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Düsseldorfer EG – Saisonbilanz 2025/26: Der harte Aufprall des DEL Absteigers!

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Niedergeschlagene DEG Spieler nach dem Saisonaus
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Düsseldorf. (MR/DR) Das war sie also, die erste DEL2 Saison der Düsseldorfer EG nach dem sportlichen Abstieg aus der Beletage des deutschen Eishockeys. War der Patient DEG im Frühjahr praktisch schon klinisch tot, so war zum Ende dieser Saison mit dem Erreichen der Preplayoffs zumindest wieder ganz leichter Puls zu verzeichnen.

Ein kurzer Rückblick auf die letzte DEL Saison: Es war eine absolute Katastrophensaison für die DEG, die Ende April 2025 mit dem Aufstieg der Dresdner Eislöwen aus der DEL2 und damit dem schmerzhaften, aber verdienten Abstieg der DEG aus der PENNY DEL endete. Als Konsequenz bedeutete dies einen kompletten Umbruch in der Organisation des rheinischen Traditionsclubs. Das Trainerteam und die Führungsriege mussten gehen. Zudem verließen bis auf drei Ausnahmen (Leon Hümer, Max Balinson, Lenny Boos) alle Spieler des Abstiegskaders den Club, da deren Spielpapier nur für die DEL galt. Die DEG stand vor einem Scherbenhaufen und einer im Frühling/Sommer 2025 sportlich wie finanziell ungewissen Zukunft. Sogar eine Insolvenz stand im Raum und war eine realistische Option.

Andreas Niederberger und Rick Amann – © Sportfoto-Sale (DR)

Anfang Mai begann dann (einmal mehr) mit neuem Mut der Neuanfang, als mit den ehemaligen DEG-Meisterspielern Andreas Niederberger und Rick Amann die neuen Geschäftsführer ihr Amt übernahmen. Niederberger war angetreten, um die DEG zu stabilisieren, sportlich neu auszurichten und durch Akquirierung von Sponsoren zukunftsfähig aufzustellen. Finanzexperte Amann sollte der DEG hauptsächlich in finanziellen Fragen tatkräftig zur Seite stehen. Amann gab daher zu Protokoll: „Für die DEG wird dieses ein Übergangsjahr bzw. eine Übergangssaison sein. Unser primäres Ziel ist es, ein völlig neues Team aufzubauen und in der DEL2 eine solide Saison zu spielen. Für unsere Fans, unsere Sponsoren und die Stadt.“

Neue Geschäftsführung, neuer Trainer, neues Team

Nur wenige Tage nach ihren Amtsantritten präsentierten Niederberger und Amann mit Rich Chernomaz einen prominenten Neuzugang auf der Trainerposition. Die „Axt von Manitoba“ galt, anders als seine Vorgänger, als erfahrener, harter Hund im Trainergeschäft. Chernomaz (61) sagte kurz nach seinem Amtsantritt: „Aufgrund der Kürze der Zeit wird die Zusammenstellung des neuen Kaders eine echte Herausforderung. Aber ich freue mich darauf, diese Aufgabe gemeinsam mit Andi Niederberger und Rick Amann anzugehen. Ich verspreche eine leidenschaftliche Mannschaft, die sich in die Herzen der Fans spielen will!“

„Wir beginnen mit einem leeren Blatt Papier…“ so Niederberger zu Maibeginn. Die Kaderplanung schritt in den nächsten Wochen voran, fristgerecht legte die DEG ihre Lizenzunterlagen bei der DEL2 vor, die dann Anfang Juli vom Ligabüro in Neuss abgesegnet wurden. Ein Etat von etwas über 9 Millionen Euro sollte der DEG zur Verfügung stehen. Mit den Kölner Haien und den Füchsen Duisburg als Kooperationspartner wollte man auch für Förderlizenzspieler in alle Richtungen offen sein. Bis dato hatte die DEG jedoch nur einen Trainer und fünf Spieler unter Vertrag.

