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Berlin. (twl) Es ist Crunchtime. Im Basketball bedeutet die Crunchtime die Phase am Ende des Spiels, die entscheidend für den Ausgang ist. In der... Eisbären Berlin lassen Schwenninger Wild Wings beim 6:2 keine Chance

Luis Benzing von den Wild Wings und Nino Kinder von den Eisbären – © Marco Leipold/City-Press

Berlin. (twl) Es ist Crunchtime. Im Basketball bedeutet die Crunchtime die Phase am Ende des Spiels, die entscheidend für den Ausgang ist. In der DEL sind es die letzten Spiele in der Hauptrunde, um sich für die Play-offs zu qualifizieren.

In der Gruppe Süd sind Mannheim, München und Ingolstadt durch. Schwenningen (43 Punkte, 1.34 PPG (Punkte pro Spiel) kämpft in den verbleibenden sechs Spielen mit Straubing (41 Punkte, 1.28 PPG) und Augsburg (41 Punkte, 1.28 PPG) um den letzten Platz für die Play-offs.

In der Nord-Gruppe sind die Berliner und Bremerhavener durch. Um die restlichen zwei Play-off-Plätze streiten sich mit Wolfsburg (46 Punkte, 1.438 PPG), Iserlohn (43 Punkte, 1.433 PPG), Düsseldorf 44 Punkte, 1.375 PPG) und Köln (41 Punkte, 1.281 PPG) gleich vier Mannschaften.

Die Eisbären – nach enttäuschenden Niederlagen gegen Red Bull München – wollten Wiedergutmachung. Schwenningen hoffte – nach ihrem bitteren 3:5 in Wolfsburg – auf verunsicherte Eisbären und Punkte in Berlin.

Die Eisbären begannen diesmal mit dem 20jährigen Tobias Ancicka im Tor. Stammgoalie Matthias Niederberger konnte seinen Frust über die heftige 0:5 Niederlage gegen München auf der Bank verdauen. Die Eisbären starteten in den ersten Minuten wie die Feuerwehr. Eisbär Lukas Reichel hinter dem Schwenninger Tor, Pass in den Slot und sein Team-Kollege Marcel Noebels knallte den Puck zum 1:0 rein (4:12). Zwei Minuten später alles umgekehrt, toller Backhand-Pass von Noebels in den Slot. Diesmal vollendete Reichel zum 2:0. Die Eisbären-Super-Reihe (Noebels, Reichel und Pföderl) knipste wieder!

Dann schalteten die Hauptstädter einen Gang zurück und die Schwenninger einen Gang hoch. Co-Produktion der Schwenninger Zwillingsbrüder, Tyson Spink auf Tyler Spink, der den Eisbären-Goalie Ancicka schön umkurvte und zum 2:1 verkürzte ((9:54).
Danach ein Aufbau-Fehler der Berliner, Maximillian Hadraschek von den Wild Wings hatte sich die ersten beiden Tore der Berliner genau angeschaut, passte ebenfalls von hinten in den Slot, sein Teammate Daniel Pfaffengut schoss zum 2:2 Ausgleich (14:21). So ging es dann auch in die Drittelpause.

Im zweiten Drittel erst einmal fünf Minuten Fehlpass-Festival. Dann passte Eisbär-Stürmer Kris Foucault auf Parker Tuomi, der aus kurzer Entfernung zum 3:2 für die Berliner erhöhte (25:17). Ein paar Sekunden später der Berliner Jonas Müller nach einem Pass von Zach Boychuk mit einem satten Schlagschuss und seinem sechsten Saison-Tor zum 4:2. Schwenningens Goalie Patrik Cerveny musste dann verletzt raus. Debutant Luis Benzing ging ins Tor. Mit einem 4:2 für die Berliner ging es ins letzte Drittel.

Die Hauptstädter spielten im letzten Drittel im Verwaltungsmodus. Dann flog der Puck vor dem Schwenninger Tor durch die Gegend und Eisbären-Stürmer Zach Boychuk netzte mit einem schönen Baseball-Schlag zum 5:2 für die Berliner ein. Zum Schluss machte Matt White noch ein Empty-Net-Goal zum 6:2. Die Schwenninger konnten nur im ersten Drittel mithalten, ansonsten war das zu wenig, vor allem defensiv. Die Eisbären zeigten eine gute Reaktion, man merkte ihnen aber die zwei Schlappen gegen München auch manchmal an.

Die Eisbären Berlin – © Sportfoto-Sale (TWL)

Da es bald in die Play-Offs geht, hier dann auch unsere best of three des Spiels:
1. Die Bank der Schwenninger fast immer stehend, immer anfeuernd. ein toller Teamspirit.
2. Die Super-Reihe der Eisbären trifft wieder. 6 Punkte gab es gestern. Nach leiser Kritik gaben Noebels, Pföderl und Reichel bei ihren Toren zum 1:0 und 2:0 wieder die richtige Antwort.
3. Der Berliner Goalie Tobias Ancicka spielt mit seinen 20 Jahren eine tolle DEL-Saison. Mit seinen Lehrmeistern (Ex-Eisbären-Goalie Petri Vehanen in Rauma, Finnland) und jetzt mit Matthias Niederberger entwickelt er sich zu einem tollen Torhüter und das rasend schnell.

