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Sonthofen. (PM ERC) Aufgrund einer Verletzung hat Dustin Ottenbreit in dieser Saison erst fünf Spiele absolviert. Nach seiner Rückkehr hat der 23-Jährige der ERC-Offensive... Dustin Ottenbreit: „Ein besonderes Gefühl, Teil der ERC-Tradition zu sein“ / 7:3 Heimsieg gegen Burgau

Dustin Ottenbreit – © Bettina Brunner

Sonthofen. (PM ERC) Aufgrund einer Verletzung hat Dustin Ottenbreit in dieser Saison erst fünf Spiele absolviert.

Nach seiner Rückkehr hat der 23-Jährige der ERC-Offensive noch mehr Schwung verliehen. Der Lohn: drei Tore und zwei Vorlagen. Im Interview spricht der Stürmer über das bevorstehende Gipfeltreffen mit Tabellenführer Burgau, seine besondere Spielweise und welchen aktuellen Mitspieler er schon als Sechsjähriger bewunderte.

Steigen wir ein mit einem kurzen Rückblick zum vergangenen Wochenende. Wie liefen die Partien in Pfronten und daheim gegen Ravensburg aus deiner Sicht?
Dustin Ottenbreit:
Die beiden Siege waren unglaublich wichtig und haben uns einfach gut getan, nachdem wir die beiden Spiele zuvor nicht erfolgreich waren. Die Partien in Pfronten und gegen Ravensburg gehören sicherlich nicht zu den besten von uns bislang, aber wir haben sie mit Kampf und Willen für uns entschieden. Gerade der Derby-Sieg bei den Falcons war eine Energieleistung.

Und die wird auch am Freitagabend gegen Burgau nötig sein.
Dustin Ottenbreit:
Definitiv. Wenn wir gegen die Eisbären gewinnen wollen, müssen wir uns weiter steigern. Aber wir haben in dieser Saison bewiesen, dass wir gegen sie gut spielen und vor allem erfolgreich sein können. Ich gehe davon aus, dass das Duell wieder auf hohem Niveau sein wird. So wie wir die Woche trainiert haben, bin ich mir sicher, dass es ein schnelles und spannendes Match werden wird und wir am Ende wieder den ersten Platz einnehmen können. Alle im Team sind unglaublich motiviert und fokussiert.

Wie möchtet ihr insbesondere die gefährliche Offensive der Eisbären stoppen?
Dustin Ottenbreit:
Ganz klar, wir müssen weiter dran arbeiten, unsere Fehler abzuschalten. Vor allem auch von der Strafbank wegbleiben, damit wir gegen Burgau nicht in Unterzahl aufs Eis müssen. Aber genau diese Situationen sind wir im Training durchgegangen. Unsere Abwehr ist drauf eingestellt – und gleichzeitig haben auch wir neue taktische Dinge einstudiert, um die Defensive der Burgauer unter Druck zu setzen. Wir wollen schließlich zuhause vor unseren Fans unser Spiel durchziehen.

Du hast in dieser Saison erst fünf Spiele absolvieren können. Wie kommt’s?
Dustin Ottenbreit:
In der Vorbereitung habe ich noch ein paar Mal mitspielen können, mich dann aber im Training am Innenband verletzt und das hat sich leider etwas länger hingezogen. Ich möchte an dieser Stelle ein dickes Lob an unsere medizinische Abteilung und die Begleitung von Stefan Tenzer aussprechen. Er hat mir viel geholfen mit Ärzten und MRTs. Bei ihm war ich gefühlt täglich in der Zeit und er hat mich wieder voll aufgebaut.

Das kann man wohl sagen. Du stößt während der Saison zur Mannschaft und erzielst in fünf Spielen gleich fünf Punkte. Eine tolle Quote.
Dustin Ottenbreit:
Die Jungs haben mich super aufgenommen und mir die Rückkehr leicht gemacht. Ich habe schon gemerkt, dass alle voll im Training sind, gerade konditionell hatte ich etwas aufzuholen. Aber natürlich war ich die ganze Zeit nah dran an der Mannschaft. Alle haben mich unterstützt. Jetzt wieder auf dem Eis zu stehen und dem ERC helfen zu können, ist einfach ein unglaublich gutes Gefühl.

