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Mirko Höfflin (rechts) versucht den Bauerntrick – © by Eishockey-Magazin (GK)

Mannheim. (GK) Der EHC Red Bull München hat verdient mit 5:2 (1:2/2:0/2:0) in Mannheim gewonnen. Damit stehen die Oberbayern nach einem 6:0 Punktewochenende auf dem heiß begehrten 10. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Play-Offs berechtigt.

Die Adler sind dagegen vom ersten Tabellenplatz von den Kölner Haien verdrängt worden. Was allerdings wenig verwundert, konnten die Kurpfälzer von den letzten sechs Spielen doch nur einmal als Sieger das Eis verlassen. Wobei das 2:5 gegen München wohl der bisherige Tiefpunkt war und die wohl schlechteste Saisonleistung darstellt.

Nun hat endgültig die Ursachenforschung in der Quadratestadt begonnen, woran es liegt, dass die Blau-Weiß-Roten so völlig von der Rolle sind.  Zwar werden die fünf Verletzten (Ullmann, Magowan, Belle, M. Goc, Arendt) als Ursachen aufgeführt. Doch daran liegt es nicht alleine, oder exakter, nur zum kleinen Teil. Denn während München nur mit drei Sturmreihen antreten konnte, brachten die Adler immerhin vier komplette Formationen aufs Eis. Und von diesen vier Reihen brachte die nominell schwächste, die vierte und so genannte Notformation mit Kettemer, Hölfin und El-Sayed die stärkste Leistung. Was auch Adler-Coach Harold Kreis in der Pressekonferenz so sah. Von den so hoch gehandelt Spitzenkönner im blau-weiß-roten Dress sah man dagegen so gut wie nichts, fast so, als wären sie gar nicht auf dem Eis gewesen. Zu nennen sind hier etwa Mauer und Lehoux. Und hier ist man auch schon am Kern der Mannheimer Misere. Es wird nicht gerackert, gekämpft und ohne Wille und Leidenschaft agiert. Aber ohne diese Tugenden gewinnt man nun mal kein Eishockey-Spiel. Auch will kein Adler-Stürmer dorthin gehen, wo es weh tut, direkt vor den gegnerischen Torwart. Lieber werden Kringel gedreht, es wird ums Tor herumgefahren und versucht den Puck ins gegnerische Tor zu zaubern und zu tricksen. Alleine die Torschussstatistik vom heutigen Tag spricht da Bände. Während München 41 mal auf Adler-Gehäuse geschossen hat, wurde der Puck ganze 25 mal aufs Tor der Oberbayern abgefeuert.

Und in noch einigen Aspekten waren die „Roten Bullen“ heute besser. Sie wirkten spritziger, zweikampfstärkeren und wollten den Sieg einfach ein bisschen mehr als müde Mannheimer. Bei den Kufencracks aus der Quadratestadt hatte man den Eindruck, sie ließen sich willenlos zur Schlachtbank führen. Alles war saft- und kraftlos.

Natürlich trifft es zu, dass die Mannheimer seit drei Wochen in jeder dieser Wochen drei Spiel absolvieren mussten, während die Konkurrenz teilweise nur zweimal ran musste. Dies geht natürlich auf die Kondition. Doch sind die Adler-Verantwortlichen daran zum Teil selbst schuld. Denn ein Grund für die hohe Belastung  ist auch, dass man zwischen den Jahren unbedingt zum Spengler-Cup in die Schweiz fahren wollte und deswegen  Partien verlegen musste. Ein Turnier zwar mit Tradition, aber letztlich ohne Wert. Nun zahlt man die Zeche dafür, in dem ein dezimiertes Team ständig ran muss.

Blake Wheeler war an vier der fünf EHC Treffer beteiligt – © by Eishockey-Magazin (DR)

Aber natürlich hat der Sieg der Münchner auch mit dem kompakten, kampfstarken Auftreten der „Roten Bullen“ zu tun. Wobei hier zwei Akteure hervorstachen, die Mannheim quasi im Alleingang „erlegten“. Dies waren die beiden nordamerikanischen Ausnahmekönner Blake Wheeler und Paul Stastny. Denn ist man ehrlich, der EHC München, das ist in erster Linie das Duo Wheeler & Statsny. Und dann kommt mit weitem Abstand erst der Rest des Teams. Und dies ist gegenüber den anderen Spielern nicht abwertend gemeint, sondern die zwei NHL-Cracks sind eben überragend und machen aus einem eher  (unter)durchschnittlichen DEL-Team eine Mannschaft, die zu Recht um den Einzug in die Play-Offs kämpft. Und der Rest des Münchner Teams spielte heute solide, brachte die Führung über die Zeit und steigerte sich durch die beiden Superstars. Und betrachtet man die heutige PArtie als neutraler Zuschauer, machte  es einfach Spaß, den beiden zuzuschauen.

