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BEV: Mitteilung zur Aberkennung eines Tores im Finalspiel der Bayernliga am 04.04.2026 in Königsbrunn

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München. (PM BEV) Im Finalspiel der Bayernliga am 04.04.2026 in Königsbrunn kam es in der letzten Spielminute des Schlussdrittels zu einer spielentscheidenden Szene, in deren Folge ein Tor aberkannt wurde, welches zum vermeintlichen Ausgleich zum 6:6 für den ERV Schweinfurt geführt hätte.

Die Schiedsrichter entschieden nach Abstimmung im Gespann auf „irreguläres Tor“ aufgrund eines hohen Stocks durch den Schweinfurter Spieler Nr. 70, Josef Dana. Maßgeblich für diese Entscheidung war die Wahrnehmung der Schiedsrichter in der Spielsituation. Der Hauptschiedsrichter am Tor konnte die Situation nicht wahrnehmen, da er in seiner Position den Fokus auf das Spielgeschehen direkt am Tor hatte. Die übrigen drei Schiedsrichter waren sich in ihrer Wahrnehmung jedoch einig, dass ein regelwidriges Spielen mit hohem Stock vorliegt.
Dass im ersten Moment durch den Hauptschiedsrichter ein Tor angezeigt wurde, bedeutet zunächst lediglich, dass der Puck offensichtlich die Torlinie überquert hat, jedoch nicht, dass es sich um ein endgültig anerkanntes Tor handelt. Ein Tor gilt erst mit Ausführung des darauffolgenden Anspiels am Mittelanspielpunkt als bestätigt.
Im Rahmen der nachträglichen Analyse durch den Verband wurde die betreffende Spielsituation anhand der vorliegenden Bildaufnahmen sowie unter Berücksichtigung des offiziellen Regelwerks bewertet.

Ausgehend von der vorliegenden Perspektive (Hintertorkamera) ist erkennbar, dass sich der entscheidende Kontakt zwischen Puck und Schläger des angreifenden Spielers Nr. 70 (Josef Dana) vor dem Torraum ereignet. Der Treffpunkt deutet darauf hin, dass der Schläger zum Zeitpunkt des Kontakts in einer deutlich erhöhten Position geführt wird.
Gemäß IIHF-Regel 80 („Spielen mit hohem Stock“) ist das Spielen des Pucks mit einem Schläger oberhalb der Schulterhöhe eines Spielers unzulässig. Wird der Puck jedoch mit einem hohen Stock direkt ins Tor befördert oder entscheidend abgelenkt, ist gemäß Regel 80.3 („Ungültiges Tor“) nicht mehr die Schulterhöhe maßgeblich, sondern die Höhe der Querlatte des Tores.
Auf Grundlage der vorliegenden Bildsequenz sprechen mehrere Indizien dafür, dass sich der Kontaktpunkt des Schlägers mit dem Puck im Bereich oberhalb der Querlatte befindet. Insbesondere die Position des Schlägers im Verhältnis zum Spieler (Bereich Schulterhöhe) sowie zur Querlatte lässt darauf schließen, dass der Puck in einer nicht zulässigen Höhe gespielt wurde.
Auch wenn eine zweifelsfreie Bestimmung der exakten Höhe anhand des vorliegenden Materials nicht möglich ist, ergibt sich in der Gesamtbetrachtung eine klare Tendenz hin zu einem regelwidrigen Spielen des Pucks mit hohem Stock.

Vor diesem Hintergrund erscheint die auf dem Eis getroffene Entscheidung der Schiedsrichter, basierend auf ihrer unmittelbaren Wahrnehmung der Spielsituation, sowohl regelkonform als auch sachlich nachvollziehbar.
Die Analyse verdeutlicht zugleich die Schwierigkeit einer abschließenden Beurteilung ohne entsprechende technische Hilfsmittel. Auch durch den Einsatz eines Videobeweises wäre aufgrund dieser vorliegenden Kameraperspektiven keine eindeutigere Bewertung gewährleistet. Gleichwohl bestätigt die vorliegende Analyse in der Tendenz die Entscheidung auf dem Eis.
Unabhängig davon wird das Abspielen der betreffenden Szene auf der Videowand im Stadion seitens des Verbandes als nicht angemessen bewertet, da es einem fairen und sportlichen Umgang entgegensteht. Die Vereine wurden im Saisonverlauf wiederholt darauf hingewiesen, auf entsprechende Einspielungen bis zur endgültigen Entscheidungsfindung zu verzichten. Der Vorfall wurde durch die Schiedsrichter gemeldet und wird durch den Verband entsprechend geprüft und sanktioniert.
Der Bayerische Eissport-Verband e.V. steht hinter der im Rahmen der geltenden Regularien getroffenen Entscheidung. Entscheidungen in dynamischen Spielsituationen müssen ohne technische Hilfsmittel auf Grundlage der jeweiligen Wahrnehmung der Schiedsrichter getroffen werden.

Der Verband hat Verständnis für die emotionalen Reaktionen im Umfeld eines solchen Spiels und bittet zugleich alle Beteiligten und Zuschauer um einen besonnenen und fairen Umgang mit der Situation.

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