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Mannheim. (GK) Der 6:2 (5:0/1:1/0:1) Sieg der Mannheimer Adler in der DEL gegen die Krefeld Pinguine war ein absoluter Eishockey-Leckerbissen, ein Spitzenspiel, wie man...
Manheims Pominville und Krefelds Hanusch (rechts) - © by Eishockey-Magazin (GK)

Manheims Pominville und Krefelds Hanusch (rechts) – © by Eishockey-Magazin (GK)

Mannheim. (GK) Der 6:2 (5:0/1:1/0:1) Sieg der Mannheimer Adler in der DEL gegen die Krefeld Pinguine war ein absoluter Eishockey-Leckerbissen, ein Spitzenspiel, wie man es nur selten geboten bekommt. Dabei war das Match eigentlich schon nach dem ersten Drittel entschieden, als Mannheim mit 5:0 führte und Krefeld schwindlig gespielt hatte. Doch was die Adler in diesen ersten 20 Minuten geboten hatten, war sensationell, war Wahnsinn und fast schon Eishockey von einem anderen Stern. Teilweise sah es so aus, als würde ein Erstligist gegen einen Zweitligist agieren.

Somit war Krefeld mit dem 2:6 (0:5/1:1/1:0) noch gut bedient. Denn die Pinguine waren heute in Mannheim chancenlos. Und es wären wohl noch mehr Tore für die Adler gefallen, hätten die Cracks aus der Quadratestadt nach der 5:0 Führung die anderen beiden Drittel mit der gleichen Intensität weitergespielt.

Wobei der sensationell Erfolg der Adler an diesem Abend zwar von einem insgesamt starkebn Team im blau-weiß-roten Dress vollbracht wurde, doch ist man ehrlich, hat die herausragende Spielweise der Mannschaft drei Namen. Und diese lauten Marcel Goc, Jochen Hecht und Jason Pominville. Denn diese drei Kufencracks bilden die neue Paradereihe der Adler. Und das Trio arbeitet und spielt nicht nur Eishockey, sondern es zaubertet und trickst es auch. Und dies ohne Selbstverliebtheit und es dabei an Tordrang, Effizienz und Schnelligkeit fehlen zu lassen. Alles was sie taten, hatte Hand und Fuß und diente dem Zweck Tore zu erzielen. Da wurde die Bande als „Mitspieler“ genutzt, schnell gepasst, Zug zum Tor entwickelt, sich freigelaufen und viel geschossen.

Es war einfach schön, diesem Trio zuzuschauen. Und es war meiner Einschätzung nach das beste Eishockey, das ich in Deutschland je gesehen habe. Und Krefeld war schließlich nicht irgendwer, sondern es kam mit der Empfehlung von zehn Siegen in Folge nach Mannheim. Aber heute waren sie chancenlos und wurden einfach überrannt.

Man kann über den Lockout, also den Streik in Nordamerika denken wie man möchte, doch welchen Glanz die DEL erlebt, gerade zurzeit in Mannheim, ist wohl unbestritten. Wären die Kufencracks aus der NHL ständig in Deutschland, der Eishockeysport würde wohl viele neue Freunde gewinnen. Denn es sind eben einfach Könner, die Jungs aus der NHL.

Zur Chronologie:

Der Paradesturm der Adler mit Hecht, Goc und Pominville machte vom ersten Bully an mächtig Druck. Nach nur 20 Sekunden hatte Marcel Goc eine riesige Chance, doch vergab er knapp. Aber nur 11 Sekunden später zappelte dann der Puck im Pinguinen-Gehäuse. Ein starker Yanick Seidenberg hatte zum 1:0 für Mannheim eingeschossen. In der Folge blieben die Adler absolut dominierend und spielten die Krefelder in dieser Phase an die Wand. Als nach rund fünf Minuten ein Mannheimer auf die Strafbank musste, schienen die Krefelder Luft schnappen und etwas für die Offensive tun zu können, doch gelang Adler-Eigengewächs Marc El-Sayed das seltene Kunststück, in Unterzahl ein Tor zu markieren. Der Spielstand nach sechs Minuten somit 2:0 für die Kurpfälzer. Und es ging mit der Adler-Überlegenheit weiter. Wie ein Mongolensturm brach eine Adler-Angriffswelle auf die nächste über die hoffungslos überforderte Pinguine herein. In der 11. Minute erzielte dann Marcel Goc das 3:0 für die Blau-Weiß-Roten. Nur drei Minuten später war es Jochen Hecht, der nach mustergültiger Vorarbeit von Jason Pominville zum 4:0 einschoss. Die Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena hatten sich nach dem Jubel kaum gesetzt, da traf Mike Glumac zum 5:0 für Cracks aus Quadratestadt. Die Fans warn nun restlos aus dem Häuschen und skandierten: „Nur noch fünf (Tore)!“ Krefeld hatte in diesem Drittel praktisch nicht stattgefunden.