Apropos Gefühl. Welches deiner drei Tore hat dir eigentlich besonders gut gefallen?
Dustin Ottenbreit:
Als Stürmer möchte ich natürlich immer treffen, weil es ein tolles Gefühl ist, der Mannschaft so helfen zu können. Aber am besten hat sich das Tor im Derby in Pfronten angefühlt. Auch weil es zu einem wichtigen Zeitpunkt fiel. Ich möchte aber auch nochmal die brillante Vorarbeit von Marc Sill hervorheben. Am Ende hat der Treffer dazu beigetragen, dass wir zwei wichtige Punkte mitnehmen konnten.

Stehst du da, wo ein Stürmer eben stehen muss?
Dustin Ottenbreit:
Tatsächlich lese ich das Spiel sehr gerne und gehe in die freien Räume. Und weil ich einfach saugute Mitspieler habe, kriege ich die Scheiben und kann sie zum Tor bringen. Im Eishockey ist es einfach: Du kannst nur Tore schießen, wenn du die Scheibe in Richtung des gegnerischen Keepers bringst.

Fünf Spiele stehen noch an, bevor es in die Playoffs geht. Deine Rückkehr kommt zu einem guten Zeitpunkt, oder?
Dustin Ottenbreit:
Ich habe auf jeden Fall richtig Bock. Und die Motivation im gesamten Team war noch nie so hoch. Wir haben noch vier Spiele in der Halbfachrunde, das Nachholmatch in Ottobrunn und dann starten die Playoffs. Und das ist die geilste Zeit des Jahres. Das weiß jeder, der Eishockey liebt. Die nächsten Matches werden richtig wichtig und wir möchten als eingeschworener Haufen und mit einer guten Form in die Playoffs starten. Ich werde mein Bestes dafür geben.

Du hast alle Nachwuchs-Stationen beim ERC durchlaufen und bist nun ein fester Bestandteil der ersten Mannschaft. Wie stolz macht dich das?
Dustin Ottenbreit:
Sehr. Ich weiß noch, wie ich als Sechsjähriger die ERC-Spieler bewundert habe, allen voran Marc Sill. Die ganze Kulisse, das tolle Stadion – das hat mich schon seit jeher fasziniert. Ich finde es immer noch unglaublich, dass jetzt die Menschen ins Stadion kommen und zuschauen, wie ich zusammen mit dem Team auf dem Eis stehe. Ein Teil dieser ERC-Tradition zu sein, löst ein besonderes Gefühl aus.


Vladi Kames, Dan Przybyla, Denis Adebahr, Christian Engler – © Bettina Brunner


Vladi Kames‘ Geniestreich ebnet Weg zum 7:3-Heimsieg gegen Burgau

Dank eines überragenden letzten Drittels und eines Traumtors von Vladi Kames fegt der ERC Sonthofen die Eisbären Burgau mit 7:3 vom heimischen Eis.

Mit diesem Sieg ziehen die Schwarz-Gelben an den Gästen in der Tabelle vorbei und sind neuer Tabellenführer. Überschattet wurden die letzten Spielminuten von einem Becherwurf und Handgreiflichkeiten auf der Tribüne.

Ein begeisternder Heimsieg gegen einen lauf- und offensivstarken Tabellenführer – und doch war nach der Schlusssirene niemand so richtig in Feierlaune. Der Grund: Ab der 53. Minute kam es im Eisstadion an der Hindelanger Straße zu unschönen Szenen: Zunächst flog aus dem Gästeblock ein Bierbecher aufs Eis. Als Jochen Hartmann auf Vorlage von Niklas Arnold und Valentin Köcheler in der 56. Minute das 7:3 erzielte, eskalierte die Situation und es kam zu Handgreiflichkeiten auf der Tribüne. Rettungswagen und Polizei mussten anrücken, um die Situation zu beruhigen. Das Schiedsrichtergespann entschied sich in Absprache mit beiden Teams, die verbleibenden vier Minuten und vier Sekunden runterlaufen zu lassen.

Es war das unwürdige Ende eines Gipfeltreffens, das so viele spannende und sportlich interessante Geschichten zu erzählen hatte: die Rückkehr der Verletzten Kristof Spican und Robin Berger beispielsweise. Oder dass neben Ondrej Havlicek auch Kapitän Marc Sill dem Team kurzfristig fehlte. Zudem sorgten fast 900 Zuschauer für eine stimmungsvolle Kulisse an diesem Freitagabend. Es war ein prickelndes Duell mit Playoff-Charakter auf Bayernliga-Niveau, das Vladi Kames mit einem Geniestreich und drei Toren krönte.

