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Buchloe. (chs) Vor gut eineinhalb Wochen haben sich die Buchloer Piraten mit einem 6:5 Sieg nach Verlängerung nach einen sehr langen Spielzeit endgültig in... Charakter bewiesen! Für den ESV Buchloe geht eine lange und intensive Saison mit vielen Höhen aber auch Tiefen zu Ende

Team Pirates 2023-24 – © Lissy Strodel

Buchloe. (chs) Vor gut eineinhalb Wochen haben sich die Buchloer Piraten mit einem 6:5 Sieg nach Verlängerung nach einen sehr langen Spielzeit endgültig in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet.

Ein Spiel, das durchaus noch einmal ein Spiegelbild der gesamten Saison war, in der es viel Positives, aber auch einige bittere Momente gab. „Wir haben eine gute Saison gespielt, aber fünf Minuten haben uns zu einer überragenden gefehlt“, meint der 2. Vorstand Florian Warkus, der damit auf den wohl bittersten Augenblick der Spielzeit anspielt – das denkbar enge und tragische Ausscheiden der Piraten in den Pre-Playoffs gegen Amberg. Am Ende sicherten sich die Buchloer aber souverän den Klassenerhalt in der Bayernliga und dürfen so auch in der kommenden Saison wieder in Bayerns höchster Eishockey-Spielklasse an den Start gehen.

Doch der Reihe nach: 47 Pflichtspiele – und damit so viele wie kein andere Bayernligist – hatten die Buchloer seit Oktober zu absolvieren. Zusammen mit den sechs Vorbereitungsspielen waren es so 53 Partien, die den am Ende personell arg gebeutelten Freibeutern auch kräftemäßig alles abverlangt haben. Die Grundlage für die Spielzeit wurde aber bereits früh im Sommer mit dem Sommertraining gelegt. „Die Vorbereitung war super und auch die Testspiele waren größtenteils gut“, erinnert sich ESV-Trainer Christopher Lerchner. „Der Start in die Hauptrunde dafür dann leider eher nicht, da wir gleich die ersten beiden Heimspiele verloren haben.“ Doch nach dem Kaltstart kämpften sich die Buchloer nach und nach hinein – eine Tugend, die das charakterstarke Team im weiteren Saisonverlauf immer wieder auszeichnen sollte. So kletterte man auch in der Tabelle immer weiter nach oben und schnupperte vor allem zum Jahresende sogar an den direkten Playoff-Rängen. „Vor Weihnachten war sicherlich die beste Phase. Da hat ein Rädchen ins andere gegriffen und wir haben tolles Hockey gespielt“, blickt Lerchner zurück. So gelangen den Piraten hier unter anderem auswärts die Derbysiege beim späteren Meister in Königsbrunn, der seinen Titel also verteidigen konnte, und in Landsberg. Und auch der Heimsieg über die Lechstädter vor über 900 Zuschauern wird als echtes Saison-Highlight in Erinnerung bleiben.

Doch dann ereilte die Buchloer ausgerechnet zur entscheidenden Phase der Hauptrunde das Verletzungs- und Krankheitspech. Immer wieder fielen so im Januar wichtige Eckpfeiler im Team aus oder konnten nur sichtlich angeschlagen mitwirken. So verpasste man die direkte Playoff-Qualifikation nur knapp und musste nach Hauptrundenrang neun also in die Pre-Playoffs. Dort erwischten die Rot-Weißen mit dem ERSC Amberg dann wohl den stärkst möglichen Gegner, der am Ende für den wohl bittersten Moment der gesamten Spielzeit sorgen sollte. Denn nachdem die Buchloer das Hinspiel in Amberg gewonnen hatten, verlor man zu Hause denkbar knapp und ebenso knapp im dritten entscheidenden Spiel in Amberg. Hier lagen die Buchloer im letzten Drittel bereits mit 4:2 vorne, ehe Amberg das Spiel in den Schlussminuten ausglich und die hart umkämpfte Serie anschließend in der Verlängerung für sich entschied. „Da hat man gesehen, wie brutal dieser Sport sein kann“, meint Lerchner, dessen Team in den drei Spielen sicherlich alles rausgehaut hat und absolut auf Augenhöhe agierte. „Wir haben uns hier für die gute Leistung in der Serie aber nicht belohnen können und vor allem die Art und Weise war am Ende richtig brutal – viel bitterer geht es nicht. Doch aus diesen Spielen müssen wir nun auch künftig lernen“, so der Buchloer Trainer weiter.

