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Kassel / Bietigheim. (EM) Ende! Aus und vorbei! Die DEL2 Saison wurde am Samstagabend mit dem alles entscheidenden fünften Playoff-Finalspiel beendet. In einer stets... Bietigheim Steelers sind am Ziel ihrer DEL-Träume! – Können die Steelers auch wirtschaftlich die DEL stemmen?

Bietigheim hat den Pokal – © Sportfoto-Sale (SD)

Kassel / Bietigheim. (EM) Ende! Aus und vorbei! Die DEL2 Saison wurde am Samstagabend mit dem alles entscheidenden fünften Playoff-Finalspiel beendet. In einer stets spannenden und nervenaufreibenden Serie setzten sich die Bietigheim Steelers am Ende mit 3:2 Siegen nach einem 0:2 Rückstand durch. Als Meister haben sie nun die Möglichkeit in die DEL aufzusteigen.

Steelers gingen in allen Playoff-Runden über die volle Distanz

Die Vorrunde schlossen die Mannen aus dem Ellental noch auf Platz vier ab. Dann jedoch startete das Team des erfahrenen Cheftrainers Daniel Naud (59) einen Lauf. In jeder Playoff-Serie gingen die Männer aus dem Kreis Ludwigsburg über die volle Distanz von fünf Spielen. Der Titel-Mitfavorit Frankfurt wurde im Viertelfinale ebenso ausgeschaltet, wie der Vorrunden-Dritte EHC Freiburg im Halbfinale. Und nun im Finale setzte man sich nach einem 0:2 Rückstand doch noch die DEL2 Krone auf. Wer solche Qualitäten an den Tag legen kann ist ein absolut verdienter Meister.

Fotostrecke zum fünften Finalspiel (© by Sportfoto-Sale)

DEL2 Finale Spiel 5 // Kassel Huskies - Bietigheim Steelers
© Sportfoto-Sale (SD)
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Können die Steelers die DEL wirtschaftlich stemmen?

Die Steelers sind damit sportlich am Ziel ihrer lang gehegten Träume. Der wieder eingeführte Aufstieg zwischen DEL und DEL2 ermöglicht dem DEL2 Champion in dieser Saison erstmals wieder den sportlichen Aufstieg in die DEL. Voraussetzung ist, dass man im Vorjahr die entsprechende Bürgschaft über 816.000 Euro für einen Aufstieg hinterlegt hat. In dieser Saison schufen lediglich die Löwen Frankfurt, Kassel Huskies und eben die Steelers diese Voraussetzungen.

Sportlich top und wirtschaftlich also auch? Es bleiben zumindest Zweifel angebracht, ob die Steelers am Ende auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Aufstieg in die DEL erfüllen können.

Rückblende: DEL2 Lizenz 20/21 wurde erst nach einem Vergleich vor dem Schiedsgericht erteilt

Vor knapp einem Jahr schien sogar der Start in der DEL2 sehr gefährdet. Anfang Juli 2020 verweigerte der DEL2 Aufsichtsrat den Bietigheimern die Erteilung der Lizenz. Die Verantwortlichen zogen vor das Schiedsgericht. Knapp zwei Wochen später, am 23 Juli 2020, riet das Schiedsgericht zu einem Vergleich. Allerdings mussten die Grün-Weißen eine ordentliche Kröte schlucken. Versäumnisse der Steelers bei der Bearbeitung der Anforderungen zur Erteilung der Lizenz für die Saison 2020/2021 wurden damals nochmals festgestellt.
Aufgrund dieser wurden die Steelers mit einer hohen Geldstrafe belegt. Gleichzeitig wurden seinerzeit durch das Schiedsgericht jedoch auch die Anstrengungen des Standortes zur Erfüllung der Lizenzvorgaben gewürdigt.
Infolge dessen und unter Abwägung aller Interessen riet das Schiedsgericht den Parteien dringend an, die Lizenz unter erweiterten und harten Auflagen für die Steelers zu gewähren. Die Steelers sollten zu den bisherigen Anforderungen von Seiten der Liga zusätzliches frei verfügbares Kapital ohne Gegenleistung im mittleren sechsstelligen Bereich nachweisen.
Daneben sollte ein externer wirtschaftlicher Berater eingesetzt werden, der monatlich die DEL2 Ligagesellschaft informieren sollte. Außerdem sollte der Berater die Sanierungsbemühungen der Steelers und das Einhalten kaufmännischer Prinzipien begleiten und überwachen.

Letztendlich dauerte es bis zum 25. August 2020 bis den Steelers vor dem Schiedsgericht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) unter Abwägung aller Interessen, im Rahmen eines Vergleiches die Lizenz unter erweiterten und harten Auflagen für die DEL2 gewährt wurde. „Frisches Kapital“ konnte ebenso damals nachgewiesen werden, wie auch die Geldstrafe im mittleren fünfstelligen Bereich bezahlt wurde. Der externe Berater wurde ebenfalls installiert. Die DEL Bürgschaft wurde bereits im Mai 2020 von einem nicht namentlich genannten Gönner hinterlegt.

