
Mannheim (GK). In der DEL-Partie am Sonntagnachmittag zwischen den Mannheimer Adler und den Nürnberg Ice Tigers ging es darum, wer Anschluss an Spitzenreiter Köln halten würde. Die Adler, die auf Rang zwei standen, oder die Tigers, die auf Rang drei mit einem Punkt Rückstand gegenüber den Adlern auf Platz drei lagen. Die Antwort fiel eindeutig aus, Mannheim siegte verdient mit 5:3 (3:0/1:1/1:2) Toren. Damit bleibt Mannheim Zweiter, während Nürnberg hinter Krefeld auf Platz vier abrutscht.
Es war das erwartete Top-Spiel zwischen Mannheim und Nürnberg. Die 12.370 Zuschauer sahen ein tolles, von beiden Seiten offensiv geführtes Match, das bis kurz vor Schluss eng war. Erst der Treffer von Ronny Arendt in der 53. Minute zur 5:3 Führung brachte die Vorentscheidung. Den Grundstein für ihren Erfolg legten die Mannheimer aber im ersten Drittel, als sie die Ice Tigers mit drei Toren förmlich überrannten. Richtig gefährlich wurden die Franken erst im letzten Abschnitt, als sie noch einmal auf 3:4 an Mannheim herankamen. Hier drohte das Spiel zu kippen. Es schien in dieser Phase so, als würden sich die Adler mit Nachlässigkeiten um die Früchte ihre Arbeit bringen. Doch machte dann Ronny Arendt mit seinem Treffer alles klar und erlöste die mitfiebernden Zuschauer.
Zur Chronologie:
1.Drittel:
Es gerade mal war eine Minute gespielt, da wanderte Adler-Kapitän Marcus Kink auch schon für zwei Minuten wegen Beinstellens auf die Strafbank. Nürnberg konnte diesen Vorteil allerdings nicht zum Torerfolg nutzen. Kaum waren die Blau-Weiß-Roten wieder komplett, machten sie gewaltig Druck. Dies wurde in der 5. Minute mit dem 1:0 belohnt. Yanick Lehoux hatte auf Zuspiel von Ken Magowan und Denis Reul getroffen. In der Folge entwickelte sich eine offensive, sehenswert Partie. In der 8. Minute eine umstrittene Strafzeit gegen den Mannheimer Ken Magowan. Die Adler waren zwar nun mit einem Mann weniger auf dem Eis, doch gelang Ronny Arendt das selten Kunststück, in Unterzahl das 2:0 zu schießen.
Nürnberg spielte zwar weiterhin mit und versteckte sich nicht. Doch waren es die Adler die dominierten und nachlegten. In der 16. Minute traf Marc El-Sayed nach einem traumhaften Zuspiel von Ronny Arendt zum 3:0 Pausenstand für Mannheim. Insgesamt blieben die Ice Tigers in diesem Abschnitt blass und agierten keineswegs wie ein Tabellendritter. Die Adler überzeugten hingegen.
2.Drittel:
Die Nürnberger agierten im zweiten Drittel mit einer ganz anderen Eistellung und spielten mit großem Engagement. Man spürte, sie hatten sich einiges vorgenommen und machten mächtig Dampf. Damit überraschten sie die Adler. Kein Wunder, dass nach knapp einer Minute im zweiten Drittel Tiger-Stürmer Steven Regier den 1:3 Anschlusstreffer markieren konnten. Doch Mannheim nahm den Kampf an und so entstand ein tolles Drittel mit vielen Torchancen auf beiden Seiten. Die Adler waren aber insgesamt das klar dominierende Team. In der 26. Minute bekam Adler-Stürmer Frank Mauer einen Penalty zugesprochen, doch konnte der Mannheimer nicht verwandeln. Nur vier Minuten später war es aber soweit und Frank Mauer markierte das 4:1 zum erneuten Drei-Tore-Vorsprung. Nürnberg wechselte nun den Torwart aus. Für den entnervten Andreas Jenike kam Tyler Weiman. Zwar boten sich den Blau-Weiß-Roten bis Drittelende noch tolle Chancen, doch blieb es bei der 4:1 Führung.
