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Berlin. (TWL) Parker Tuomie wechselte in dieser Saison zu den Eisbären Berlin und hat dort einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben . Der 25 jährige deutsche Nationalspieler... Eisbär Parker Tuomie: „Wir sind die Eisbären Berlin, wir müssen uns auch vor Mannheim und München nicht verstecken“

Parker Tuomie – © Sportfoto-Sale (DR)

Berlin. (TWL) Parker Tuomie wechselte in dieser Saison zu den Eisbären Berlin und hat dort einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben .

Der 25 jährige deutsche Nationalspieler spielte vorher an der Minnesota State University in den USA. Er durchlief alle Nachwuchsnationalteams in Deutschland und debütierte in der Saison 2018/19 in der A-Nationalmannschaft. Parker Tuomie hat bisher in dieser Saison sechs Tore und sechs Assist erzielt. Er hat eine Plus-Minus-Statistik von +9.

Wir haben uns mit ihm über die Meisterschafts-Chancen der Eisbären und seine persönlichen Ziele unterhalten. Zudem wollten wir wissen, wie er seine Chancen sieht bei der WM in der Nationalmannschaft zu spielen und warum die Familienzusammenführung mit Papa Tray, dem Augsburger Cheftrainer, bisher kein Thema war.
Funfact: Tuomie spielte bereits 2009/10 für das Schüler-Bundesliga-Team der Eisbären Juniors zusammen mit z.B. Eisbären Verteidiger Jonas Müller.

Das Interview führte Thomas Wisniewski-Lüke

TWL/EM: Die Eisbären spielen bisher eine sehr gute Saison. Sie sind mit klarem Abstand die Nr. 1 in der Nord Gruppe der DEL. Nach einem holprigen Start haben sie jetzt neun Punkte Vorsprung auf den Zweiten Bremerhaven. Wie zufrieden bist Du mit der Saison?

Parker Tuomie (P.T.): Sehr zufrieden bis jetzt. Ich glaube, dass man in jeder Saison durch Höhen und Tiefen geht. Wir hatten auch schon unsere kleinen Patzer, hier und da. Aber über die ganze Saison gesehen spielen wir sehr konstant und verbessern uns auch täglich im Training. Man merkt, dass man an etwas arbeitet, zum Beispiel unser Powerplay oder unser Unterzahl-Spiel, und es besser wird. Wir hatten ja am Anfang der Saison Probleme im Unterzahlspiel. Das haben wir jetzt auch verbessert. Es ist ein Prozess, der die ganze Saison andauert. Wir haben es aber bis jetzt immer geschafft, uns zu verbessern und die Siege einzufahren.

TWL/EM: Du hast gesagt, Eure Specials-Teams haben sich gesteigert. Ihr spielt jetzt auch konstanter. Was macht die Eisbären sonst noch so stark?

P. T.: Ich glaube, die Tiefe in unserem Kader spielt auch eine große Rolle. Natürlich haben wir unsere Großen mit Marcel (Red.: Noebels), Leo (Red.: Pföderl) und Lukas (Red.: Reichel), die konstant ihre Punkte machen. Aber auch die anderen drei Reihen, die vorne spielen, sind konstant gut. Jede Reihe produziert viel Gutes. Das zeichnet natürlich eine gute Mannschaft aus, wenn man drei gute Verteidigungspaare und vier gute Sturmreihen hat.

TWL/EM: Was ist möglich diese Saison? Vor allem wenn man jetzt in den Süden schaut? Wo geht die Reise hin mit den Eisbären?

P. T.: Ich glaube, wir müssen uns vor keiner Mannschaft verstecken. Wir wissen, was für eine Klasse wir in der Mannschaft haben und wie stark unsere Spieler sind. Ich glaube deshalb, dass wir auf einem guten Weg sind. Natürlich werden wir jetzt bei den Spielen gegen die Mannschaften aus der Süd-Gruppe sehen, wo wir wirklich stehen. Da werden wir – glaube ich – auch noch stärkere Konkurrenz haben. Aber wir müssen uns vor keiner Mannschaft verstecken. Wir haben natürlich die höchsten Ziele. Wir wollen mit den Eisbären wieder den Meistertitel holen. Wir sind die Eisbären Berlin. Wir müssen uns auch vor Mannheim und München nicht verstecken. Wir sind mit München und Mannheim auf der gleichen Augenhöhe. Wir wollen den Titel holen und alles dafür geben.

Ich möchte mehr Ruhe in mein Spiel bringen

Parker Tuomie – © Sportfoto-Sale (JB)

TWL/EM: Am Mittwoch hast Du in Köln einen Doppelpack gemacht. Bisher hast du sechs Tore geschossen, sechs Assist gemacht, also insgesamt 12 Punkte. Du hast eine Plus-Minus-Statistik von +9. Das ist Deine erste Saison bei den Eisbären. Wie zufrieden bist Du mit Deiner Leistung?

