Essen. (EM) Der Slogan „Essen West is back“ fällt den Besuchern der Facebookseite der Eagles Essen West direkt ins Auge.
Der vor gut einem Jahr ins Leben gerufene Klub, als Nachfolger der insolventen Moskitos Essen, hat schwere Tage hinter sich und von zurück sein kann derzeit überhaupt keine Rede sein.
NRW Verband ließ die Eagles nicht zur Regionalliga zu
Anfang der Woche wartete der Eishockeyverband NRW mit der Zusammensetzung der Regionalliga West 26/27 auf. Elf Klubs sollen in der vierten Liga an den Start gehen. Lauterbach ist wieder zurück. Essen vermissten die Eishockeyfreunde allerdings in der Auflistung. Mit der knappen Bemerkung: „Eine Teilnahme konnte aufgrund nicht erfüllter Voraussetzungen gemäß den Durchführungsbestimmungen nicht erfolgen“, ließ der Verband zunächst Raum für Spekulationen.
Die Eagles teilten mit, dass nach ihrem Verständnis die geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 2.000 EUR nicht fristgerecht hinterlegt wurde. Man habe einen Anwalt eingeschaltet.
„Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen. Wichtig ist uns zugleich: Es lag zu keinem Zeitpunkt daran, dass der Verein diese Sicherheitsleistung nicht leisten konnte oder nicht leisten wollte. Unser Ziel ist klar: Wir möchten auch in der kommenden Saison Teil der Regionalliga West sein und werden alles dafür tun, dass dies noch möglich wird“, erklärte der Klub am Montagnachmittag.
Gegenüber der Lokalpresse (WAZ Essen) erklärte der NRW-Verband, dass es um dreimalig angemahnte Rückstände aus der Vorsaison ginge. Eine Rückkehr sei aufgrund der Durchführungsbestimmungen nicht möglich. Es droht ein Rechtsstreit.
Die Fanseele kochte verständlicherweise auf allen Kanälen. Und das leider nicht nur über der Gürtellinie. Der sportliche Regionalligameister fliegt achtkantig aus der Liga. Ein Dorn im Auge des Verbandes dürfte sicherlich gewesen sein, dass die Eagles nach Saisonende mit einem Start in der Oberliga kokettierten, obwohl man sich nach der Eingliederung vor einem Jahr für zwei Jahre an die Regionalliga gebunden hatte. Zwischenzeitlich soll man auch einen Start in der multinationalen CEHL ins Auge gefasst haben. Diese Liga zerfällt aber gerade wieder. Zuletzt war dann die Regionalliga West wieder favorisiert.
Rücktritt von Thomas Böttcher, Restlicher Vorstand will Eishockeysport verlässlich anbieten
Konkurrenz erwuchs außerdem in der eigenen Stadt. Nach Meinungsverschiedenheiten im Nachwuchs schlossen sich mehrere Nachwuchsakteure dem neu gegründeten EHC Essen an. Die Stadt Essen dachte zumindest laut darüber nach Nachwuchs-Eiszeiten von den Eagles zum EHC zu vergeben.
Der Druck auf Eagles Klubchef Thomas Böttcher wurde spätestens seit Montag noch einmal extrem erhöht. Am Mittwoch gaben die Eagles dann den Rücktritt von Thomas Böttcher bekannt.
„Unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen den Eishockeysport in Essen-West verlässlich weiterentwickeln, tragfähige Strukturen schaffen und insbesondere dem Nachwuchs eine echte Perspektive geben“, erklärten daraufhin David Goßen (2. Vorsitzender) und Julian Goßen (Schatzmeister).
EHC Essen schließt Start eines Senioren-Eishockeyteams nicht aus
Am heutigen Donnerstag mehren sich die Berichte, dass der EHC Essen nun auch über einen Betrieb einer Seniorenmannschaft nachdenkt.
Auf seinem Insta-Kanal schreibt der EHC: „Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass sich die Situation im Essener Skater- und Eishockey aktuell sehr dynamisch entwickelt.
Deshalb werden wir in den kommenden Tagen gemeinsam mit den zuständigen Verbänden prüfen, welche Möglichkeiten für die verbliebenen Nachwuchsmannschaften bestehen. Darüber hinaus werden wir klären, ob perspektivisch auch eine Seniorenmannschaft im Eishockeybereich realisierbar ist.
Parallel dazu werden wir Gespräche mit der Stadt Essen und weiteren Beteiligten aufnehmen, um mögliche Eiszeiten und die notwendigen Rahmenbedingungen auszuloten.
Eines möchten wir dabei ganz deutlich sagen:
Unser Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf dem Aufbau des EHC Essen (Ruhr) e. V. im Inline-Skaterhockey. An unseren Planungen für die kommende Saison wird sich nichts ändern.
Gleichzeitig werden wir aber nicht die Augen verschließen, wenn sich Chancen ergeben, Kindern, Jugendlichen und dem Sport in Essen eine Perspektive zu bieten.“
Fortbestand des Eishockeys gefährdet auch Hallenpläne

Die Lage rund um die Eissporthalle am Westbahnhof bleibt also sehr angespannt. Wohin die Reise des Essener Eishockeys gehen wird, ist hier und heute kaum absehbar. Der gute Wille den Eishockeysport am Standort zu erhalten und in ruhiges Fahrwasser zu leiten scheint bei beiden Klubs da zu sein. Er allein reicht aber nicht, zumal auch die Uhr der maroden Halle herunter tickt und der Neubau einer Eissporthalle im Raum steht (wir berichteten). Die Ereignisse der letzten Tage könnten somit sehr weitreichende Folgen haben. Die Eagles sind jedenfalls momentan alles andere als „back“.
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