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Dachau. (EM) Dicke Luft in Dachau. Grund dafür ist der geplante Abriss der Kunsteisbahn. Bereits seit 2016 wurde über den Neubau einer Mehrzwecksporthalle in... Dachaus Kunsteisbahn soll einer Mehrzweckhalle weichen – Fragwürdiger Beschluss der Politik verteilt die Lasten eines Neubaus zu großen Anteilen auf die Schultern des Vereins

© Daniel Sommer (privat)

Dachau. (EM) Dicke Luft in Dachau. Grund dafür ist der geplante Abriss der Kunsteisbahn.

Bereits seit 2016 wurde über den Neubau einer Mehrzwecksporthalle in Dachau diskutiert und eine Planung angestoßen.
Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2022 teilt sich auf in drei Grundvarianten (Schulsporthalle, Halle mit 1500 Zuschauern, Halle mit 2500 Zuschauer), sowie in zwei Zusatzprogramme (minimale Anforderungen, Anforderung 2030).
Das klingt soweit auch alles sehr vielversprechend. Der Haken ist allerdings, dass die funktionierende offene Eisfläche abgerissen werden soll, um dem Mehrzweckhallen-Neubau zu weichen.

Eine Petition wurde gestartet, die insgesamt 6692 Unterstützende unterzeichneten. Dadurch erhielt das Thema eine große Aufmerksamkeit in der regionalen und überregionalen Presse. Die lokale Politik kam nicht umhin das Thema aufzugreifen.

Laut Stadt Dachau kommen jährlich rund 35.000 Besucher zum Schlittschuhlaufen zur Eisbahn. Jugendlichen bietet sich hier ein attraktiver Treffpunkt. Auch Dachauer Schulen nutzen das Angebot für den im Lehrplan festgeschriebenen Winter-Sportunterricht kontinuierlich.
Das Stadion ist nicht zuletzt auch die sportliche Heimat für den ESV Dachau inklusive Eishockey-Liga-Spielbetrieb in der bayerischen Bezirksliga. Die Eisfläche kann außerdem für Eiskunstlauf und Eisstockschießen genutzt werden.

Mit der Petition wird der Stadtrat aufgefordert eine städtische Kunsteisbahn in Dachau weiter zu betreiben.

Die abgeschlossene Petition wurde vor knapp zwei Wochen an den Oberbürgermeister übergeben. Zumindest konnte man einen Teilerfolg verbuchen. Der Haupt- und Finanzausschuss war sich einig, dass der Eissport in Dachau erhalten bleiben soll. Um dieses Vorhaben in die Tat umsetzen zu können soll der ESV die Erlaubnis bekommen eine neue Kunsteisbahn in Eigenregie zu bauen und zu betreiben. Die Stadt würde demnach ein Grundstück kostenfrei zur Verfügung stellen, sich aber aus weiteren finanziellen Zusagen zurückziehen.

Wie groß die Chancen sind, dass Dachau auch in Zukunft Eissport beheimaten kann, ist dennoch fraglich. Der Kampf der Unterstützer geht aber weiter. Dachau soll kein weiterer weißer Fleck auf der Eissport-Landkarte werden. In den vergangenen Jahren beklagen der Deutsche Eishockey Bund (DEB) und verschiedene andere Eissportverbände immer wieder das kontinuierliche Eishallen-Sterben.

Längst haben diverse europäische Verbände Programme aufgelegt, um kostendeckende und klimafreundliche Eisflächen zu bauen.

Ohne einen Investor dürfte ein Neubau allerdings nur schwer zu stemmen sein. Angedacht ist mit Fördergeldern des Bayerischen Landes-Sportverbands, des Freistaats Bayern, Unterstützung von Sponsoren und durch ein Crowdfunding eine Summe von bis zu sieben Millionen Euro (laut Merkur) zusammenzutreiben.

Man darf gespannt sein, wie lange der Atem der Eissportbefürworter in Dachau ist und wieviel sie mit ihren Aktionen finanziell bewegen können. Den zahlreichen Eissportfreunden, Jugendlichen und Kindern wäre es zu wünschen, dass der Eissport dort erhalten bleibt.
Wir berichten weiter.




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