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Knapper 5-4 Sieg der Kölner Haie im Westderby gegen Iserlohn Köln. (MK) Es mutete schon ein wenig merkwürdig an, aber in diesen pandemischen Zeiten... Der erste Rost ist von den Kufen!  Haie und Roosters steigern sich im ersten Test nach neun Monaten Pause und machen Appetit auf mehr

Knapper 5-4 Sieg der Kölner Haie im Westderby gegen Iserlohn

Jon Matsumoto bereitete drei Kölner Treffer vor – © Sportfoto-Sale (DR)

Köln. (MK) Es mutete schon ein wenig merkwürdig an, aber in diesen pandemischen Zeiten mit all ihren Probleme eine Eishockeysaison an den Start zu bekommen, bestritten die Kölner Haie und die Iserlohn Roosters am heutigen Nikolaus-Vorabend ihr erstes Vorbereitungsspiel. Normalerweise haben die DEL Teams zu diesem Zeitpunkt schon fast die halbe Doppelrunde in den Beinen.

In der Kölnarena 2 setzten sich am Ende die Kölner Haie mit 5:4 durch. Die Domstädter wirkten eingespielter und waren letztendlich das kaltschnäuzigere Team.

Haie drehen Iserlohns Führung schnell in eine Führung um

Für die Gäste aus dem Sauerland begann das Spiel aber zunächst sehr gut. Auch wenn die Startschwierigkeiten nach neun Monaten Zwangspause vor allem den Roosters sehr deutlich anzumerken waren, nutzte Neuzugang Bailey eine Gelegenheit in der 6. Minute am rechten Pfosten aus dem „Gewusel“ heraus zum 0:1. Fast im Gegenzug fiel aber auch schon der Ausgleich durch Kölns Neuzugang Barinka. Eine Strafe gegen O´Connor konnten die Kölner nicht nutzen. Iserlohns Bankstrafe, abgesessen von Fleischer, nutzten die Schützlinge von Ex-Bundestrainer Uwe Krupp dann aber zur Kölner 2:1 Führung durch Ex-Rooster Matsumoto. Er reagierte am schnellsten, als die Iserlohner die Scheibe einfach nicht wegbekamen. Gegen den agilen Barinka (17.) vereitelte Jenike im Iserlohner Tor den dritten KEC-Treffer.

Sutter gleicht aus, aber dann zieht Köln davon

Im Mittelabschnitt überstanden die Roosters eine Strafe gegen Friedrich ohne Gegentreffer. Sutter gelang in der 23. Minute per Schlagschuss sogar der Ausgleich. Dann aber war Köln wieder am Zug. Oblingers Treffer aus dem Slot zum 3:2 (27.) fiel nach einem Scheibenverlust der Roosters fast zwangsläufig. Sheppard erhöhte mit dem Ablauf einer Strafe gegen IEC-Neuzugang Whitney auf 4:2. Bailey scheiterte mit einem Konter in der 31. Minute am sich stetig steigernden Haiekeeper Pogge. Dann wurde im Iserlohner Tor absprachegemäß gewechselt. Jenike ging und Neuzugang Schwendener kam. Er fand sich schnell ins Spiel ein, musste aber in der 38. Minute das 5:2 der Haie durch Ugbekile kassieren, der nicht energisch genug attackiert wurde. Insbesondere die Phase nach dem 4:2 der Haie durfte den Roosters Mut machen. Hier wurde das Tempo erhöht, und teilweise auch gut kombiniert.

Iserlohn arbeitet sich ins Spiel zurück

Ins Schlussdrittel starteten die Schützlinge von Jason O´Leary mit einer Strafe gegen Grenier, die aber ohne Folgen blieb. Neuzugang Jentzsch verkürzte in der 44. Minute zum 5:3 Anschlusstreffer, als er clever die Lücke vor KEC Goalie Pogge nutzte. Strafen gegen die Haie Edwards (46.) und Ugbekile (49.) überstanden aber auch die Haie trotz guter Schüsse von Grenier. Für die immer besser spielenden Roosters verkürzte dann Fleischer per Abstauber in der 51. Minute auf nur noch 5:4. Haie Coach Uwe Krupp nahm in der 54. Minute seine Auszeit, um sein Team wieder etwas besser auf Kurs zu bringen. Aber auch im Powerplay (Strafe Samanski, 57.) blieb den Kölnern der erlösende sechste Treffer verwehrt. Auch die Herausnahme von Iserlohns Keeper Schwendener für einen sechsten Feldspieler half den Roosters am Ende nicht mehr. Köln brachte den knappen 5:4 Sieg letztendlich verdient ins Ziel.