Letztendlich aber ging es wenige Tage später mit einem auf dem Papier brauchbaren Kader in die ersten Trainingstage und Vorbereitungsspiele. Dass sich in dieser Vorbereitungsphase schon wieder diverse Spieler verabschiedeten, weil entweder nicht integrierbar oder tauglich, oder sie nicht mit dem Trainer klarkamen, ist Teil der Findungsphase. Diese nicht unerhebliche Anzahl abgewanderter Spieler findet hier keine Erwähnung, da es ansonsten den Rahmen sprengen würde. Weitere Testspieler bzw. Trainingsgäste wurden später im Kader aufgenommen und erhielten Verträge für diese Spielzeit. Nach einer mäßigen Testspielphase mit mehr Niederlagen als Erfolgen ging es am 19. September endlich mit dem Ligabetrieb los. Neue Gegner, neue Reisen, neue Erlebnisse lagen vor der DEG. Was man bei aller Freude über neue Gegner allerdings nicht vernachlässigen und vergessen durfte: außer dem Straßenbahnderby gegen die Krefeld Pinguine gab es ab sofort nur noch weite Auswärtsfahrten, wo dann Kassel und Bad Nauheim schon die kürzeste Anfahrt bedeuteten, wenn man – wie in der DEL2 üblich – erst am Spieltag anreiste und auch anschließend direkt wieder in den Bus steigen musste. Es brachte jedoch auch die Chance, dass die Gegner sich ebenfalls über ein neues Mitglied freuten, und deren Fans sich zahlreich auf den Weg nach Düsseldorf machten. Gleich drei Auswärtsspiele (dem Fluch einer Multifunktionsarena sei Dank) standen auf dem Programm. Das erste Spiel führte die DEG direkt zu den Freunden (gehegte und gepflegte Fanfreundschaft) der Starbulls Rosenheim, mit denen man vor 28 Jahren letztmalig die Schläger in einem Meisterschaftsspiel gekreuzt hatte.

Harry Lange – © Sportfoto-Sale (DR)

Viele Fans, vor allem Dauerkartenbesitzer hielten dem Vernehmen nach der Mannschaft die Treue, mussten sich aber zu Beginn der Saison erst an andere Spiele gewöhnen – zu unterschiedlich ist doch das Niveau und das Tempo in Liga zwei im Vergleich zur DEL! Was allerdings die Mannschaft der DEG häufig aufs Eis brachte, hinterließ vielfach den gleichen Frust in der Anhängerschaft wie in den Vorjahren. Da konnten auch mehrere nachverpflichtete Kräfte nur punktuell und phasenweise etwas verbessern. Im Dezember war dann der so erfahrene Cheftrainer auch am Ende seiner Weisheit und trat vom Trainerposten zurück. „Cherno“ zog sich frühzeitig auf den Posten des Sportdirektors zurück, der sowieso längerfristig für ihn vorgesehen war. Als sein Nachfolger konnte mit Harry Lange ein in der Liga bekannter, beliebter und sehr erfahrener Trainer gefunden werden. Lange machte dann auch gleich klar, dass er unbedingt und möglichst durchgängig mit vier Reihen zu spielen gedachte und anders als sein Vorgänger eben auch auf die jungen Spieler und Fölis setzte. Sein sichtbarer positiver Impact auf das Team blieb allerdings nur von kurzer Dauer, auch wenn er allein von der Ansprache besser beim Team ankam und durchdrang. An den offenbar limitierten Möglichkeiten der Spieler konnte er auch nichts ändern. Der Umgang mit Lange war auf jeden Fall immer erfrischend und offen in Ton und Ausdruck. Hier wurde auf Pressekonferenzen nicht herumgestottert oder Dinge schöngeredet.


Im Saisonverlauf gab es Höhen (wenige) und Tiefen, besonders geschmerzt haben sicher die vier teils deutlichen Pleiten im Straßenbahnderby gegen die Krefeld Pinguine, zumal diese sehr viele Fans mitbrachten und die beiden Spiele im Dome quasi gefühlt zum Pinguine-Heimspiel machten. Auch das Spiel gegen Rosenheim zum 90-jährigen Vereinsgeburtstag mit einer deutlichen 1:6 Niederlage hat geschmerzt. Und nicht nur diese Beispiele riefen den Unmut der Fans hervor. Zu selten konnte man von einem wirklich guten Spiel der Düsseldorfer sprechen oder zumindest von einem schlechteren Spiel, das man aber dennoch gewonnen hatte. Oftmals hatte man – auch noch in späteren Saisonphasen – eher das Gefühl, dass das Team noch immer nicht als Mannschaft zusammengewachsen war. So tummelte man sich im Saisonverlauf gar eine Zeit lang um den 10. Tabellenplatz und stand in Gefahr, in den „Playdownstrudel“ zu geraten. Am Ende verharrte die DEG auf dem 9. Tabellenplatz und hatte somit das Minimalziel Preplayoffs erreicht. Nach zwei Niederlagen gegen den EV Landshut war dann aber bereits Endstation und das Saisonaus. Trotz des hieraus resultierenden Frusts blieb aber die Zuschauerzahl mit durchschnittlich 7071 im beachtlichen und positiven Bereich, wird allerdings zukünftig nicht mehr dieses Niveau erreichen, da wohl alle Gegner bereits in dieser Saison mit voller Fan-Kapelle / Sonderzügen angereist waren. Der Reiz des Neuen verfliegt ja bekanntlich sehr schnell.

