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Heidelberg. (JR) Christopher Fischer hat in den letzten beiden Spielzeiten für die Schwenninger Wild Wings gespielt. Zuvor war der 33jährige in der DEL für... Christopher Fischer verrät im Interview: „Ich werde in die DEL 2 wechseln“

Christopher Fischer – © Sportfoto-Sale (DR)

Heidelberg. (JR) Christopher Fischer hat in den letzten beiden Spielzeiten für die Schwenninger Wild Wings gespielt.

Zuvor war der 33jährige in der DEL für seinen Heimatverein Adler Mannheim, die Grizzly Wolfsburg und die Iserlohn Roosters tätig. Bei den Schwenninger Wild Wings wurde er zur Saison 2021/2022 als Abgang gemeldet. Wir haben ihm ein paar Fragen zu ihm und seiner Zukunft, sowie zum Deutschen Eishockey allgemein gestellt.

Eishockey-Magazin (EM) / Jörg Reich (JR): Hallo Herr Fischer, vielen Dank, dass wir Ihnen ein paar Fragen stellen dürfen!
Die Saison 2020/2021 ist für Sie beendet. Die Schwenninger Wild Wings haben die Playoffs nur um Haaresbreite verpasst. Es war insgesamt sicherlich eine gute Saison der Wild Wings. Wie ärgerlich war es für den Club und für Sie persönlich, so knapp und unglücklich am Ziel die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu erreichen, gescheitert zu sein?
Christopher Fischer: Sowohl für die Organisation, als auch für mich als Spieler war es sehr ärgerlich. Wir hatten eine tolle Mannschaft, super Jungs und haben die ganze Saison sehr hart gearbeitet. So knapp zu scheitern war sehr schmerzhaft.

E-M / JR: Von außen betrachtet haben Sie persönlich eine sehr solide Saison gespielt und mit guten konstanten Leistungen überzeugt. Wie zufrieden waren Sie selbst mit ihrer persönlichen Leistung in der Saison 2020/2021?
Christopher Fischer: Ich denke „solide“ ist das richtige Wort. Ich habe gut gespielt aber konnte offensiv leider nicht so produktiv sein wie im Vorjahr.

E-M / JR: Die Schwenninger Wild Wings haben bekanntgegeben, dass Sie nächstes Jahr nicht mehr im Trikot des Clubs auflaufen werden. Das kam doch etwas überraschend. War das eine Entscheidung des Clubs oder haben Sie selbst einen Clubwechsel angestrebt? Was sind die Gründe für einen Wechsel aus Sicht des Clubs bzw. aus ihrer Sicht?
Christopher Fischer: Ich wäre gerne geblieben und habe auch dem Club angeboten auf viel Geld zu verzichten um bleiben zu können , da zum einen meine Familie sich hier sehr wohl gefühlt hat und auch ich in mich in der Mannschaft seht wohlgefühlt habe.

E-M / JR: Aktuell laufen die Planungen in der DEL für die Saison 2021/2022 auf Hochtouren. Corona erschwert sicherlich die Planung vieler Clubs weiterhin. Wie ist die Situation bei Ihnen, haben Sie bereits einen neuen Club gefunden oder sind Sie aktuell noch auf Jobsuche? Haben Sie die Befürchtung, keinen Vertrag mehr in der DEL zu bekommen?
Christopher Fischer: Wird die nächsten Tage bekannt gegeben 😉 Ich werde in die DEL 2 wechseln, es gab ein paar Optionen in der DEL aber nur 1-Jahres Verträge und ich möchte nicht für die Familie für 8-9 Monate irgendwo hinziehen.

E-M / JR: Sie sind inzwischen 33 Jahre alt, ein erfahrener offensiv ausgerichteter Verteidiger, technisch versiert und auch läuferisch gut ausgebildet. Die Clubs der DEL sollten eigentlich an einem Verteidiger wie Ihnen großes Interesse zeigen. Man hat aber den Eindruck viele Positionen für die Sie in den DEL- Clubs in Frage kommen, werden von Kontingentspielern eingenommen. Täuscht dieser Eindruck oder wie sehen Sie das?
Christopher Fischer: Kann ich so bestätigen.

