Kopenhagen. (FG) Die meisten Teams in Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen haben die Saison bereits mit mindestens fünf Spielen eröffnet.
Ein erster Blick auf die Tabellen kann bereits Rückschlüsse auf mögliche Entwicklungen in den nächsten Wochen und Monaten zulassen.
Schweden: Alles wie immer mit einer Prise Überraschung
HV71 Jönköping
Bereits in der Sommerpause wurde über die schwierige Situation bei HV71 berichtet. Nach dem knappen Klassenerhalt in den Play-Downs gegen MoDo und umfangreichen personellen Veränderungen, sowohl im Management als auch im Kader, erhofften sich die Fans eine stabilere Saison ohne Abstiegsängste. Nach fünf Spieltagen wartet das Team um Headcoach Anton Blomqvist jedoch immer noch auf die ersten Punkte. Alle Partien gingen in der regulären Spielzeit verloren. Man kann gespannt sein, ob die Wende gelingt oder ob der Verein vom Vättern, wie schon in der Vorsaison, während der laufenden Spielzeit grundlegende Änderungen vornimmt.
Die Favoriten: Frölunda, Växjö Lakers und Färjestad
In ausgezeichneter Frühform zeigen sich die Favoriten Frölunda, Växjö Lakers und Färjestad. Besonders beeindruckend war wohl das 2:11 von Frölunda auswärts beim Aufsteiger Djurgårdens IF aus Stockholm. Die Lakers mussten bisher, wie Frölunda, nur eine Niederlage in Kauf nehmen. Färjestad liegt knapp dahinter und zeigt wie die anderen beiden Vereine eine bisher gute Leistung.
Überraschungen: Timrå und Leksands

Timrå, aktuell auf Platz 3, sorgte mit Siegen gegen Växjö und Färjestad für Aufmerksamkeit. Mit dem neuen Coach Tommy Samuelsson, der zwei Jahre in Ingolstadt das Team leitete, scheint sich die Mannschaft gut eingespielt zu haben. Auch Leksands, nach einem enttäuschenden Vorjahr, zeigt sich deutlich verbessert. Der umfangreiche Umbruch am Siljan scheint erste Früchte zu tragen.
Holpriger Start für den Meister und Vorjahresfinalisten
Meister Luleå hatte nur wenige Neuzugänge zu integrieren, kämpft jedoch mit einem unruhigen Saisonbeginn. Der Abgang von Linus Omark sowie einer in der letzten Saison starken und jungen Verteidigergruppe kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufgefangen werden. Ähnliches erlebt auch Skellefteå. Der Wechsel des langjährigen Erfolgscoaches Robert Ohlsson zu Frölunda und die Verpflichtung des unerfahrenen Daniel Hermansson, der zuvor zwei Jahre in der zweiten Liga bei Mora coachte, stellen das neue Team vom ehemaligen Augsburg-Goalie Strauss Mann vor Herausforderungen. Ob der neue Trainer erfolgreich Fuß fasst, wird wohl auch davon abhängen, wie schnell sich die zwölf neuen Spieler einfügen können.
Finnland: Verkehrte Welt
Schwacher Start für Ilves Tampere und HIFK
In Finnland zeigt sich bisher ein umgekehrtes Bild der Vorsaison. Dauerfavorit Ilves aus Tampere musste aus sechs Spielen bisher vier Niederlagen in Kauf nehmen und steht aktuell auf dem vorletzten Platz. Das gab es die letzten Jahre schon mal, lag dann jedoch daran, dass die Luchse aufgrund Verschiebungen durch die Champions Hockey League weniger Spiele absolviert hatten. Dennoch gilt: Ilves ist nie so früh abzuschreiben. Das neue tschechisch-slowenische Duo Lukas Jasek und Matic Török sowie Verteidiger Simon Johansson liefern ab und der Rest des Teams wird voraussichtlich folgen. Ein ähnliches Bild zeigt auch der langzeitige Tabellenführer aus dem letzten Jahr Helsinki. Der Klub aus der Hauptstadt hat über den Sommer viel verändert, die Mannschaft wird sich noch finden müssen. Es gibt nicht nur 16 Abgänge und 14 neue Spieler, sondern mit der finnischen Eishockey-Ikone Olli Jokinen auch einen neuen Trainer.

Positives in Turku und Jyväskylä
Vom überraschenden Tabellenende schauen wir an die Spitze und dort steht mit Turku ein Team, welches letztes Jahr lange um den Klassenerhalt gespielt hat. Das hatte einen größeren Umbruch zufolge, jedoch dürfte es die größte Veränderung hinter der Bande gegeben haben: der ehemalige Coach der deutschen Nationalmannschaft, Toni Söderholm, trainiert nun das Team. Hinzu kommt, dass mit dem ehemaligem Turku-Team Owner und NHL-Spieler Mikko Koivu, eine finnische Hockeylegende als Assistenztrainer in Söderholms Stab dabei ist.
Deutlich stabiler und erfolgreicher ist aktuell auch JYP aus Jyväskylä. Letztes Jahr rettete man sich mit einem Punkt vor den Play-Downs, in diesem Jahr ist zumindest der Saisonstart eindrucksvoll geglückt, in dem man unter anderem Ilves auswärts in der Nokia Arena mit 1:5 bezwingen konnte. Es war die erste volle Punkteausbeute von Jyväskylä in der neuen Arena in Tampere. Dazu ist mit Sami Vatanen ein WM- und Olympiasieger in seine Heimatstadt nach Mittelfinnland zurückgekehrt.
Dänemark: Überraschungen in der Metal Ligaen
Wer aktuell einen Blick auf die dänische Metal Ligaen wirft, dürfte verwundert sein. Denn die Klubs rund um die Hauptstadt Kopenhagen in Herlev und Rødovre waren die letzten Jahre meist am Tabellenende zu finden. Rødovre befindet sich so früh in der Saison immerhin in der Tabellenmitte, doch besonders die Herlev Eagles überraschen aktuell die Liga. Das Team hat nach fünf Spielen fünf Siege in der regulären Spielzeit erzielt – darunter Erfolge gegen Meister Odense sowie die Top-Teams aus Aalborg und Herning.
In Aalborg muss nach vielen Wechseln auf und neben dem Eis erst noch eine Mannschaft zusammenwachsen. Mit dem ehemaligen MoDo-Coach Jonas Holmström dürfte das jedoch nur eine Frage der Zeit sein im hohen Norden von Dänemark.
Norwegen: Der Newcomer und die Etablierten

Für das neue Team der Liga, Nidaros Hockey aus Trondheim, begann die Saison direkt mit einem Sieg gegen Narvik. In den norwegischen Medien wurde das als kleine Sensation gefeiert, denn Nidaros wurde vor 10 Jahren gegründet und spielt nun zum ersten Mal in der Eliteserien. Als Neuling in der höchsten Spielklasse wird der Klassenerhalt jedoch das primäre Saisonziel bleiben – besonders nach vier anschließenden Niederlagen.
Die Favoriten rund um Meister und CHL-Teilnehmer Storhamar, Vålerenga und Frisk Asker sind bereits nach vier Spielen auf den vorderen Plätzen. Der Serienmeister und letztjährige Finalist Stavanger Oilers steht aktuell im Mittelfeld der Tabelle, doch ist nach neun Meisterschaften seit 2010 kaum mit großer Unruhe im Umfeld zu rechnen.
(Florian Gerlach)
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