Nicht viele Spieler überzeugten

Niklas Lunemann – © Sportfoto-Sale (DR)

Vom spielenden Personal haben wenige wirklich überzeugt, entsprechend durften die meisten (bisher 14) Spieler des Kaders 2025/26 auch wieder gehen, wobei zum aktuellen Stand noch das eine oder andere Gespräch mit weiteren Spielern aussteht. So konnte Torhüter Ryan Bednard, der zunächst auf seinen Deutschen Pass gewartet hatte und daher verspätet seine Dienste antrat, die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllen. Besonders enttäuschte Stürmer Lucas Lessio, der mehr wie eine Diva daherkam und sich offenbar noch immer auf seiner ersten DEL-Saison (Wolfsburg 2019/20, als er im allerersten Spiel gleich seine ersten Treffer ausgerechnet bei der DEG erzielt hatte) ausruhte. Auch vom DEL-erfahrenen Verteidiger Kevin Maginot hatte man sich sicher mehr Stabilität und Physis erwartet. Der junge Kevin Marx Norén, der mit einem Tryout Vertrag gestartet war, legte sich zunächst mächtig ins Zeug, tauchte jedoch oftmals ab, nachdem er seinen festen Saisonvertrag in der Tasche hatte. Stürmer Kevin Orendorz benötigte lange, ehe bei ihm der Knoten platzte. Positiv überrascht und viel Spaß gemacht haben Stürmer Yushiroh Hirano, der lange Zeit auch teaminterner Topscorer war. Er war leider zum Saisonende verletzt. Sein Arbeitspapier wurde verlängert ebenso wie das vom Assistenzkapitän Erik Bradford, der seine Punkte ohne viel Schaulaufen machte, aber auch der Einpeitscher auf der Bank war. Ebenfalls auf der positiven Seite zu notieren war Stürmer Ture Linden, mit dem aber trotz guter Leistungen keine Einigung auf einen Anschlussvertrag erzielt wurde. Torhüter Niklas Lunemann (23 Jahre) musste zunächst hinter Bednard zurückstehen, bekam aber durch dessen schwankende Leistungen das Vertrauen von Lange und letztlich mehr Starts als der Kollege. Lunemann ist einer der wenigen Spieler, dessen Verbleib bereits feststeht. Die Förderlizenzspieler Sten Fischer und Marco Münzenberger vom Kooperationspartner Kölner Haie bekamen erst unter Harry Lange regelmäßig Eiszeit, zahlten dieses Vertrauen durch gute Leistungen zurück. Fischer als stabiler und unaufgeregter Verteidiger, Münzenberger war als Stürmer gerne auch physisch präsent. Die jungen Eigengewächse Lenny Boos und Moritz Kukuk indes haben sich von der DEG verabschiedet: Boos hatte nach der U20 WM im Dezember/Januar ein Angebot aus Nordamerika bekommen, für das er um Vertragsausstieg gebeten hatte. Verteidiger Kukuk kam unter Lange nicht mehr so wirklich zum Zuge (meist als 7. Verteidiger aufgestellt) und wird sich dem Vernehmen nach einem DEL-Team anschließen.

Ein Blick voraus

Yushiroh Hirano DEG – © Sportfoto-Sale (DR)

Die sportliche Leitung hat nun durch das frühe Saisonaus und Gewissheit über die Ligenzugehörigkeit ausreichend Zeit, in Abstimmung mit dem Trainer eine neue Mannschaft zu basteln, die möglichst die spielerischen Mängel der abgelaufenen Saison abstellen und deutlich erfolgreicher spielen kann, damit man als Mannschaft (und Fan) wieder höhere Ziele anvisiert. Dazu muss für eine erfolgreiche Saison 26/27 natürlich das hierarchische Gefüge in der Mannschaft stimmen, man braucht viele „Indianer“ wie z.B. die Arbeitstiere Leon Niederberger und Erik Bradford und weniger „Häuptlinge“ oder „Diven“. Auf dem Einkaufszettel stehen sicher auch Blueliner, Aufräumer vor dem Tor, Bullyspieler, schnelle Konterspezialisten, alle getreu dem Motto „einer für alle – alle für einen“. So konnte mit Corey Mackin bereits einer der Topscorer der Liga (60 Punkte aus 47 Spielen) an Land gezogen werden.

Nach dem Stand von Ende März sieht der Kader wie folgt aus:
Tor: Leon Hümer, Niklas Lunemann
Abwehr: Max Faber, Nick Geitner, Tariq Hammond, Max Balinson, Kristian Blumenschein
Sturm: Leon Niederberger, Yushiro Hirano (AL), Kevin Orendorz, Erik Bradford (AL), Corey Mackin (AL/neu)
Trainer: Harry Lange

Des weiteren steht die DEG gerüchteweise mit Brett Kemp (Bietigheim), Korbinian Holzer (Graz), Ville Järvelainen (Rosenheim), Fabian Herrmann (Bremerhaven), Jonas Langmann (Landshut) in Kontakt und Gesprächen.

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