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Limburg. (PM Rockets) Ein Mittwoch im April, der Kalender sagt, es sei der 7. Der Spielplan sagt: Heute Pre-Play-offs. Die Abschlusstabelle der Oberliga Nord... Das Saisonaus der Rockets in der Chronologie

Rockets Team – © Nicole Baas

Limburg. (PM Rockets) Ein Mittwoch im April, der Kalender sagt, es sei der 7. Der Spielplan sagt: Heute Pre-Play-offs. Die Abschlusstabelle der Oberliga Nord sagt: Die EG Diez-Limburg spielt am Abend auswärts bei den Black Dragons in Erfurt um den Einzug ins Viertelfinale.

Doch der Aufsteiger spielt nicht mehr. Corona hat die Rockets ausgebremst. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres fällt die Krönung einer erfolgreichen Saison weg. Wer in Zeiten einer Pandemie spielen darf, der muss mit allem rechnen. Auch, dass er nicht mehr spielen darf. Bitter ist es dennoch. Aber es war dennoch richtig, genau diesen Weg zu gehen: Aufstieg, Oberliga Nord, die Chance wahrnehmen, unter diesen Umständen zu spielen. Alle wussten, was passieren könnte. Und würde man die Verantwortlichen heute fragen – jener Tag, an dem man eigentlich in Erfurt spielen sollte und an dem es sicherlich besonders weh tut – sie würden sagen: Wir würden es genau so wieder machen!

Ein Mittwoch im April, der Kalender sagt, es sei der 1. Zu Scherzen ist die EGDL an diesem Tag jedoch nicht aufgelegt. Einzelne Spieler in der Mannschaft zeigen Symptome. Die ganze Saison über gab es keinen einzigen Corona-Fall innerhalb des Teams. Während andere Oberligisten zwischenzeitlich in Quarantäne mussten, konnten die Rockets immer trainieren und spielen. Mal jene Phase ausgenommen, als das Land Rheinland-Pfalz den Spielbetrieb zwischenzeitlich verboten hatte und man in andere Bundesländer ausweichen musste. Doch jetzt ist die Lage ernst, das wird schnell klar. Am Folgetag steht fest: Drei Schnelltests sind positiv.

Ein Samstag im April, der Kalender sagt, es sei der 3. „Bitte Rückruf, Saison ist beendet.“ Die Whatsapp des EGDL-Vorsitzenden Steffen Krüger kommt eigentlich wenig überraschend, und dennoch gab es zunächst noch einen Funken Hoffnung. Die drei Schnelltests wurden zwar durch positive PCR-Tests bestätigt, doch der Rest des Teams ist negativ. Nun wird genau geprüft: Wann war der letzte Kontakt der Spieler zum Team? Besteht noch eine Möglichkeit, in enger Absprache mit den Behörden, den „Ausbruchsherd“ genau zu definieren und ihn vom Rest des Teams zu lösen? Mit der Whatsapp am Samstagmittag, es ist 12.28 Uhr, gibt es diese Hoffnung nicht mehr. In der Fußball-Bundesliga wären die positiven Ergebnisse nur eine Randnotiz, im Eishockey bedeuten sie: Das Team geht (zu großen Teilen) sofort in Quarantäne. Die Saison ist beendet.

Ein Sonntag im April, der Kalender sagt, es sei Ostern. „Ich schiebe das noch vor mir weg, dass die Saison vorbei ist.“ „Ich kann das immer noch nicht glauben.“ „Es ist einfach unglaublich bitter.“ Das Team versucht die freien Tage irgendwie dazu zu nutzen, das plötzliche Saisonende zu verdauen. Gelingt nur bedingt. Dass nun der abgeschlagene Tabellenletzte Pre-Playoffs spielt – heute Abend anstatt der Rockets in Erfurt – bringt sogar Sport1 auf den Plan. Der Sportsender berichtet auf seiner Internetseite vom „Eishockey-Chaos!“ Ins gleiche Horn schlagen die Rockets bewusst nicht. Nochmal: Alle wussten, dass es passieren kann. Trotzdem drückt man heute Abend jenem Team die Daumen, das sich sportlich für diese Pre-Playoffs qualifiziert hat. Es wäre keine gute Sache für den Sport, wenn ein einziger glücklicher Tag ausreicht für die Teilnahme am Viertelfinale der Oberliga Nord.

Ein Mittwoch im April, es ist noch immer der 7. Was bleibt ist ein bockstarkes sportliches Fazit. Die Rockets, vor fünf Jahren noch in der Hessenliga Zuhause, hatten den Mut, sich der Oberliga Nord zu stellen. Als bester Aufsteiger qualifizierte man sich auf Tabellenplatz 9 für die Pre-Playoffs und ließ gleich vier Mannschaften hinter sich. Diesen sportlichen Erfolg haben sich Mannschaft und Sportliche Leitung hart erarbeitet. Der verdiente Lohn bleibt aus – aber nur auf dem Eis. Denn den Respekt der Liga haben sich die Rockets hart erarbeitet und am Ende auch verdient.

„Mein Saisonfazit fällt sehr positiv aus, auch wenn es natürlich mit einem extrem tränenden Auge ausgesprochen wird, was das Ende der Saison betrifft“, sagt Arno Lörsch, Sportlicher Leiter der Rockets. „Heute ist es unmöglich, über dieses Ende schon hinwegzusehen. Aber grundsätzlich haben wir unser sportlich gestecktes Ziel erreicht – das Erreichen der Pre-Playoffs war eigentlich nie ernsthaft gefährdet. Und das trotz aller Widrigkeiten, mit denen auch wir zu kämpfen hatten und mit allen Dingen, die wir als Aufsteiger zu lernen haben. Aber wir haben uns nie beirren und vom Weg abbringen lassen. Von daher fällt mein Fazit auch sehr positiv aus.“

„Es ist immer noch sehr bitter und natürlich bin ich auch noch immer enttäuscht“, sagt Rockets-Trainer Marius Riedel. „Aber man kann die Situation nicht ändern. Viel wichtiger ist jetzt, dass unsere Erkrankten schnell wieder gesund werden. Das ist am Ende das Wichtigste. Mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht, eine super Erfahrung für mich als Trainer an der Bande. Ich denke, wir haben phasenweise sehr gutes und attraktives Eishockey gespielt, was sicherlich auch beim Zuschauen Spaß gemacht hat. Mir war es wichtig, allen Spielern ihre Chance zu geben. Schade, dass wir uns nicht mit den Play-offs belohnen durften.“

In den kommenden Tagen werden die Rockets auch aus Sicht des Vorstands ein Saisonfazit ziehen.

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