P. T.: In den letzten zehn Spielen bin ich echt zufrieden mit meinem Spiel. Ich fühle mich bei den Spielen immer wohler. Ich spiele auch immer konstanter. Am Anfang war es noch etwas holprig bei mir und ich war auch nicht so gut. Aber in den letzten Spielen habe ich das Gefühl, dass mir das Spiel immer besser liegt. Das zeigt sich an den Punkten. Mir geht es aber vor allem darum, konstant zu spielen – und alles dafür zu tun, dass die Mannschaft Erfolg hat!

TWL/EM: Was hat denn am Anfang nicht so gepasst?

P. T.: Ja, da gab es schon viele Dinge. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, wenn man vom Junior Hockey kommt, in meinem Fall College Hockey, und dann zu den Profis. Dann habe ich in den USA auf einer kleineren Eisfläche gespielt, in der DEL dann auf der großen Eisfläche. Mir fehlte die Abgeklärtheit und die Erfahrung, die die Spieler in der DEL schon haben. Die Extra-Sekunden, um noch einen guten Play zu machen. Ich war am Anfang noch etwas zu unruhig und wollte zu viel zu schnell. Jetzt bin ich etwas ruhiger in meinem Spiel. Ich schaffe es jetzt, mehr Spielzüge zu machen, meine Mitspieler besser zu sehen und auch die Scheibe mal selber abzudecken.

TWL/EM: Du hast im Durchschnitt eine Eiszeit von fast 13 Minuten. Bist Du damit zufrieden? Oder könnte es mehr sein?

P. T.: Man muss sich die Eiszeit auch verdienen. Darauf will ich hinarbeiten. Ich möchte weiterhin konstant gut spielen. In den letzten Spielen hat sich meine Eiszeit auch sehr erhöht. Das habe ich mir auch verdient durch meine Arbeit im Training und in den Spielen. So sollte es auch sein. Wenn man seine Leistung nicht bringt und trotzdem viel Eiszeit bekommt, dann ist es auch nicht richtig. Deswegen konstant weiterspielen. Dann wird sich das mit den Minuten von selber regeln.

TWL/EM: Woran musst Du noch arbeiten? Was kann noch verbessert werden? Bei der Schnelligkeit bist du ja schon relativ weit vorne.

P. T.: Ich möchte mehr Ruhe in mein Spiel bringen. Wenn ich die Scheibe bekomme, mehr Zeit haben, den Kopf hochzunehmen, Spielzüge zu machen. Und auch mal mein Tempo verändern. Nicht immer auf „100 km/h“ laufen, wie ich es am Anfang gemacht habe. Sondern meine Schnelligkeit variieren und dadurch auch besser in Szene kommen.

TWL/EM: Deine Reihe mit Sebastian Streu und Mark Olver hat bisher 29 Punkte erzielt, Sie wird immer stärker. Wie ist die Aufteilung? Warum klappt es besser?

P. T.: Es funktioniert sehr gut. Mark (Red.: Olver) kann man immer etwas fragen. Er gibt einem auch Tipps zwischen den Wechseln. Sebo (Red.: Sebastian Streu) und ich bringen dann etwas Frische rein. Ich glaube, dass wir sehr gut füreinander arbeiten. Wir sehen, wenn einer nach vorne geht, dann wartet der Zweite ab. Wir kommunizieren viel miteinander, sind immer positiv. Wir sind auf einem echt guten Weg und wollen uns auch weiterhin verbessern.

TWL/EM: Du hast bei den Eisbären einen 2-Jahresvertrag unterschrieben. Du bist noch ein junger Spieler. Tim Stützle spielt in der NHL bei den Ottawa Senators, Lukas Reichel wird bald zu den Chicago Blackhawks gehen. Wie ist Deine Karriereplanung? Wie groß ist die Sehnsucht zurück in die USA/ in die NHL zu gehen?

P. T.: Erst mal einen Schritt nach dem anderen! Ich muss mich bei den Eisbären, in der DEL, jeden Tag verbessern. Für mich ist es wichtig, mit den Trainern eng zusammenzuarbeiten und mein Spiel weiter zu verbessern. Dann wird man sehen, wo der Weg hingeht. Der Traum in die NHL zu gehen lebt natürlich. Aber erst einmal muss ich von Tag zu Tag denken, besser werden und bei den Eisbären alles geben.

TWL/EM: Eine Frage zu den jungen Spielern in der DEL. Viele DEL-Klubs haben in den letzten Monaten trotz Gehaltsverzicht aufgrund der Coronakrise Kontingentspieler nachverpflichtet. Wird die Absicht vieler Klubs, gerade in dieser Saison verstärkt auf junge deutsche Spieler zu setzen, dadurch noch konsequent genug umgesetzt?

