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Köln. (JR) Mick Köhler, 24 Jahre alt, als Verteidiger und Stürmer universell einsetzbar, aktueller Club ist der EC Bad Nauheim in der DEL2, sein... „Die Drittelpause“: SVE – die Spielervereinigung und ihr Report  zum Einsatz von U 23-Spielern in der DEL / U 23-Regelung und Reglementierung der Kontingentstellen

Mick Köhler – © Sportfoto-Sale (SD)

Köln. (JR) Mick Köhler, 24 Jahre alt, als Verteidiger und Stürmer universell einsetzbar, aktueller Club ist der EC Bad Nauheim in der DEL2, sein Ausbildungsverein sind die Kölner Haie.

Köhler ist ein kompletter Spieler, läuferisch und körperlich stark, mit Stärken in der offensiven und defensiven Zone. Die U 23-Regelung bescherte ihm die Möglichkeit in die DEL reinzuschnuppern. Er bekam als Stürmer gelegentlich Eiszeit, mal etwas mehr, mal etwas weniger, insgesamt aber zu wenig. Immer wieder konnte man sein Talent erkennen, doch kontinuierlich leider nicht. Man hatte immer wieder den Eindruck, es wäre mehr möglich bei ihm. Eine Entwicklung als U 23-Spieler zum vollwertigen Stammspieler in der DEL konnte man unter diesen Gegebenheiten aber nicht erkennen. Zudem hatte man nicht den Eindruck, er hätte das volle Vertrauen des Trainers. Das Resultat war ein Wechsel in die DEL2 nach Bad Nauheim, wieder mal ein verlorenes Talent der Haie. Auch ein starkes erstes Jahr in Bad Nauheim brachte ihm keinen DEL-Vertrag ein, so dass er weiterhin in der DEL2 spielt, verwunderlich. Mick Köhler ist nur eines von vielen Beispielen von Spielern, die nach der U 23-Zeit in die DEL2 gewechselt sind und für die unter den aktuellen Reglementierungen eine Rückkehr in die DEL kaum gelingen wird. Köhler, vielleicht sogar ein verlorenes Talent der Nationalmannschaft.

Seit geraumer Zeit beobachtet die SVE die Entwicklung junger Spieler vom Nachwuchs- zum DEL-Spieler. Dabei hat die Spielervereinigung nun einen Report veröffentlicht, in dem aufgezeigt wird, wie viele Spieler nach Ende der U 23-Zeit aus der DEL ausscheiden müssen und bei einem Club in der DEL2 landen. Dabei ist es schon auffällig, dass viele Spieler in ihrer Zeit als U 23-Spieler in der DEL zu wenig Eiszeit bekommen, um sich für einen Anschlussvertrag in der DEL empfehlen zu können. Erschreckend ist hier vor allem, dass jeder zweite Spieler nach dem 24. Geburtstag aus der DEL verschwindet und sich in seiner U 23-Zeit nicht so in der Liga etablieren konnte, um einen Anschlussvertrag zu bekommen. Betrachtet man dies, müsste man sich als Liga dringend die Frage stellen, woran das liegt und vor allem Überlegungen anstellen, wie man dies ändern könnte? Aussagen der DEL-Spitze, wie das auch die DEL2 eine gute Liga für diese Spieler wäre, sind kaum nachzuvollziehen und kontraproduktiv.

Was verfolgt denn die DEL mit der U 23-Regelung? Ist es denn nicht das unbedingte Ziel, mehr Deutsche Spieler für die höchste Deutsche Eishockey-Liga zu generieren und diese nach Ende der U 23-Zeit auch in der DEL einzusetzen? Sollte dies nicht der Fall sein, ist diese Regelung eigentlich überflüssig und man könnte auf diese Regelung verzichten. Also gilt es Lösungen zu finden, um diesen Spielern a) mehr Eiszeit als U 23-Spieler zu geben und b) diese Spieler auch nach der U 23-Zeit in die Teams der Liga zu integrieren.

Dabei gilt es ganz sicher, die Regelung mit der Anzahl der Kontingentstellen zu berücksichtigen. Denn diese Regelung steht in engem Zusammenhang mit der U 23-Regel. Im Konzept Powerplay 2026 war es vorgesehen, die Anzahl der erlaubten Kontingentstellen bis zum Jahr 2026 auf sechs je Club zu senken. Die Voraussetzungen dafür wurde eben mit dieser U 23-Regelung geschaffen, nur an der Anzahl der Kontingentstellen wurde bis heute nichts verändert.

Deutlicher ausgedrückt, eine U 23-Regelung macht nur dann Sinn, wenn die Anzahl der erlaubten Importspieler sukzessive reduziert wird, damit mehr Spieler nach der U 23-Zeit ihren Platz in einem DEL-Team bekommen. Bereits der Vorgänger von Sportdirektor Künast, Stefan Schaidnagel hat es angemahnt und die Clubs immer wieder darauf hingewiesen, endlich die Anzahl der Kontingentstellen zu senken. Passiert ist wie bekannt bis heute nichts. Nun startet die SVE einen neuen Versuch, die DEL zu Veränderungen und dringend notwendigen Verbesserungen zu bringen. Stefan Schaidnagel wollte das Deutsche Eishockey immer weiter entwickeln und war auf einem guten Weg. Leider fehlte die Unterstützung des DEB und der DEL, der Spielervereinigung SVE droht ähnliches, sollte es nicht Unterstützer seitens der Liga oder des Verbandes geben. Langfristig gesehen, wird das Deutsche Eishockey wieder in der Versenkung verschwinden, wenn Liga und DEB nicht an Veränderungen interessiert sind. Das Deutsche Eishockey ist drauf und dran, sich wieder selbst zu zerstören.

Die Clubs der DEL entscheiden selbst über ihr Schicksal, der Verband wurde geschwächt. Nun ist aber ganz sicher die Liga auch gefragt, nicht nur Eigeninteressen zu vertreten, sondern die Gesamtentwicklung des Deutschen Eishockeys zu sehen. Aktuell läuft es in die falsche Richtung und ohne Kurswechsel liegt das Deutsche Eishockey in Kürze am Boden, wie es schon öfters der Fall war. Verantwortlich dafür sind die Verantwortlichen der DEL, die diese Entwicklung wohl leider nicht so beurteilen und bisher kein Interesse an Veränderungen zeigen.

(Jörg Reich)

Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten.





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