Christopher Fischer im DEB-Trikot – © Sportfoto-Sale. (DR)

E-M / JR: Insgesamt sind viele Kaderplätze in der DEL für Kontingentspieler reserviert, wie bekannt sind neun plus zwei erlaubt. Die DEL-Regularien sehen vor, dass die U 23-Stellen in der Saison 2021/2022 um eine erhöht werden und die Anzahl der Kontingentstellen unverändert bleiben. Für Deutsche Spieler über 23 Jahren wird es dadurch nochmals erschwert, einen Vertrag in der Liga zu bekommen. Wie sehen Sie diese Regelung?
Christopher Fischer: Ich verstehe nicht wieso der U23 nicht einen Ausländer, sondern einen Deutschen, erfahrenen Spieler ersetzt. Zumal bei jedem Verein noch 2-3 Ausländer mit deutschem Pass spielen. Zumal die U-23 Regelung häufig junge Spieler nur auf den Spielberichtsbogen zwingt, aber sie kaum Eiszeit erhalten. Das hilft den jungen Spielern auch nicht wirkich weiter. Die wirklich guten U-23 Spieler werden dadurch noch begehrter und teuerer und nur für wenige Clubs bezahlbar, wodurch die „Schere“ in der Liga noch weiter auseinander geht.

E-M / JR: Was denken Sie, werden zur Saison 2021/2022 viele Deutsche Spieler über 23 Jahren keinen Vertrag mehr in der DEL erhalten?
Christopher Fischer: Das weiß ich nicht .

E-M / JR: Im Zuge der Erhöhung der Lizenzen für U23-Spieler, wäre es da nicht angebracht die Kontingentstellen so zu reduzieren, dass es zumindest nicht zum Nachteil für die deutschen Spieler über 23 Jahren wird? Können Sie nachvollziehen und verstehen, warum das nicht gemacht und von den Clubs scheinbar nicht gewünscht wird?
Christopher Fischer: Genau mein Gedanke, wie ich oben schrieb.

E-M / JR: Man hat das Gefühl der Deutsche Spieler über 23 Jahre, wenn er nicht gerade Nationalspieler ist, erhält nicht die Wertschätzung innerhalb der Liga, wie es sein sollte. Wie sehen Sie das?
Christopher Fischer: Von Verein zu Verein unterschiedlich würde ich sagen.

E-M / JR: Mit der Gründung der Spielervereinigung SVE gibt es einen Zusammenschluss der Spieler in Deutschland. Sind Sie auch Mitglied der SVE? Sollte die SVE nicht noch mehr die Interessen der Deutschen Spieler gegenüber der Liga vertreten und vor allem jetzt beim Thema Kontingentstellen mit Nachdruck auf eine Reduzierung drängen?
Christopher Fischer: Ja ich bin Mitglied in der SVE und gerade beim Thema Ausländer – U23 wie oben schon beschrieben sollte versucht werden, Druck auf die Liga auszuüben. Aber wie die Erfolgschancen hier stehen, weiß ich leider nicht .

E-M / JR: Ein Blick in die Zukunft, haben Sie schon einen Plan was Sie nach ihrer Karriere machen werden? Bleiben Sie dem Eishockey erhalten, evtl. als Trainer oder Jugendtrainer?
Christopher Fischer: Ich weiß noch nicht was ich nach dem Eishockey machen werde, möchte aber noch mindestens 2 Jahre spielen und danach wieder in die Heimat Richtung Heimat/Heidelberg ziehen für die Schule meines Sohnes. Ich habe ein abgeschlossenes Studium in Medien- und Sportmanagement und denke es werden sich dann ein paar Optionen ergeben.

E-M / JR: Herr Fischer, vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet haben!

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Sollten die Kontingentstellen in der DEL, wie in "Powerplay26" vorgesehen, nun schrittweise bis 2026 auf sechs Stellen reduziert werden?

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