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Krefeld. (MR / MagentaSport) Der diesjährige Deutschland-Cup in der Yayla Arena begann mit gleich zwei Überraschungen. Besonders schön für den Gastgeber: Deutschland besiegte Titelverteidiger... Deutschland-Cup 2021: Gelungener Auftakt für das DEB-Team mit Sieg über Russland
Torjubel beim DEB-Team im Spiel gegen Russland – © Sportfoto-Sale (DR)

Torjubel beim DEB-Team im Spiel gegen Russland – © Sportfoto-Sale (DR)

Krefeld. (MR / MagentaSport) Der diesjährige Deutschland-Cup in der Yayla Arena begann mit gleich zwei Überraschungen. Besonders schön für den Gastgeber: Deutschland besiegte Titelverteidiger Russland nach großem Kampf mit 4:3 in regulärer Spielzeit.

Zunächst spielte eigentlich nur Team Russland. Selten kamen die Deutschen ins Angriffsdrittel, von Tormöglichkeiten ganz zu schweigen. Zwar konnte das Team von Toni Söderholm die erste Strafzeit gut überstehen. Anschließend versuchte Rieder es aus spitzem Winkel. Dann aber schalteten die Gegner blitzschnell, und aus der DEB-Chance wurde ein Alleingang für den Russen Groshev, der kein Problem hatte, Jenike im Tor zu überwinden (8. Min). Pietta ließ sich den gerade eroberten Puck in der neutralen Zone direkt wieder abluchsen, ein 2 auf 1 war die Folge mit dem nächsten Treffer für die Sbornaja, gerade einmal 40 Sekunden nach dem ersten Tor. Doch aus dem sich androhenden Abschlachten wurde nichts, dagegen hatten die Jungs um Kapitän Marco Nowak aber etwas. Erneut war noch keine ganze Minute vergangen, als Team Germany gut nachsetzte, einer für den anderen kämpfte, und Bergmann die Scheibe in die Maschen setzen konnte. Die Gastgeber waren jetzt im Spiel angekommen und bekamen selbst ein Powerplay zugesprochen. Dieses spielten sie sehr gut und mit viel Bewegung aus. Kaum war der Gegner wieder komplett, wurde Ehliz auf die Reise geschickt. Geschickt wackelte er den Goalie aus und schoss zum 2:2 Ausgleich ein. Es ging jetzt hin und her. In der Schlussminute setzte sich Ehliz zu stark ein und brachte sich um den nächsten Torschuss. Stattdessen wanderte er in die Kühlbox, ehe die Seiten gewechselt wurden.

Jetzt war es ein richtiges Eishockeyspiel

Das zweite Drittel begann Deutschland in Unterzahl, doch die Russen bekamen keinen Torschuss. Anschließend wurde auf beiden Seiten früh foregecheckt, doch auch wenn die heute in blau gewandeten Russen ein optisches Übergewicht hatte, war es die Reihe um Pföderl, die in der 28. Minute erneut jubeln durfte. Im Gewühl durfte man drei Male nachsetzen und schließlich reinstochern. Der Russische Bär wurde böse und agierte stark, besonders als wenig später Hager auf der Sünderbank schmorte. Allein der Treffer wollte nicht fallen. Dafür hatten Ehliz, Fischbuch und Rieder ihre Möglichkeiten, sogar auf 4:2 zu erhöhen. Der Schlussabschnitt wurde nochmals sehr spannend. Zunächst legte Russlands Goncharuk das Spielgerät an den Pfosten. Danach aber kassierten die Russen eine Strafe, und in dieser dauerte es gerade 7 (!) Sekunden, bis die Scheibe in den Maschen zappelte. Rieder konnte am Pfosten den Rebound über die Linie drücken. Zwar versuchten die Gäste, das Spiel wieder auf ihre Seite zu bekommen, doch sie ließen manche Möglichkeit leichtfertig aus. Das letzte Powerbreak rüttelte sie wohl nochmals auf. Der schnelle Tyanulin, der in der vergangenen Saison 32 Spiele für die Krefeld Pinguine bestritten hatte, tankte sich ins Angriffsdrittel, ließ die Verteidiger wie Slalomstangen stehen – scheiterte noch an Jenike. Doch nach kurzem Intermezzo in der Bandenecke landete der Puck beim rechts am Torkreis sträflich freistehenden Sorkin, der das Scheunentor vor sich hatte und auf 4:3 verkürzte. Noch knapp 7 Minuten. Die mit meisten der nur 1560 Zuschauer gaben nun alles, um Team Germany anzutreiben und zu unterstützen, dass sie den knappen Vorsprung über die Zeit bringen konnten. Und anders als im Olympischen Finale 2018 sollte es diesmal klappen!

Bereits am Nachmittag hatten dezimierte Slowaken die Schweizer Eisgenossen mit 7:1 besiegt, wobei gleich 4 Treffer der Slowaken in den letzten 3 Minuten fielen. Damit begann also der diesjährige Deutschland-Cup mit gleich 2 Überraschungen.

