird in eine Pressemitteilung... Energiekosten erdrückend! Arena Mittenwald schließt am Sonntag – Crowdfunding gestartet, Arbeitskreis sucht eine nachhaltige Lösung

Eissporthalle Arena Mittenwald – © Sportfoto-Sale (MK)

Mittenwald. (MK) Am Sonntag gehen Sie aus, die Lichter in der Eissporthalle Mittenwald.

Die Geschäftsführerin der Arena Mittenwald, Jutta Mayer, wird in eine Pressemitteilung damit zitiert, dass man im August bereits eine Steigerung der Energiekosten (350.000 Kwh Erdgas; 220.000 Kwh Strom wurden beschafft) um 266% auf 32.000 Euro bewerkstelligen musste. Eine Verdreifachung des Eispreises lasse mit Blick auf das Jahr 2023 keinen Betrieb zu. Folglich schließt die Halle am kommenden Sonntag. Vorerst, ob und wann es zu einem Neustart kommen kann, wagt in der aktuellen Lage niemand zu prognostizieren.

Die Gemeinde Mittenwald, im herrlichen Karwendel gelegen, hatte den Betrieb mit 56.000 Euro unterstützt, was mittlerweile nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt. „Eine beschissene Zeit“, wird Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) in der Heimatzeitung, dem Garmisch Partenkirchener Tagblatt, zitiert. Die Aktiven und ganz besonders die Kinder verlieren am Sonntag also ihre sportliche Heimat. Eine Entscheidung, die – so bitter sie auch ist – aus rein wirtschaftlicher Sicht alternativlos ist.

In der Mittenwalder Halle haben viele Kinder ihre ersten Gehversuche auf dem Eis unternommen. Die Söhne von Geschäftsführerin Jutta Mayer haben es vom Ausgangspunkt Mittenwald sogar zu einer beachtlichen Eishockeykarriere geschafft. Vincenz Mayer brachte es auf über 200 DEL-Spiele und der ältere Bruder Max Mayer spielte einige Jahre in der Oberliga für den Nachbarn SC Riessersee. Stephan Wilhelm (39, ehemaliger U20 Nationalspieler und früher für die Hannover Scorpions, Straubing, Wolfsburg, Essen, Riessersee aktiv) ließ beispielsweise nach 17 Profijahren seine Karriere beim EV Mittenwald ausklingen. Der EVW wurde über die Jahre auch zu einem Auffangbecken für Spieler aus der Region, die ihren Profitraum nicht leben konnten, aber die Liebe zum Eishockey weiterleben wollten.

© Arena Mittenwald


Mittenwalder kämpfen für den Erhalt ihrer Halle

Die Mittenwalder haben indes den Kampf um ihre Halle aufgenommen. Mit einem Crowdfunding will man versuchen bis zum 24. November die Summer von 100.000 Euro durch Spenden aufzutreiben. Ob diese Summe dann ausreichen würde, um den Betrieb direkt wieder aufzunehmen, bleibt zumindest abzuwarten. Es wäre aber zumindest ein Startkapital für eine Wiederaufbereitung im kommenden Jahr. Und wie heißt es immer so treffend: „Wer nicht kämpft, kann auch nicht gewinnen“.

In Mittenwald selbst musste man 2017 schon den ersatzlosen Abriss des Schwimmbades hinnehmen. Nun will man den befürchteten Verlust einer weiteren Freizeitaktivität im beliebten Urlaubsort vermeiden.

Unterdessen hat sich auch laut Merkur ein Arbeitskreis zum nachhaltigen Erhalt der Halle gebildet. Darunter Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD), Birgit Morgan als frisch wiedergewählte Vorsitzende des EKV Mittenwald, Benedikt Zunterer (CSU) – Spieler und Zweiter Vorsitzender des EV Mittenwald sowie Gemeinderatsmitglied – und Christoph Seitz, Vater eines EVM-Nachwuchsspielers.
Hier möchte man möglichst viele Optionen bezüglich eines Betreibermodells abwägen. Die einfachste Variante wäre freilich, einen neuen Betreiber zu finden, der entsprechend finanzkräftig die Halle übernimmt. Die Gerüchteküche unterm Karwendel brodelt zwar, aber ein konkreter Name ist bislang nicht aufgetaucht. Somit sollte man dieser Variante zumindest vorerst wohl nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken.

Das angelaufen Crowdfunding ist unter folgendem Link zu finden: https://www.fairplaid.org/eisstadion

Zahlreiche Standorte versuchen möglichst viel Energie einzusparen

Mittenwald ist allerdings beileibe kein Einzelfall. An vielen Standorten wurde die Eisaufbereitung im Sommer schon nach hinten verschoben. Ratingen war hier zumindest medial aufgrund der schwierigen Vorbereitung des Regionalligisten Ice Aliens sehr präsent.

Bad Tölz, Darmstadt, Schönheide, Geretsried … Die Liste ließe sich noch um einige Standorte verlängern, an denen die Eisaufbereitung verschoben wurde. An praktisch allen Orten versucht man Energie einzusparen und Mehreinnahmen zu generieren. Sei es durch erhöhte Eintrittspreise, mehr Energieeffizienz, Teilschließungen von Neben-Eisbahnen oder durch eine vorgezogene Schließung im Frühjahr.

In jedem Fall sind die Entscheidungen schweren Herzens gefallen. Gerade der Eissport-Nachwuchs hatte schon während der Corona-Zeit viele Entbehrungen hinnehmen müssen. Die Auswirkungen nach Corona- und Energiekrise sind noch nicht absehbar. Die Zukunft ist mehr denn je ungewiss.

Fotostrecke Eisstadion Arena Mittenwald

Eissporthalle Arena Mittenwald
Eissporthalle Arena Mittenwald - © Sportfoto-Sale (MK)
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