Nicht verwunderlich, dass dann auch der Start in die Abstiegsrunde nach diesem physisch und psychisch harten Knockout zunächst ebenfalls mit zwei Niederlagen eher suboptimal verlief. Doch anschließend bewiesen die Pirates, die immer als geschlossene Einheit auftraten, wieder Moral und Charakter – und das trotz extremer personeller Probleme. „Wir sind am Ende auf dem Zahnfleisch dahergekommen, aber die Jungs haben das echt gut gemacht und den Kampf angenommen“, ist Lerchner stolz, dessen Team sich so vier Spieltage vor dem Ende ziemlich souverän den Klassenerhalt sichern konnte. „Daran hatte neben der Mannschaft auch das Team außenherum und die Fans einen großen Anteil“, meint Co-Trainer Alexander Reichelmeier, ohne die eine solch energieraubende Saison nicht machbar wäre.

„Insgesamt hat sich die Mannschaft im Vergleich zum letzten Jahr aber doch weiterentwickelt“, so das einhellige Fazit der sportlich Verantwortlichen. Aus den Fehlern und Niederlagen gilt es für die nächste Spielzeit weiter zu lernen, sodass die Buchloer mit den geringen zur Verfügung stehenden Mitteln auch hier in einer vom Niveau immer weiter zunehmenden Bayernliga wieder angreifen wollen. Der Anfang ist mit der Verlängerung von Felix Schurr dabei schon einmal gemacht. Der junge Angreifer war schließlich nach Demeed Podrezov, der ja bekanntermaßen die Bayernliga Scorer- und Torjägerkrone für sich verbuchen konnte, der zweitbeste Punktesammler der Piraten.

Die ESV-Saison 2023/24 in ein paar statistischen Werten:
Saisonpflichtspiele gesamt: 47 (30 Hauptrunden- und 14 Abstiegsrundenspiele, 3 Pre-Playoff-Duelle)
Hauptrunde: 16 Siege (davon 9 zu Hause) – 14 Niederlagen  Platz 9
Abstiegsrunde: 9 Siege (davon 6 zu Hause) – 5 Niederlagen  Platz 3
Gesamttorverhältnis: 191 : 188  im Schnitt 4,06 : 4,00
höchster Saisonsieg: 9:3 gegen Dingolfing
höchste Saisonniederlage: 2:11 in Erding
Strafminuten gesamt: 785  im Schnitt pro Spiel 16,70 Strafminuten  Platz 13 ligaweit
Powerplayquote: 25,56% (57 Tore in 223 Überzahlspielen)  Platz 4 ligaweit
Penaltykilling: 78,18% (48 Gegentore in 220 Unterzahlspielen)  Platz 8 ligaweit
Zuschauer: gesamt 6618  im Schnitt 288
Topscorer: Demeed Podrezov (97 Punkte in 46 Spielen  2,11 Punkte pro Spiel)
bester Torschütze: Demeed Podrezov (48 Treffer in 46 Partien  1,04 Tore pro Spiel)
bester Vorbereiter: Demeed Podrezov (49 Assists in 46 Partien  1,07 Assists pro Spiel)
weitere Topscorer: Felix Schurr: 26 Tore / 43 Assists (Platz 11 ligaweit)
Alexander Krafczyk: 31 Tore 34 Assists (Platz 16 ligaweit)
Michal Petrak: 19 Tore 46 Assists (Platz 17 ligaweit)
Torhüter:
– Johannes Wiedemann: 38 Spiele (2242 Spielminuten), 133 Gegentore  Gegentorschnitt 3,56
– Dominic Guran: 7 Spiele (408 Spielminuten), 30 Gegentore  Gegentorschnitt 4,42
– Fabian Strobel 5 Spiel (188 Spielminuten), 22 Gegentore  Gegentorschnitt 7,01
„Bad-Boy“: Andreas Schorer (94 Strafminuten)
Dauerbrenner: Alexander Krafczyk, Christian Wittmann, Johannes Keller (je 47 Partien)




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