3. Drittel:
Den letzten Abschnitt ließen die Mannheimer im Angesicht der klaren Führung zu nachlässig angehen. Dies wurde prompt bestraft. In der 43. Minute nutzte der Nürnberger Patrick Reimer den Adler-Schlendrian und schoss den etwas glücklichen Anschlusstreffer zum 2:4. Nun witterten die Ice Tigers Morgenluft und warfen alles nach vorne. Nur eine Minute später ein Pfostenschuss für Nürnberg. Hier hatte Mannheim großes Glück. Als Marcus Kink in der 44. Minute dann auf die Strafbank wanderte, brannte es lichterloh vor Mannheims Torsteher Dennis Endras. Aber den Nürnbergern gelang kein Treffer. Doch kaum waren die Adler wieder komplett, schoss Frederik Eriksson den 3:4 Anschlusstreffer. für die Franken Die Partie war wieder vollkommen offen und Nürnberg setzte auf Angriff. Jetzt war es Nürnberg, das agierte, während Mannheim reagierte. Als in der 51. Minute Adler-Verteidiger Domink Bittner auf das Sünderbänkchen musste, brannte es erneut lichterloh vor dem Adler-Gehäuse, ohne dass ein Tor fiel. Und kaum waren die Mannheimer wieder komplett, rollte ein Angriff in Richtung Nürnberger Tor. Und erneut war es Ronny Arendt, der traf und in der 53. Minute zum 5:3 für Mannheim einschoss. Dies war so etwas wie die Vorentscheidung, denn nun sackte Nürnberg ein wenig zusammen. Es fehlte wohl der Glaube, das Blatt noch wenden zu können. Die Ice Tigers nahmen eine Minute vor Spielende zwar noch eine Auszeit und ersetzten den Torwart mit einem sechsten Feldspieler, doch blieb es beim verdienten Sieg der Adler.
Ausblick: Am Freitag treten die Adler Zuhause gegen die Krefeld Pinguine an, am Sonntag müssen sie nach Hamburg. Beides Matches gegen Gegner, die momentan richtig gut in Fahrt sein und auf den vorderen Tabellenplätzen zu finden sind.
Mannheim : Nürnberg 5:3 (3:0/1:1/1:2)
Tore: 1:0 (04:32) Lehoux (Magowan/Reul – EQ; 2:0 (07:30) Arendt (El-Sayed/Wagner) – SH1; 3:0 (15:29) El-Sayed (Arendt/Vernace) – EQ; 3:1 (20:57) Regier – EQ; 4:1 (29:44) Mauer (Lehoux/Sifers) – EQ; 4:2 (42:20) Reimer (Jaspers) – EQ; 4:3 (45:16) Eriksson (James/Kaufmann) – EQ; 5:3 (52:20) Arendt (El-Sayed/Kettemer) – EQ
Zuschauer: 12.371
Torschüsse: Mannheim 29 – Nürnberg 34
Strafen: Mannheim 10 Min + Min Diszip. Hecht- Nürnberg 10 Min
Schiedsrichter: Brüggemann / Haupt
Aufstellungen:
Mannheim: Endras (Brückmann) – Sifers, Wagner, Reul, Vernace, Goc, Kettemer, Bittner – Rheault, Ullmann, Hecht, Mauer, Magowan, Lehoux, Buchwieser, Kink, Gamache, Höfflin, El-Sayed, Plachta, Mauer
Nürnberg: Jenike (ab.30. Min Wyman) – Caldwell, Pollock, Eriksson, Festerling, Printz, Schüle, Weber – Gegier, Jaspers, Reimer, James, Stastny, Kaufmann, Pföderl, Rupprich, Ehliz, Pfleger, Krüger
Three Stars.
*** Ronny Arendt (Adler)
**Steven Regier (Tigers)
* Dennis Endras (Adler)


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