
Köln. (EM) Mit der Meldung, dass sich die Adler Mannheim für die kommende Saison die Dienste von Kölns Torjäger Justin Schütz mit einem Traumgehalt gesichert haben sollen, ging ein entsprechendes Fan-Echo durch die sozialen Medien.
Neu ist die Erkenntnis freilich nicht, dass deutsche Top-Spieler gerade bei zum Saisonende auslaufenden Verträgen sehr früh von den Ligakonkurrenten umworben werden. Häufig lösen die ersten festgezurrten Transfers in diesem Bereich eine Kettenreaktion aus. Wer einen guten Spieler verliert, möchte möglichst auch einen guten Ersatz bekommen.
Der Deutschland Cup ist zudem im November auch immer ein gewisses Schaufenster für Spieler, die sich in den Fokus der Nationalmannschaft gespielt haben oder es ohnehin schon sind. Mit für deutsche Verhältnisse fürstlichen Gehältern ist es in den letzten Jahren den Top-Klubs immer wieder gelungen Nationalspieler für sich zu gewinnen. Neben dem Gehalt spielt oft aber auch die Vertragslaufzeit und natürlich auch die sportliche Perspektive eine Rolle. Jeder Spieler möchte schließlich Titel gewinnen und sich mit einem Stammplatz in einem der Top-Mannschaften auch für höhere Aufgaben in der Nationalmannschaft empfehlen. Die Konkurrenz ist gerade im Hinblick auf Olympia bekanntlich sehr groß, wenn dann auch die NHL-Legionäre allesamt spielberechtigt sind.
Und so schießen nach dem offiziell noch nicht bestätigten Wechsel des noch in Köln unter Vertrag stehenden Justin Schütz zu den Adlern Mannheim schon die nächsten Gerüchte wie Pilze aus dem Boden.
So berichtet der Mannheimer Morgen, dass die Adler Mannheim neben Justin Schütz auch das Rennen um Bremerhavens Torhüter Maximilian Franzreb gemacht haben. In Mannheim könnte Franzreb ein Duo mit Felix Brückmann (33, Vertrag endet ebenfalls am Saisonende) bilden, da Top-Talent Arno Tiefensee aller Voraussicht nach in der kommenden Saison seinen Weg in Nordamerika fortsetzen wird. Sollte das Goalie-Karussell sich beginnen zu drehen, dann könnte möglicherweise auch Leon Hungerecker (26, Nürnberg) ein Thema bei anderen Teammanagern werden. Er hat mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und sein Vertrag in Nürnberg endet am Saisonende.
In der Branche wird ebenfalls gemunkelt, dass auch Straubings Josh Samanski (22) bei mehreren Klubs (u. a. Berlin) auf dem Wunschzettel weit oben stehen soll. Mit fünf Toren und acht Assist in 16 Spielen hat Samanski sich auch klar empfohlen.
Der gebürtige Landshuter Luis Schinko (24) zeigt im dritten Jahr in Folge, dass er bei den Grizzlys Wolfsburg ein beständiger Punktesammler ist. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf hatte sich im Dezember 2022 frühzeitig mit Schinko auf eine Vertragsverlängerung bis 2025 geeinigt. Seine Zukunft ist darüber hinaus (noch) offen.
Interessant wird auch zu beobachten sein, welcher etablierte deutsche (National)Spieler bei den Top-Klubs in Berlin, München und Mannheim möglicherwiese keinen Anschlussvertrag mehr erhält.
Außerdem ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Spieler im kommenden Jahr mit dem Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft bei den zahlungskräftigen Klubs unterkommen.
Der erfahrene Ryan McKiernan (35, zuletzt München) hat vor einigen Tagen im Münchner Merkur angekündigt, dass er im Dezember den deutschen Pass erwartet. Dann dürfte der bereits in Düsseldorf, Berlin und München aktive Verteidiger auch wieder in der DEL auftauchen. Eventuell auch mit einem Vertrag über das Saisonende hinaus. Frankfurt soll bei McKiernan hoch im Kurs stehen.
Intensiv beobachtet werden auch immer die in Nordamerika tätigen deutschen Spieler. Maksymilian Szuber (22) und Julian Lutz (20) hoffen weiter auf ihre NHL-Chance und sind bei den Tucson Roadrunners in der AHL auch gut in die neue Saison gestartet. Anders sieht es da schon bei Tommy Pasanen (23) und Timo Bakos (24) aus, die nach mehreren Jahren in der NCAA vielleicht in absehbarer Zeit dort ihre Zelte abbrechen könnten. Hinweise darauf gibt es aktuelle allerdings nicht.
Vor allem die finanziell weniger auf Rosen gebetteten DEL-Organisationen werden kreativ sein müssen, um auf dem Sektor der deutschen Spieler konkurrenzfähig zu sein. Es ist stets ein Abwägen zwischen dem sportlichen Wunsch und dem finanziell Machbaren.
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