Doug Janik (links) und Roland Verwey lieferten sich hier einen Faustkampf - © by Eishockey-Magazin (GK)

Doug Janik (links) und Roland Verwey lieferten sich hier einen Faustkampf – © by Eishockey-Magazin (GK)

Das zweite Drittel bot weiterhin Spitzeneishockey, auch wenn es von Seiten der Adler nicht mehr ganz auf dem Tempo und Niveau des ersten Abschnitts passierte. Positiv von Seiten der Pinguine, dass sie sich nicht aufgaben und zumindest nicht zweistellig verlieren wollte. Und da die Kurpfälzer einen Gang zurückschalteten, entwickelte sich ein ausgeglicheneres Match. In der 22. Minute konnte Richard Pavlikovsky auf 1:5 verkürzen, ehe JochenHecht in der 31. Minute das 6:1 markierte. Insgesamt wurde die Partie nun ruppig, was kein Wunder war, saß der Frust bei den Seidenstädtern doch tief. Eine handfeste Keilerei zwischen Adler-Verteidiger Doug Janik und der Krefelder Richard Verwey war dabei der Höhepunkt. Der Mannheimer entschied diesen fairen Faustkampf unter dem Jubel der Fans für sich. Mit dem 6:1 ging es auch in die Kabinen.

Im dritten Drittel war Krefeld das aktivere Team. Zudem kassierten die Kurpfälzer eine Strafe nach der anderen, sodass bei ihnen kein rechter Spielfluss zustande kommen wollte. Die Konsequenz der ständigen Strafzeiten war der 2:6 Anschlusstreffer für die Pinguine durch Richard Pavlikovsky in der 50. Minute. Insgesamt plätscherte die Partie nun aber ohne große Höhepunkte so vor sich hin und alle warteten eigentlich nur auf den Schlusspfiff. Die einen, damit es endlich vorbei ist, und die anderen, Fans wie Spieler, dass sei endlich feiern konnten.

 

Mannheim : Krefefeld 6:2 (5:0/1:1/0:1)

Tore: 1:0 (0:31) Y. Seidenberg (MacDonald/Janik) – EQ; 2:0 (4:48) El-Sayed (Wagner/Kink) – SH1; 3:0 (10:35) M. Goc (Pominville/Hecht) – EQ; 4:0 (13:27) Hecht (Pominville/D. Seidenberg) – EQ; 5:0 (14:32) Glumac (Hecht/M. Goc) – PP1; 5:1 (21:01) Pavlikovsky (Blank/Ehrhoff) – PP1; 6:1 (30:25) Hecht (D. Seidenberg/Pominville) – PP1; 6:2 (49:57) Pavlikovsky (Driendl/Vasiljevs – PP1

Schiedsrichter: Hascher / Piechaczek

Zuschauer: 13.600 (ausverkauft)

Strafen: Mannheim 26 + 10 Min für Janik– Krefeld 24 + 10 Min für Verwey

Torschüsse: Mannheim 42 –  Krefeld 30

 

Aufstellungen:

Mannheim: Endras (Brückmann) – D. Seidenberg, Sifers, Janik, Wagner, N. Goc, Bittner, Kettemer  – Pominville, M. Goc, Hecht, Kink, Mitchell, Y. Seidenberg, MacDonald, Mauer, Lehoux, Plachta, Marc El-Sayed, Glumac, Kink

Krefeld: Langkow, (Vetter) – Hanusch, Ehrhoff, Pavlikovsky, Milo, Akdag, Robar, Meyers – Methot, Voakes, Courchaine, Vasiljevs, Driendl, Blank, Schymanski, Pietta, Verwey, Klöpper, Ostwald, Sonnenburg

 

Three Stars:

*** Hecht (Adler)

** M. Goc (Adler)

* Pominville (Adler)

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