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Iserlohn. (MK) Der Druck war für die Iserlohn Roosters vor dem Spiel gegen Tabellenführer und Vizemeister EHC Red Bull München schon enorm groß. Nach... Der Abend des Jonas Neffin

Jonas Neffin (Iserlohn) and Jason Jaffray (RB Muenchen). Photo: GEPA pictures/ City-Press/ Moritz Eden

Iserlohn. (MK) Der Druck war für die Iserlohn Roosters vor dem Spiel gegen Tabellenführer und Vizemeister EHC Red Bull München schon enorm groß.

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge waren die Sauerländer auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Der Abstand auf die Playoff-Plätze war auf beachtliche neun Punkte Rückstand angewachsen. Und zu allem Unglück konnte Trainer Jason O´Leary auch auf keinen seiner beiden etatmäßigen Goalies, Anthony Peters und Andreas Jenike, zurückgreifen.
„Es sind nur Kleinigkeiten“, hatte Jason O´Leary noch am Vortag Hoffnung, dass zumindest einer seiner beiden DEL-erprobten Torhüter zur Verfügung stehen kann. Am Freitagmorgen war dann allerdings endgültig klar, dass es nicht mehr für einen Einsatz von Peters oder Jenike reichen würde. Somit lastete reichlich Druck auf den Schultern des erst 19- jährigen dritten Torhüters Jonas Neffin, der nun erstmals ins eiskalte DEL-Wasser geworfen werden musste.

Eigentlich spielt der gebürtige Iserlohner in dieser Saison mittels einer Förderlizenz beim Süd-Oberligisten Blue Devils Weiden. Dort kam er in dieser Saison auf bislang acht Einsätze. In Iserlohn hält die sportliche Leitung sehr viel vom Torwarttalent und plant mit ihm auch mittelfristig im Team der Roosters. Mehr aus der Not heraus geboren kam Jonas Neffin zu seinem ersten DEL Starteinsatz. Und den meisterte er mehr als nur mit Bravour. Insgesamt 39 Schüsse feuerten die Münchner auf das Iserlohner Tor ab. Nicht ein einziger Schuss rutschte dem jungen Keeper durch. Viel mehr noch strahlte er eine enorme Ruhe aus, wirkte keineswegs hektisch und verdiente sich seinen ersten Shutout im ersten Spiel mehr als redlich. Highlight während der sechzig Minuten war ein Penalty des Münchners Jason Jaffray (38 Jahre / 49 NHL Spiele), den er ebenfalls souverän meisterte.

Nach Spielende kannte in der Iserlohner Eissporthalle der Jubel natürlich kaum Grenzen. Einerseits, weil die Mannschaft sich sehr strikt an das „neue“ Defensivsystem hielt und weil natürlich der „Iserlohner Junge“ im Tor herausragte. Und so genoss Jonas Neffin das „vierte Drittel“ vor den Fans mit seiner Ehrenrunde, einem Tänzchen und einer Humba sichtlich. Für einen gebürtigen Iserlohner ist es schließlich ein Kindheitstraum vor eigenem Publikum so aufzutrumpfen. Jonas Neffin konnte sich diesen Traum am Freitagabend definitiv erfüllen.

Der verletzte Stammtorwart Anthony Peters fieberte übrigens in den Schlussminuten, fast aufgeregt wie ein kleiner Junge, am Rande der Bande mit und freute sich mit der Schlusssirene sichtlich für seinen blutjungen Torwartkollegen.

Wie es nun mit Jonas Neffin weiter geht? Noch ist unklar, ob er auch am Sonntag in Bremerhaven das Tor hüten wird. Sollte einer der etatmäßigen Goalies spielfähig sein, dann wird man vermutlich auch auf diesen setzen. Der ungeschliffene Rohdiamant Jonas Neffin soll ja schließlich behutsam aufgebaut und an die DEL herangeführt werden. Neben einem großartigen Iserlohner Hockeyabend, der zudem auch Balsam auf das unruhige Umfeld war, überwiegt nun vor allem die Erkenntnis, dass man schon jetzt im Notfall auch auf den dritten Goalie setzen kann. Im Vergleich zur vertrackten Torwartsituation am Seilersee vor einem Jahr – mit dem Trio Mathias Lange, Sebastian Dahm und Niko Hovinen – ist das fast schon ein echtes Luxusproblem.

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