Es spielten für Deutschland: 32 Andreas Jenike – 11 Marco Nowak, 38 Fabio Wagner – 83 Leo Pföderl, 86 Daniel Pietta, 92 Marcel Noebels; 3 Dominik Bittner, 41 Jonas Müller – 8 Tobias Rieder, 42 Yasin Ehliz, 50 Patrick Hager; 16 Konrad Abeltshauser, 18 Tobias Fohrler – 15 Stefan Loibl, 54 Lean Bergmann, 59 Tim Wohlgemuth; 70 Johannes Huß, 81 Thorsten Ankert – 13 Lucas Dumont, 55 Manuel Wiederer, 77 Daniel Fischbuch

Die Tore erzielten:
0:1 (07:30) Groshev (Tyanulin)
0:2 (08:10) Tsyplanov (Dynyak)
1:2 (09:05) Bergmann
2:2 (12:52) Ehliz (Hager, Wagner)
3:2 (27:29) Pföderl (Noebels, Pietta)
4:2 (41:39) Rieder (Noebels, Pföderl) PP1
4:3 (53:11) Sorkin (Tyanulin, Guskov)

Schiedsrichter: Sean MacFarlane, Stephen Reneau – Simon Synek, Davis Zunde

Strafen: GER – 8 Min.; RUS – 8 Min.

Zuschauer: 1560

Stimmen zum Spiel

Marcel Noebels: „Die ersten 10 Minuten waren wir zu weit weg vom Mann, weil wir zu viel Respekt hatten. Danach haben wir sehr gut ins Spiel gefunden. Ein 0:2 gegen Russland aufzuholen ist auch nicht alle Tage so machbar und so einfach. Wir haben uns dafür belohnt für die vielen Schüsse, die wir geblockt haben und für eine gute Mannschaftsleistung heute.“
Wie der Teamgedanke mit Blick auf die Kaderplätze für die Olympischen Spiele ist: „Wir wollen die 3 Spiele nutzen, um wieder mit der Mannschaft zusammenzukommen. Ich glaube, wir haben viele junge Spieler dabei, die jetzt ihre Chance auch bekommen werden, um sich zu zeigen. Wir alten Hasen versuchen natürlich unser Bestmögliches zu geben, um hier beim Deutschland Cup 3 Spiele zu gewinnen. Danach werden wir weitersehen, was im Februar ist.“

Russlands Trainer und Ikone Igor Larionov lobte das DEB-Team: „Man muss die deutsche Mannschaft loben. Die haben nach dem 0:2 das Spiel kontrolliert. Wir haben ein paar Veränderungen versucht während des Spiels, aber nochmal: Hut ab vor dem deutschen Team. Die haben sehr gutes, diszipliniertes Hockey gespielt. Das war eine gute Erfahrung für unsere jungen Spieler.“

DEB-Generalsekretär Claus Gröbner war in der 1. Drittelpause zu Gast im Interview und gab mehrere Einblicke in den DEB.
Zu Olympia fährt die Nationalmannschaft nur mit geimpften Spielern. Ob das die Planung für den Kader beeinflusst: „Die NHL hat da klare Vorgaben in Nordamerika als Arbeitgeber, aber wir haben hier auch gemeinsam mit der Liga eine sehr gute Aufklärung betrieben. Uns war immer wichtig, dass es keinen Zwang geben darf. Man muss überzeugen und das ist uns auch gelungen… Wir sehen, dass das Vertrauen in unseren medizinischen Staff so groß ist, dass wir da auch keine Probleme haben.“

Präsident Franz Reindl steht in der Kritik mit dem Vorwurf einer Bezahlung als Vorsitzender einer Tochterfirma des DEB und um Abhängigkeiten des Verbandes bei einer Vermarkter Firma. Wie der Verband mit den Vorwürfen umgeht: „Es gibt Fragen und unsere Aufgabe ist, damit umzugehen. Deswegen haben wir auch eine Rechtskanzlei beauftragt, das neutral und unabhängig aufzuklären. Jetzt warten wir einfach mal ab. Über das Ergebnis werden wir diskutieren und informieren… Insgesamt ist eines wichtig: Man muss die Entwicklung betrachten, die das deutsche Eishockey unter Franz Reindl genommen hat. Die Vorwürfe sind bekannt, aber lassen sie uns die Untersuchung abwarten und dann werden wir damit transparent umgehen. Jetzt das Wochenende sollte im Zeichen des Sports und der 2 wichtigen Veranstaltungen stehen.“

Bundestrainer Toni Söderholm vor dem Spiel: „Ich erwarte, dass jeder Spieler seinen Stempel auf das Spiel setzt. Wir wollen als eine Mannschaft auftreten.“ Über die 6 Absagen vor dem Turnier: „Wir hatten mehrere Spieler bereit, die wir zur Not kontaktieren konnten. Dementsprechend konnten wir da ziemlich ruhig agieren.“
Tobias Rieder über die Bedeutung des Deutschland Cups: „Das ist die letzte Generalprobe vor den Olympischen Spielen. Es macht immer Spaß, wenn man wieder mit der Mannschaft zusammenkommt. Deswegen sind wir alle heiß drauf und freuen uns riesig.“

Michaela-Ross

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