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München. (JR) Die Spielervereinigung SVE ist bemüht, eine Diskussion über die U 23-Regelung und die damit zusammenhängende Regelung der Anzahl der Importstellen in der... „Die Drittelpause“: Der Deutsche Eishockeybund – wie steht der Verband zum Einsatz von U 23-Spielern in der DEL und zur aktuellen Regelung über die Anzahl der Importstellen

© Sportfoto-Sale (DR)

München. (JR) Die Spielervereinigung SVE ist bemüht, eine Diskussion über die U 23-Regelung und die damit zusammenhängende Regelung der Anzahl der Importstellen in der DEL anzustoßen.

Eine Diskussion, die eigentlich schon längst in den entscheidenden Gremien der Liga hätte geführt werden müssen. Doch die Clubs der Liga scheuen sich vor Änderungen. Das Interesse der Clubs an Themen, die das Deutsche Eishockey weiterbringen würden, ist gering. Eigeninteressen stehen Liga übergreifenden und nachhaltigen Entscheidungen im Wege. Selbst Ziele des gemeinsamen Konzeptes von DEL und DEB Powerplay 2026 werden ignoriert.

Nun hat sich die SVE, absolut nachvollziehbar, dem Thema gewidmet, um Verbesserungen im Deutschen Eishockey zu erzielen. Eigentlich ist dies Aufgabe des Deutschen Eishockey Bundes in Kooperation mit der DEL. Dass der Verband die Konfrontation mit der DEL scheut, ist aktuell offensichtlich. Jedoch ist es völlig unverständlich, dass es überhaupt keine Initiative von Seiten des DEB gibt, um Gespräche über Veränderungen im Bereich U-23-Regelung bzw. der Regelung der Anzahl der Importstellen zu führen.

Der DEB mit Präsident Dr. Peter Merten, den Vizepräsidenten Andreas Niederberger, Marc Hindelang und Hauke Hasselbring, sowie Sportdirektor Christian Künast und Generalsekretär Claus Gröbner ist dazu da, die Interessen des Deutschen Eishockey zu vertreten und die Sportart Eishockey im internationalen Vergleich weiterzuentwickeln. Zu den Hauptaufgaben gehören Weiterentwicklung des Nachwuchses, ein funktionierendes Ligensystem, Trainer- und Schiedsrichterausbildung und Weiterentwicklung der Deutschen Spieler im Profibereich. DEL und DEL2 sind eigenständige Ligen, auch die Oberligen entscheiden überwiegend selbstständig. Der Verband sollte dennoch eine übergeordnete Rolle einnehmen und bei Fehlentwicklungen vermitteln und eingreifen, auch wenn daraus eine Konfrontation entstehen könnte.

Wie es sich in der Vergangenheit gezeigt hat, lässt sich die DEL nicht gerne vom Verband bestimmen und reagiert allergisch auf jede Diskussion vor allem zum Thema Anzahl der Kontingentstellen. Anscheinend hat es die Liga geschafft, den Verband ruhig zu stellen und den Verband mit Personen zu besetzen, die die Konfrontation scheuen. Für die Liga ist das sicherlich vorteilhaft, für das Deutsche Eishockey insgesamt nicht. 14 (15) Clubs bzw. Gesellschafter einer Eliteliga bestimmen, wie das Deutsche Eishockey zu funktionieren hat und der Verband ist kaum mehr in der Lage einzugreifen. Ein System ist installiert, das eine gewisse Stabilität garantiert, eine Weiterentwicklung der Sportart mit mehr Deutschen Spieler in der Liga aber verhindert.

Stillstand bedeutet Rückschritt, ändert die DEL und Ihre Gesellschafter nicht das System, wird das Deutsche Eishockey in Kürze wieder da sein, wo es vor der Ära Marco Sturm, Stefan Schaidnagel und Toni Söderholm war. Die aktuelle Protagonisten in Liga und Verband bringen das Deutsche Eishockey in Gefahr, sollte die Erkenntnis ausbleiben, dass es Veränderungen Bedarf und dabei spielt die U 23-Regelung und die Anzahl der Importstellen in der DEL eine entscheidende Rolle. Die SVE hat es erkannt, die Liga noch nicht.

Eine schrittweise Reduzierung der Kontingentstellen auf die im Konzept Powerplay 2026 vorgesehene Anzahl von sechs je Club, würde den jungen Spielern mehr Eiszeit bringen und dauerhaft mehr Spieler für die Nationalmannschaft zur Verfügung stellen. Junge Spieler könnten sich in der Liga etablieren und würden nicht, wie derzeit überwiegend, in der DEL2 verschwinden. Die Lösung des Problems ist da, die Bedenken dazu meist völlig aus der Luft gegriffen. Die immer wieder im Raum stehende Behauptung ausländische Spieler sind günstiger als Deutsche, ist zweifelhaft. Junge Spieler gibt es genug, sie benötigen das Vertrauen von Clubs und Trainern, dann können sie sich dauerhaft in der Liga etablieren und das Deutsche Eishockey hätte eine neue Qualität erreicht. Mutlos und ein weiter so wie derzeit, ist keine Lösung, die das Deutsche Eishockey dauerhaft weiterbringt.
(Jörg Reich)

Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten.





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Wer wäre für Sie der perfekte Nachfolger von Toni Söderholm als Herren Eishockey Bundestrainer?

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