Erste Eindrücke stimmen bei beiden Teams positiv

Iserlohns Trainer Jason O´Leary hatte schon vor dem Spiel angekündigt, dass für ihn heute das Ergebnis keine große Bedeutung hat. Nach einem zähen Start beider Teams hatten die Kölner zweifelsohne mehr vom Spiel. Wohl auch deshalb, weil dort schon mehr Spieler über Spielpraxis verfügen, als bei den Roosters. Im Team der Sauerländer nahmen Jentzsch und Buschmann vor einem Monat mit dem Top-Team Peking am Deutschland Cup teil. Torsten Ankert spielte zumindest einige Spieler für Krefeld beim Magenta Cup. Alle anderen befinden sich erst seit Dienstag auf dem Eis. Und das fand zunächst auch nur in Kleingruppen statt.

Besonders schwer das Timing zu finden war es an diesem Nachmittag für alle Goalies. Aber auch diese erfüllten ihre Aufgabe mit Bravour. Die ersten Eindrücke stimmen bei beiden Teams hoffnungsvoll. Matsumoto, Freddy Tiffels, der junge Neuzugang Barinka und Keeper Pogge hinterließen bei den Haien einen guten Eindruck. Bei den Roosters scheint man mehr Offensivpower, als noch in der enttäuschenden letzten Saison im Kader zu haben. Whitney und Bailey könnten die Rolle des Leistungsträgers erfüllen. Und Rückkehrer Brent Raedeke dürfte auch mit zunehmender Spielpraxis und mehr Verantwortung als zuletzt in Mannheim ein guter Griff von Manager Hommel gewesen sein. Janick Schwendener, der Schweizer Goalie mit deutschem Pass, hinterließ ebenfalls einen grundsoliden Eindruck.

Bis zum Saisonstart am 23. Dezember in Krefeld hat das Iserlohner Trainerteam um Jason O´Leary und Brad Tapper allerdings noch mehr als reichlich Arbeit. Tempo, Laufwege und Feintuning, insbesondere in den Specialteams, gilt es bis dahin dem Kader einzuimpfen. Ein Kader, der auch noch um ein bis zwei Positionen ergänzt werden könnte. Klubchef Brück kündigte im Podcast der Westfalenpost an, dass man eventuell noch die eine oder andere „Perle“ bekommen könnte, die man sonst in einer coronafreien Saison wohl nicht an den Seilersee locken kann.

Im Gegensatz zu den Roosters bleibt den Haien noch weniger Zeit bis zum Saisonstart. Sie müssen bereits am 17. Dezember das DEL Eröffnungsspiel gegen Düsseldorf bestreiten. Auf Uwe Krupp wartet in den kommenden Tagen also eine echte Herkulesaufgabe. Kreativität ist auch abseits des Eises gefragt, denn für besondere Teambuilding-Maßnahmen bleibt keine Zeit.

Haie-Kapitän Moritz Müller wird auf der Homepage der Haie zitiert: „Es hat großen Spaß gemacht wieder richtiges Eishockey mit den Haien zu spielen. Das hat allen heute gutgetan. Es gibt einige Bereiche, in denen wir uns noch verbessern können, aber es war eben auch das erste Spiel seit neun Monaten. Alles in allem war das schon ordentlich.”

Trotz aller Umstände machte der erste Auftritt beider Teams definitiv Appetit auf mehr. Der erste Rost ist nun von den Kufen und man darf mit Interesse die weitere Entwicklung dieser beiden Westrivalen beobachten. Am kommenden Freitag will man sich in Iserlohn erneut miteinander messen. So mancher Tropfen Schweiß wird bis dahin bei den Spielern fließen. Die Freude darüber, endlich wieder auf dem Eis stehen zu können, war heute allen Aktiven deutlich anzusehen. Hockey is back!

Tore: 0:1 (05:34) Bailey (Sutter), 1:1 (07:03) Ma. Müller (Matsumoto), 2:1 (13:25) F. Tiffels (Matsumoto/Edwards) 5:4PP, 2:2 (22:42) Sutter (Friedrich/Bailey), 3:2 (25:31) Oblinger, 4:2 (29:17) Sheppard (Matsumoto), 5:2 (37:31) Ugbekile (F. Tiffels/Ma. Müller), 5:3 (44:00) Jentzsch (Whitney/Raedeke) 5:4PP, 5:4 (50:41) Fleischer (Weidner/Ankert) 5:4PP

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