DEL prüft wirtschaftliche und logistische Voraussetzungen im Ellental

Und nun also DEL. Die Steelers haben dieses Ziel schon lange verfolgt. Geschäftsführer Volker Schoch sagte im September letzten Jahres in der Stuttgarter Zeitung zum Bietigheimer Vorhaben DEL Aufstieg: „Wir haben die nötigen Schritte eingeleitet und unsere Aufgaben erledigt.“ In den letzten Monaten schien zumindest wieder Ruhe in die wirtschaftlichen Themen eingekehrt zu sein.
Viel Zeit bleibt Schoch indes nicht den Triumph zu genießen. Der Manager muss laut Stuttgarter Nachrichten nun bis Dienstag die Unterlagen für die Lizenzierung an die Liga einreichen. Die DEL prüft neben den wirtschaftlichen auch die logistischen Voraussetzungen im Ellental. Es ist die letzte Hürde auf dem Weg in die DEL. Ob sie von den Steelers auch wirklich genommen werden kann, bleibt abzuwarten.

Der Kader müsste sicherlich mit einigen DEL-tauglichen Spielern ergänzt werden. Für Niki Goc, Norman Hauner, Tim Schüle oder Alex Preibisch wäre bei einem Verbleib die DEL alles andere als Neuland. Anders als in den letzten Jahren müssten die Steelers in Punkto Kadertiefe deutlich zulegen, um eine Mammutsaison mit 15 Teams auch personell managen zu können.

Das ist der DEL(2) Standort Bietigheim:
Lage: 30 Km südlich von Heilbronn, 25 Km nördlich von Stuttgart
Einwohner: ca. 43.000
SC Bietigheim-Bissingen/Kornwestheim gegründet 1988
Spielstätte: EGE Trans Arena (seit 2012, 4517 Zuschauer)
Zuschauerschnitt 19/20 in der DEL2: 2769
Traditioneller Derbygegner: Heilbronner Falken
Nächstgelegene DEL Standorte: Mannheim ca. 110 Km, Schwenningen ca. 135 Km

Fotostrecke EGE Trans Arena vom Bau bis zur Fertigstellung

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© Sportfoto-Sale
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Kassel Huskies müssen einen neuen Anlauf nehmen

Vizemeister Kassel hingegen muss definitiv einen weiteren Anlauf in Richtung DEL unternehmen. Ein Nachrückverfahren ist bei Nichtaufstieg des Meisters nicht vorgesehen.

In der Vorrunde waren die Huskies noch mit fetten zwanzig Punkten Vorsprung auf Platz eins gelandet. Die Euphorie und die Sehnsucht nach elf Jahren in die DEL zurückkehren zu können, waren in Nordhessen riesig. Erst recht, als der hessische Dauerrivale Frankfurt aus den Playoffs ausgeschieden war, schien der Weg für die Huskies gefühlt fast frei zu sein. Vor knapp einem Monat, noch während der Viertelfinalserie gegen Heilbronn, verkündete man in einer Pressekonferenz vollmundig die ehrgeizigen Pläne für die DEL. „Sportlicher Aufstieg, Transformationsphase, Klassenerhalt“, so die Schlagworte für den Kasseler DEL Fahrplan. (wir berichteten)

Der Zeitpunkt für diese Pressekonferenz durfte schon damals als zumindest unglücklich bezeichnet werden. Nicht wenige empfanden ihn auch als respektlos vor den anderen Teams in den Playoffs. Nun müssen die DEL Pläne in Nordhessen für mindestens ein weiteres Jahr in die Schublade zurückgelegt werden.

Der nächste Anlauf muss sorgsam geplant werden und Fehler sollten sich nicht wiederholen. Mit dem Ligarivalen Dresdner Eislöwen hat zumindest ein weiterer DEL2 Klub angekündigt, die Bürgschaft für einen DEL Aufstieg hinterlegen zu wollen.

Die Enttäuschung steht Dustin Reich, Clarke Breitkreuz, und Troy Rutkowski ins Gesicht geschrieben – © Sportfoto-Sale (SD)

Kurze Sommerpause für Steelers und Huskies

Für Bietigheim und Kassel bleibt nach der langen und aufreibenden Corona Saison nicht viel Zeit. Anfang August beginnt planmäßig die Saisonvorbereitung auf die neue Spielzeit. Schon am 9. September will die DEL in die Spielzeit 21/22 starten. Bietigheim könnte dann das 15. Ligamitglied sein. Dadurch würden dann am Ende der Saison zwei Teams sportlich absteigen, da es in dieser Saison coronabedingt keinen Absteiger aus der DEL gab.

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Werden die Bietigheim Steelers die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den DEL Einstieg erfüllen können und die DEL Lizenz erhalten?

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