Ja, wohl kein deutsches Team profitiert so sehr vom Lockout (Streik) in Nordamerika wie München. Mannheims Superstar Jason Pominville vermochte hingen noch keine Akzente zu setzen. Doch dies ist verständlich, stand er doch im Frühjahr 2012 letztmals in einem Punktspiel auf dem Eis. Er wird sich sicher noch steigern und dem Team weiterhelfen. Man muss ihm nur etwas Zeit geben

 

Zur Chronologie:

Mannheim besaß von Beginn an zwar ein leichtes optischen Übergewicht, aber München versteckte sich keineswegs. Und so entstand eine flotte Partie mit vielen Torszenen. Besonders stark bei München schon zu Beginn die Reihe um Wheeler, Stastny und Buchwieser.

Jubeln durften aber zunächst die Adler. Denn sie nutzten ihre erste Überzahlsituation in der 6. Minute zum Führungstreffer durch Adam Mitchell.

Der Münchner Martin Buchwieser erhielt in der 12. Minuten eine Fünf-Minuten plus Spieldauerstrafe. Die numerische Überzahl nutzte in der 14. Minute Mike Glumac zum 2:0 für die Adler. Doch folgte nun eine wichtige Szene für den weiteren Spielverlauf. Denn anstatt bei fünf gegen vier Feldspieler weiter nachzulegen und München endgültig den Zahn zu ziehen, erhielt ebenfalls in der 14. Minute der Mannheimer Doug Janik eine Zwei-Minutenstrafe. Damit war die numerische Überlegenheit dahin. Eine Minute vor Drittelende verkürzte Paul Stastny dann für München auf 1:2 Tore und brachte die „Roten Bullen“ wieder auf Tuchfühlung zu den Adlern. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Kabinen. Aufgrund des Münchner Einsatzwillens verdient.

Der zweite Abschnitt gehörte eindeutig dem EHC Red Bull. Die Oberbayern waren immer den berühmten schneller, zeigten mehr Biss und waren kampfstark. Dazu kam die überragende Sturmreihe mit Brian Wheeler, Paul Stastny und nun Jason Ulmer, der für den ausgeschiedenen Martin Buchwieser in die Paradeformation gerückt war. Dass es am Ende des Mittelabschnitts 3:2 für München hieß, war vollkommen verdient. Die beiden Tore hatte  Münchens Top-Stürmer Blake Wheeler in der 28 und 32. Minute markiert.

Im dritten Abschnitt erwarteten die Zuschauer ein Aufbäumen der Adler, doch war es München, das in der 42. Minute erneut über ein Tor jubeln konnte.  Christian Wichert hatte zum 4:2 für die Red Bulls getroffen. Die Adler waren in der Folge zwar bemüht heranzukommen, aber alles war ohne jede Durchschlagskraft, ohne Biss und das körperliche Elemente. So war es München, das über weite Phasen des Drittels die Akzente setzte. Und daran sollte sich bis zum Schlusspfiff nichts ändern. Den Schlusspunkt zum 5:2 Endstand setzte wieder ein überragender Blake Wheeler, der damit sein Top-Leistung an diesem Tag krönte.

Während Münchens Coach Pat Cortina auf der Pressekonferenz überglücklich war und sich über den 10. Platz freute, sprach Harold Kreis von einem ganz schwachen Match seines Teams und bemängelte fehlendes Zweikampfverhalten und vermisste Laufbereitschaft und Einsatzwille.

 

Mannheim : München 2:5 (2:1/0:2/0:1)

Tore: 1:0(.27) Mitchell (Lehoux/D. Seidenberg) – PP1; 2:0 (13:41) Glumac (Janik/Y. Seidenberg) – PP1; 2:1 (19:01) Stastny (Wheeler/Jason Ulmer) – EQ; 2:2 (27:40) Wheeler (Kavanagh/Ulmer) – EQ; 2:3 (31:29) Wheeler (Sloan/Ulmer) – PP1; 2:4 (41:55) Wichert (Morris) – EQ; 2:5 (59:52) Wheeler (Ulmer/Stastny) – EQ

Schiedsrichter: Hascher / Rochette

Zuschauer: 10.431

Strafen: Mannheim 10 Min + 10 Min Disziplinarstarfe für D. Seidenberg– München 2 Min + 5 + Spieldauer für Buchwieser

Torschüsse: Mannheim 25 – München 41

 

Aufstellungen:

Mannheim: Endras (Brückmann)– Janik, Sifers, Wagner, N. Goc, D. Seidenberg, Reul, BIttner  – MacDonald, Höfflin, Kink, Mitchell, Mauer, Lehoux, Arendt, Marc El-Sayed, Y. Seidenberg, Plachta, Kettemer, Pominville

München: Reimer (Steinhauer) – Kavanagh, Ekbom, Cespiva, Sloan, Ejdepalm, Sturm – Wheeler, Stastny, Buchwieser, Kompon, Ulmer, Adams, Wichert, Pauli, Hinterstocker, Morris

 

Three Stars:

*** Wheeler (Red Bull)

**Stastny (Red Bull)

*Reimer (Red Bull)

 

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