Dies bestätigte auch Eisbären-Coach Serge Aubin auf unsere Nachfrage: „Tobias arbeitet sehr hart, auch abseits des Eises. Er verbessert sich immer weiter, hat die richtige Einstellung und mit Matthias Niederberger einen tollen Mentor. Er bekommt Spielpraxis. Das ist sehr wichtig für einen jungen Goalie. Er ist auf dem richtigen Weg.“

Zudem fragten wir Schwenningens Coach Niklas Sundblad, was sein Team machen muss, um im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Straubing und Augsburg den begehrten vierten Paly-off-Platz zu ergattern.
Sundblad dazu: „Wir müssen Spiele gewinnen, gut defensiv stehen und keine Gegentore kassieren. Wir bekommen im Schnitt zu viele Gegentore. Es wird sehr eng, wahrscheinlich wird das erst am letzten Spieltag entschieden. Deshalb müssen wir punkten.“

Am Samstag können die Schwenninger wieder punkten. Allerdings wird es nicht leicht, denn es geht in Schwenningen dann wieder gegen die Eisbären.

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Nach der Niederlage gestern ging es uns heute um Wiedergutmachung. Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen und die beiden frühen Treffer waren gut fürs Selbstvertrauen. Die Gegentore resultierten aus kleinen Fehlern unsererseits. Das Mitteldrittel war ausgeglichen und durch die beiden Treffer kam unser Selbstbewusstsein auch zurück. Das ist ein gutes Signal für die nächsten Tage. Jetzt müssen wir wieder regenerieren, am Wochenende stehen direkt wieder lange Auswärtsfahrten mit schweren Spielen an.“

Eric Mik (Verteidiger Eisbären Berlin): „Es war wichtig, dass wir heute gewonnen haben. Das war die richtige Antwort nach den beiden Niederlagen gegen München. Heute haben wir wieder auf die Details geachtet und härter gearbeitet. Vorne haben wir unsere Chancen genutzt. In der Verteidigung haben wir den Gegner so gut es ging vom Tor ferngehalten. Wenn doch einmal etwas durchkam, stand Tobias Ancicka parat. Wir sind froh über die drei Punkte und müssen so weitermachen.“

Zach Boychuk (Stürmer Eisbären Berlin): „Die beiden Partien gegen München waren enttäuschend. Daher ist dieser Sieg heute sehr bedeutend. Wir wollten unser Selbstvertrauen zurückgewinnen, das ist uns gelungen. Wir haben von Anfang an stark gespielt und Tobias Ancicka hat super gehalten. Nach der letzten Durststrecke ohne Tore war es für unser Selbstbewusstsein sehr wichtig, dass sowohl meine Reihe als auch die Noebels-Reichel-Pföderl-Reihe wieder getroffen haben. Am Samstag wird es wieder ein sehr hartes und körperbetontes Spiel gegen Schwenningen. Sie brauchen jeden Punkt für die Playoff-Qualifikation und wir wollen unsere Tabellenführung verteidigen. Zudem ist die Eisfläche in Schwenningen kleiner.“

Endergebnis:
Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings 6:2 (2:2, 2:0, 2:0)
Aufstellungen:
Eisbären Berlin:
Ancicka (Niederberger) – Müller, Ramage (A); Hördler (C), Wissmann (A); Després, McKiernan – White, Boychuk, Fiore; Noebels, Reichel, Pföderl; Foucault, Olver, Tuomie; Mik, Kinder, Dietz – Trainer: Serge Aubin
Schwenninger Wild Wings: Cerveny (ab 26. Benzing) –Brückner, Fischer; Yeo, Robak (A); Huß, Kristensen –Tyson Spink, Tylor Spink, Bassen; Turnbull (C), Bourke, Thuresson; Pfaffengut, Hadraschek, Möchel; A. Weiß (A), D. Weiß, Cerny; Schiemenz – Trainer: Niklas Sundblad

Tore:
1:0 – 04:12 – Noebels (Reichel, Pföderl) – EQ
2:0 – 06:31 – Reichel (Noebels, Pföderl) – EQ
2:1 – 09:56 – Tylor Spink (Tyson Spink, Brückner) – EQ
2:2 – 14:21 – Pfaffengut (Hadraschek) – EQ
3:2 – 25:17 – Tuomie (Foucault, Mik) – EQ
4:2 – 25:58 – Müller (Boychuk, White) – EQ
5:2 – 48:31 – Boychuk (Fiore, White) – EQ
6:2 – 56:35 – White (Mik, Wissmann) – EQ, EN

Strafen: Eisbären Berlin: 12 (4, 4, 4) Minuten – Schwenninger Wild Wings: 4 (2, 0, 2) Minuten
Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Marian Rohatsch (Maksim Cepik, Nikolaj Ponomarjow)

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