Gleich von Beginn an präsentierten sich die Hausherren mit Keeper Fabian Schütze hellwach. Sie übernahmen vom ersten Bully an die Kontrolle und übten Druck aufs Gehäuse von Benedict Schaller. In genau diese Phase erzielte Mario Seifert für die Gäste überraschend das 1:0 mit einem Schuss von der blauen Linie (3. Minute).

Zwar gingen die Burgauer zumeist mit zwei Spielern ins Forechecking, die Schwarz-Gelben aber fanden immer wieder den Weg in Richtung Tor. Mehrmals wussten sich die Gäste nur mit unfairen Mitteln zu helfen und kassierten Zeitstrafen, die der ERC allerdings nicht in Treffer ummünzen konnte. Nicht minder überraschend, dafür aber umso kurioser fiel das 2:0 für die Eisbären in der 16. Minute: Ein Befreiungsschlag der Burgauer trudelte übers gesamte Eis zu Fabian Schütze, der die Scheibe im eigenen Torraum mit dem Schläger annahm. Der heranstürmende David Ballner reagierte blitzschnell und versenkte die Scheibe von Schützes Schläger ins Tor.

Trotz sicherer Gästeführung wirkten die Schwarz-Gelben nicht verunsichert – im Gegenteil. Die Burgauer mussten weitere Strafen nehmen, weil die Heimmannschaft ein ums andere Mal ihren Gegenspielern enteilte. In der 17. Minute nutzten die Sonthofer eine doppelte Überzahl endlich zum Anschlusstreffer: Dan Przybyla passte zu Vladi Kames und dessen Zuspiel fand Matyas Stransky!
Auch im zweiten Drittel gab es wenig Zeit zu verschnaufen: Sowohl agile Burgauer als auch kampfstarke Sonthofer zeigten den Zuschauern, warum sie derzeit das Maß aller Dinge in der Landesliga-Gruppe sind. In der 23. Minute war es Eisbär Max Arnawa, der mit Tempo ins ERC-Drittel zog und mit einem satten Schuss in den Winkel das 3:1 markierte.

Doch wer glaubte, dass die Schwarz-Gelben nach diesem Nackenschlag die Arbeit einstellen würden, lag falsch. In der 32. Minute stocherte Dan Przybyla den Puck über die Linie (Assists: Kristof Spican, David Mische), und 58 Sekunden vor der zweiten Drittelsirene sorgte Vladi Kames mit einem Schuss von der blauen Linie im Eisstadion für einen Geräuschpegel im Düsenjet-Bereich – 3:3!
Offenbar verspürte Vladi Kames an diesem Abend besonders große Lust, sich in die Torschützenliste einzutragen: In der 45. Minute bebte endgültig das Eisstadion, als der Tscheche zu einem grandiosen Solo ansetzte und den Gästekeeper mit einem beherzten Schuss zum 4:3 verlud. Doch damit nicht genug: Was der 40-Jährige dann in der 50. Minute in eigener Überzahl machte, fällt schlichtweg in die Kategorie „Geniestreich“. In der eigenen Zone kurz vor der Mittellinie bemerkte er, dass Torhüter Schaller offenbar nicht ganz aufmerksam war. Er blickte einmal hoch und zog einfach ab: 5:3! Ekstase an der Hindelanger Straße.

Drei Sekunden nach dem bereits erwähnten Bierbecherwurf erzielte der nimmermüde David Mische (Assist: Matyas Stransky) das 6:3. In der 56. Minute setzte Jochen Hartmann mit dem 7:3 den Schlusspunkt unter einer in allen Belangen denkwürdigen Partie.

Mit diesem Sieg verdrängen die Schwarz-Gelben mit nunmehr 51 Punkten die Eisbären Burgau von der Tabellenspitze, die einen Punkt hinter den Sonthofern den zweiten Platz einnehmen. Am Sonntag reist der ERC nach Lechbruck, mit denen sie nach der 1:5-Heimniederlage noch eine Rechnung offen haben. Auftaktbully im Lechparkstadion ist 17 Uhr.





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