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Landshut. (JR) Maximilian Brandl ist ein Landshuter Eigengewächs und spielte einen großen Teil seiner Karriere beim EVL. Zwei Spielzeiten absolvierte er in der DEL... Der zukünftige Rosenheimer Max Brandl im Interview: „Man sieht, dass sehr viel Bewegung auf dem Spielermarkt vorhanden ist“

Maximilian Brandl – © Sportfoto-Sale (SD)

Landshut. (JR) Maximilian Brandl ist ein Landshuter Eigengewächs und spielte einen großen Teil seiner Karriere beim EVL.

Zwei Spielzeiten absolvierte er in der DEL beim ERC Ingolstadt und den Hamburg Freezers. Ebenso war er für die Ravensburg Towerstars und den EC Bad Nauheim in der DEL 2 aktiv. Nach zuletzt zwei Spielzeiten bei seinem Heimatverein EV Landshut, wird er den Club verlassen. Er wird in der Saison 2021/2022 bei den Starbulls Rosenheim in der Oberliga Süd spielen. Wir haben ihm ein paar Fragen zu ihm, dem EV Landshut, zu seiner Zukunft und zum Deutschen Eishockey gestellt.

Eishockey-Magazin (EM) / Jörg Reich (JR): Hallo Herr Brandl, vielen Dank, dass wir Ihnen ein paar Fragen stellen dürfen!
Für den EV Landshut ist eine sicherlich eher durchwachsene Saison zu Ende gegangen. Der Club hatte ein Team zusammengestellt mit vielen Eigengewächsen, ein paar erfahrenen deutschen Spielern, einigen jungen Spielern und vier Kontingentspielern. Wie würden Sie den Verlauf der Saison 2020/2021 so beschreiben?
Maximilian Brandl: Ich denke durchwachsen trifft es sehr gut. Wir hatten einen sehr guten Start, haben aber gerade in der Mitte der Saison nicht gut gespielt. Zum Ende hin war das wieder deutlich besser.

E-M /J. R.: Wie würden Sie die Saison für sich selbst bewerten? Welche Rolle hatten Sie im Team und wie zufrieden waren Sie mit ihrem persönlichen Saisonverlauf?
Maximilian Brandl: Ich habe zumeist mit den jungen Spielern gespielt und habe versucht, sie so gut wie möglich zu führen und an die DEL2 heranzuführen. Persönlich habe ich aber zu lange gebraucht, bis ich meine Form gefunden habe.

E-M /J. R.: Sie hatten die Möglichkeit, diese Saison wieder gemeinsam mit Ihrem Bruder Thomas für Ihren Heimatverein zu spielen. Das war sicherlich eine schöne Zeit für euch beide, auch wenn der Erfolg leider nicht so da war, wie ihr es euch gewünscht hättet?
Maximilian Brandl: So ist es. Es ist immer etwas Besonderes zusammen mit seinem Bruder in einer Mannschaft zu spielen. Nach seiner langen Verletzungspause haben wir dann auch wieder zusammen in einer Reihe gespielt und das hat dann sehr gut geklappt. Ganz klar hätten wir uns auch deutlich mehr Erfolg für die Mannschaft gewünscht.

E-M /J. R.: Ihr Vertrag ist zum Saisonende ausgelaufen. Der EV Landshut hat mitgeteilt, dass Sie zur Saison 2021/2022 nicht mehr für Ihren Heimatverein spielen werden. Eine Entscheidung des Clubs oder wurde diese Entscheidung gemeinsam getroffen? Hätten Sie gerne weiterhin für den EVL gespielt?
Maximilian Brandl: Die Entscheidung hat der Club getroffen. Das ist für mich in Ordnung. Man hat sich anders entschieden und das ist ein Teil des Geschäfts.

E-M /J. R.: Ihr Bruder Thomas hat bisher ebenfalls noch keinen neuen Vertrag beim EV Landshut unterschrieben. Vielleicht können Sie uns eine kurze Einschätzung geben, ob wir ihn nächste Saison noch im Trikot des EVL sehen werden oder wie seine sportliche Zukunft ausschaut?
Maximilian Brandl: Dazu kann ich leider nichts Genaueres sagen, da es noch keine Entscheidung, in welche Richtung auch immer, gibt.

Thomas Brandl – © Sportfoto-Sale (SD)

E-M /J. R.: Der EV Landshut ist ein Club, der für seine gute Nachwuchsarbeit bekannt ist. Unter anderem spielten mit Fabio Wagner, Nico Krämmer, Tom Kühnhackl und Tobias Rieder vier gebürtige Landshuter bei der WM für Deutschland. Wie würden Sie die Nachwuchsarbeit beim EVL aktuell bewerten? Wird der EVL auch in Zukunft weiterhin so viele gute Spieler für den Profibereich entwickeln können?
Maximilian Brandl: Ich denke, dass hier sehr gute Arbeit geleistet wird. Viele Leute im Nachwuchsbereich haben langjährige Erfahrung im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen und natürlich auch im Eishockey. Ich denke, dass auch in Zukunft wieder Spieler aus dem Nachwuchs des EVL in den Profibereich kommen werden.

