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Neuss. (EM) Seit dem Abbruch der DEL Saison 19/20, Anfang März, wurde immer wieder betont, dass die Klubs in der Deutschen Eishockey Liga von... DEL-Saisonstart 2020/21: „Lockdown-November“ wird zum Monat der Entscheidungen

© Sportfoto-Sale (JB)

Neuss. (EM) Seit dem Abbruch der DEL Saison 19/20, Anfang März, wurde immer wieder betont, dass die Klubs in der Deutschen Eishockey Liga von Ticketverkäufen abhängig sind.

Sehr viele Anstrengungen wurden seit dem unternommen. Schlüssige Hygienekonzepte wurden erarbeitet, um möglichst viele Zuschauer unter sicheren Hygienebedingungen in die Hallen zu bekommen. Die Aussagen von Bremerhaven bis Schwenningen waren über Monate einheitlich: „Ohne unsere Fans können wir nicht spielen“

Umdenken im Thema Geisterspiele

Doch nun scheint zumindest teilweise ein Umdenken stattgefunden zu haben. Die DEL schließt mittlerweile die lange Zeit kategorisch abgelehnten „Geisterspiele“ nicht mehr aus. „Wir müssen mit Spielen ohne Zuschauer rechnen, was wir bislang immer ausgeschlossen hatten“, sagte DEL Geschäftsführer Gernot Tripcke der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Der ab dem 11.11. startende Magenta Sport Cup, an dem acht von vierzehn DEL-Teams teilnehmen werden (wir berichteten), könnte ebenso wie der Deutschland Cup (mit DEB Nationalmannschaft, „Top-Team Peking“ und Lettland ab dem 5. November) in Krefeld zum Gratmesser werden. Diese beiden Turniere, die während des teilweisen nationalen Corona-Lockdowns stattfinden, könnten wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie sicher der Spielbetrieb für die Teams, Staff usw. in der Praxis wirklich ist. Zuschauer sind bekanntlich im November ausgeschlossen.

Staatliche Hilfen wären ein wichtiger Baustein

Bewegung scheint auch in das Thema staatliche Hilfen zu kommen. Das schon vor Monaten aufgelegte 200 Millionen Euro starke „Hilfspaket Profisport“ für Sportarten wie Eishockey, Handball, Basketball und Volleyball scheiterte teilweise an einer komplizierten Beantragung und am EU Recht, wodurch nicht klar war, ob wirklich alle DEL Klubs überhaupt teilhabeberechtigt sind. Inhaltliche und verwaltungstechnische Hürden mussten erst einmal bis zum 31. Oktober (Abgabefrist für die Anträge) von den Klubs genommen werden. In einer gemeinsamen Presseerklärung appellierte der Mannschaftssport an die Politik das Hilfsprogramm auch im Jahr 2021 fortzuführen. Sollten die DEL Klubs ausnahmslos Hilfen erhalten, dann könnte das ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem Saisonstart am 18. Dezember sein.

Nürnberg zeigt den Daumen nach oben, Köln hofft auf erfolgreiche Ticketaktion, Iserlohn arbeitet an Lösungen

Auf der anderen Seite werden die Klubs ihre Kosten weiter reduzieren und die Einnahmeseite verbessern müssen. Ob das allen gelingt, bleibt abzuwarten. Gelungen ist das offenbar bei den Nürnberg Ice Tigers, die in dieser Woche verkündeten für einen DEL Start gerüstet zu sein. Die Sponsoren der Franken haben hier einen ebenso großen Kraftakt vollzogen, wie Angestellte des Klubs und Spieler.

Ein Start in eine möglicherweise komplette Geisterspielsaison 20/21 ist aber längst nicht überall gesichert. In Köln lief am Mittwoch die Rettungsaktion mit den #immerwigger Tickets an. Rund eine Million Euro wollen die Haie durch die Ticketaktion (Stückpreis 10 Euro, wir berichteten) generieren, um die größte Not zu lindern. Unklar ist, ob ein Erfolg der Aktion einen Saisonstart in die „Geistersaison“ möglich machen kann.

Bei den Iserlohn Roosters arbeitet man ebenfalls fieberhaft an Lösungen. Klubchef Brück erklärte allerdings gegenüber dem Iserlohner Kreisanzeiger, dass man am Seilersee unter den augenblicklichen Bedingungen nicht guten Gewissens teilnehmen könne.

Sponsoren, Gesellschafter, Angestellte und Spieler haben an vielen DEL-Standorten bereits extrem positive Signale gesendet. Das allein kann aber nicht überall helfen.

IceHL unterbricht den Spielbetrieb, zahlreiche Teams der Schweizer National League in Quarantäne

Mit bangen Blicken schaut man aus der DEL Zentrale sicherlich unter anderem auch auf die Geschehnisse in den benachbarten Ligen, wo der Spielbetrieb bereits läuft. In der Schweizer National League findet am heutigen Sonntag nur ein einziges der sechs angesetzten Spiele statt. Covid-Fälle und entsprechende Quarantänemaßnahmen sorgten in den letzten Tagen in Genf, Langnau, Zug, Ambri, Rapperswil und Biel für eine Unterbrechung des Spielbetriebs. In der internationalen bet at home Icehockey League wurde ebenfalls der Spielbetrieb an diesem Wochenende komplett unterbrochen. Die Erkrankung von Bundestrainer Toni Söderholm und sein Fehlen beim Deutschland Cup zeigt einmal mehr, dass auch über den geplanten Turnieren im November auch ohne Zuschauer stets eine dunkelgraue Pandemiewolke schwebt.

Novemmber wird zum Monat der Entscheidungen

Bei den Nürnberg Ice Tigers, die nicht am Magenta Sport Cup teilnehmen, plant man übrigens den Trainingsauftakt für den 01. Dezember. Insgesamt zehn Cracks der Nürnberger spielen aktuell per Leihe für andere Teams. Trainer Frank Fischöder blieben also 18 Tage für eine turbomäßige Saisonvorbereitung. Allein wird er damit aber nicht sein, denn wesentlich anders dürfte die zeitliche Planung in Straubing, Köln, Iserlohn, Ingolstadt und Augsburg nicht aussehen. Immer vorausgesetzt, dass die Saison am 18. Dezember startet und auch alle 14 Teams teilnehmen können. Beides ist noch längst nicht gesichert. Keineswegs ausgeschlossen ist, dass die Saison doch noch abgesagt wird, erneut verschoben wird oder als „Corona-Saison“ mit verändertem (Turnier)Modus und weniger Teams startet. Die Liga scheint diesbezüglich vor einer Zerreißprobe zu stehen.

Der nationale Lockdown im November wird wohl in vielerlei Hinsicht zum Monat der Wahrheit. Auch für das DEL Eishockey.

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