P. T.: Man kann das von beiden Seiten sehen. Ich verstehe auch die Manager, Kontingentspieler zu holen. Wenn die anderen Mannschaften stark sind, will man sich auch selbst verstärken, um den Schritt in die Playoffs zu schaffen. Aber man will auch mit den jungen, deutschen Spielern spielen.
Vielleicht fallen ein paar Plätze für junge deutsche Spieler weg. Aber wenn man die Liga weiterhin verbessern will und die starken Spieler dazu holt, ist das auch gut für die jungen deutschen Spieler. Die können dann auch auf dem höchsten Niveau spielen. Das hat man ja zum Beispiel auch bei Timmy (Red.: Stützle) letztes Jahr und Lukas Reichel dieses Jahr gesehen Die spielen in der DEL auf einem sehr hohen Niveau und gehen dann in die NHL und sind dann bereit. Wenn man nur junge Spieler spielen lässt, würde das Niveau nicht erreicht werden.

Das deutsche Eishockey muss sich nicht verstecken

Parker Tuomie – © Sportfoto-Sale (DR)

TWL/EM: Du hast einige Länderspiele gemacht, warst auch beim Deutschland-Cup dabei. Im Mai wird die WM in Riga, in Lettland sein. Der Konkurrenzkampf ist sehr groß. Wie groß sind Deine Chancen?

P. T.: Ich bin natürlich in dem Pool der Spieler drin und spreche auch manchmal mit Toni (EM: Söderholm, Bundestrainer). Auch die Agenten und Trainer sprechen ja mit Toni.
Im Moment weiß man aber nicht, wo man wirklich steht. Mit meiner Spielweise wird sich das bis kurz vor dem Turnier erst herauskristallisieren. Ich muss weiterhin meine Arbeit machen, meine Leistung bringen, mich hier verbessern, damit der Bundestrainer sieht, dass ich bei den Eisbären in einer Top-Mannschaft spiele. Hoffentlich reicht es dann am Ende.

TWL/EM: Die Deutschen haben eine schwere Gruppe: USA, Kanada, Finnland, Lettland… Was wird das Ziel sein?

P. T.: Das deutsche Eishockey muss sich nicht verstecken. Wir haben gegen jede Mannschaft eine Chance. Wir müssen mit der richtigen Mentalität in die Spiele gehen und mit dem Selbstvertrauen, dass wir die Spiele gewinnen können. Und dann kann alles passieren. Die Jahre zuvor haben gezeigt, dass man viel erreichen kann. So möchten wir ja auch spielen.

Ich wollte meinen Weg selber einschlagen

TWL/EM: Am 21.3. gibt es ein besonderes Spiel?

P. T.: Ja, wir spielen gegen die Augsburger Panther.

Trainer und „Papa“ Tray Tuomie – © Sportfoto-Sale (DR)

TWL/EM: Dein Vater Tray Tuomie ist Trainer in Augsburg. Wie ist das für Dich?

P. T.: Ich freue mich auf jeden Fall. Erstmal wird es schön sein, ihn wieder zu sehen und mit ihm zu quatschen. Das ist ein besonderer Moment, ihn auf der anderen Bank stehen zu sehen und gegen seine Mannschaft zu spielen. Darauf haben wir lange gewartet und oft drüber gesprochen.

TWL/EM: Gibt er Dir Tipps?

P. T.: Wir telefonieren natürlich täglich. Wir haben ein ganz normales Vater-Sohn-Verhältnis und reden natürlich nicht nur über Eishockey. Nach meinen Spielen sprechen wir darüber, was man besser machen kann. Aber er lässt natürlich meine Coaches die Coaches sein, die mich tagtäglich trainieren. Hier und da gibt er mir aber kleine Tipps, was ich besser machen könnte, was ihm aufgefallen ist.

TWL/EM: War die Familienzusammenführung mit Papa Tray nie ein Thema oder ganz bewusst keine Option?

P. T.: Ich glaube, für den ersten Schritt war es keine Option. Ich wollte meinen Weg jetzt selber einschlagen. Auf meinen eigenen zwei Beinen stehen. Und nicht, dass ich bei meinem Papa spiele. So etwas kann gut gehen, muss aber nicht. Ich wollte schon meinen eigenen Weg gehen. Und bin auch echt zufrieden, dass ich das so gemacht habe. Man sollte aber nie Nie sagen. Das wird sich dann aber schon ergeben oder nicht.

TWL/EM: Vielen Dank für das Interview.

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Angenommen, es wäre wieder möglich, die Spiele im Stadion zu besuchen. Die Bedingung dafür wäre jedoch das Vorweisen einer erfolgten Corona-Impfung. Würdest Du zu den Spielen kommen?

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