E-M /J. R.: Zur Saison 2021/2022 hat der EV Landshut schon viele gute Spieler für das DEL2-Team verpflichtet. Unter anderem wurden Marco Pfleger und Thomas Holzmann verpflichtet. Was trauen Sie dem Team in der nächsten Saison zu?
Maximilian Brandl: Die Mannschaft sieht auf dem Papier sehr gut aus. Wenn sie sich als Mannschaft findet, ist da sicherlich ein Platz weit vorne möglich.

E-M /J. R.: Wird der EV Landshut in den nächsten Jahren weiter in der DEL2 spielen oder trauen Sie dem Club zu, in den nächsten Jahren in die DEL zu gelangen? Denken Sie, der EVL kann die DEL auch finanziell stemmen?
Maximilian Brandl: Dazu fehlt mir der Einblick in die Bücher. Mit der renovierten Eishalle ist auf jeden Fall ein Fundament vorhanden, dass dies möglich machen würde. Es wird auf jeden Fall sehr interessant sein zu sehen, wo der Weg hingeht.

E-M /J. R.: Sie werden nächste Saison bei den Starbulls Rosenheim in der Oberliga Süd spielen. Wie kam es dazu und für welche Rolle sind Sie bei ihrem neuen Club vorgesehen?
Maximilian Brandl: Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen und sie haben mich überzeugt, dass hier eine starke Mannschaft zusammengestellt wird. Das hat mich überzeugt. Ich werde auf jeden Fall versuchen, eine Führungsrolle in der Mannschaft einzunehmen und durch meine Erfahrung zum Erfolg der Mannschaft beitragen.

Maximilian Brandl im Bad Nauheimer Trikot – © Sportfoto-Sale (DR)

E-M /J. R.: Die U23-Regelung in der DEL führt dazu, dass viele Deutsche Ü 23-Spieler aus der DEL in die DEL2 oder Oberliga wechseln und auch viele Spieler aus der DEL2 in die Oberliga gehen. Die Auswirkungen dieser Regelung sind also bis in die Oberliga spürbar. Was denken Sie, wie wird sich das auf die einzelnen Ligen auswirken?
Maximilian Brandl: Man sieht, dass sehr viel Bewegung auf dem Spielermarkt vorhanden ist. Bisher sieht es so aus, als ob vor allem die DEL2 und die Oberliga davon profitieren, dass Spieler durch diese Regelung nach unten gedrückt werden. Ich denke, dass es vor allem eine Aufgabe der DEL-Clubs ist, dass die jungen Spieler dann auch entsprechend eingebaut werden und nicht nur zur Erfüllung der Regularien dienen.

E-M /J. R.: Durch die erweiterte U 23-Regelung in der DEL bekommen viele junge Deutsche Spieler die Möglichkeit, in der DEL zu spielen. Für Deutsche Spieler über 23 Jahren ist diese Regelung aber eher ein Nachteil. Die Anzahl der Kontingentstellen in der DEL blieb unverändert. Können Sie das verstehen?
Maximilian Brandl: Das ist ein lang diskutiertes Thema. Ich denke, dass man hier von Seiten der Liga mutig sein könnte und die Stellen sukzessive mit jungen deutschen Spielern ersetzen könnte. Ob da ein Umdenken passieren wird, lässt sich für mich nur schwer beurteilen.

E-M /J. R.: Können Sie es sich erklären, warum die Clubs der DEL bisher nicht bereit sind, an der Anzahl der Kontingentstellen etwas zu verändern? Fehlt es im Deutschen Eishockey an Wertschätzung dem hierzulande ausgebildeten Spieler?
Maximilian Brandl: Ich denke es liegt nicht an Wertschätzung, sondern an fehlendem Vertrauen, gepaart mit dem Druck des kurzfristigen Erfolgs. Es ist hier sicherlich wünschenswert, das Potential der deutschen Spieler noch mehr auszunutzen und ihnen mehr und mehr Verantwortung zu übertragen.

E-M /J. R.: Sie sind inzwischen 33 Jahre alt. Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach ihrer Karriere? Können Sie sich vorstellen, dem Eishockey z.B. als Trainer oder Jugendtrainer erhalten zu bleiben?
Maximilian Brandl: Es gibt mehrere Optionen. Durch mein abgeschlossenes Studium zum Wirtschaftsingenieur gäbe es auch in diese Richtung mehrere Möglichkeiten. Ich lasse das ruhig auf mich zukommen und treffe dann eine Entscheidung. Diese muss natürlich auch im Einklang mit der Familie getroffen werden.

E-M /J. R.: Herr Brandl, vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet haben!

(Jörg Reich)

Max Brandls Karrierestatistiken

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