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Helsinki. (PM ÖEHV) Österreichs Herreneishockey Nationalteam machte es im entscheidenden Vorrundenspiel im Kampf um den Klassenerhalt gegen Großbritannien spannend, lag 0:2 und 1:3 in... 5:3 – Österreich ist und bleibt A-klassig

Bernhard Starkbaum – © Sportfoto-Sale (DR)

Helsinki. (PM ÖEHV) Österreichs Herreneishockey Nationalteam machte es im entscheidenden Vorrundenspiel im Kampf um den Klassenerhalt gegen Großbritannien spannend, lag 0:2 und 1:3 in Rückstand, drehte im Schlussdrittel dank eines überragenden Bernhard Starkbaum im Tor und unbändigem Siegeswillen das Ergebnis und beschenkte sich und Head Coach Roger Bader bei seinem 100. Länderspiel mit dem Klassenerhalt.

Mit dem 5:3-Sieg über die Briten schafft das Team von Head Coach Roger Bader nach 2018 erneut den Verbleib in der Top Division und wird diese WM schechtesten falls unter den Top 13 beenden.

Dass es überhaupt zu diesem Entscheidungsspiel kam, ist einer „kuriosen“ Begleiterscheinung zu verdanken gewesen, denn unter normalen Umständen hätte Österreich nach den sensationellen Ergebnissen gegen die USA (2:3 nach OT), Tschechien (2:1 nach SO) und Lettland (3:4 nach SO) mit den erlangten vier Punkten schon durch sein können, ja eigentlich müssen.

Doch es sollte noch ein einziger Punkt vor dem alles entscheidenden letzten Vorrundenspiel gegen Großbritannien zum Ziel Klassenerhalt fehlen. Warum? Die Briten hielten ihrerseits die Chance auf den Klassenerhalt dank eines 3:4 gegen Norwegen nach Penaltyschießen am Leben, bei dem man einen 0:3-Rückstand noch in ein 3:3 verwandelte.

Die Ausgangslage war damit klar: Österreich reicht jedes Ergebnis außer einer Niederlage nach 60 Minuten zum Klassenerhalt.

Die entsprechende Nervosität war dem Team anzumerken, Roger Bader: „Wir glauben, dass viele Spieler nervös waren vor dem Spiel, dass eine gewisse Anspannung da war, so eine gute WM gespielt zu haben und man am Ende alles verlieren könnte.“

Auf der Gegenseite ging den Briten nahezu alles auf, überraschte man die Österreicher regelrecht. Es war über die gesamte Partie hinweg vor allem Bernhard Starkbaum im Tor der Österreicher zu verdanken, dass man nicht mehr Tore kassierte. Bis kurz vor Ende des ersten Drittels hielt der Wiener die 0. Dem Powerplay-Tor zum 1:0 für Großbritannien durch Matthew Myers ging allerdings eine Strafe gegen Manuel Ganahl voraus, die nicht nur im österreichischen Lager einige Fragezeichen zurückließ.

Nach der Pause der nächste Schockmoment: Robert Dowd befördert die Schiebe in der 22. Minute per Schlittschuh über die Torlinie. Nach kurzem Videostudium der Unparteiischen zählt der Treffer und es steht 2:0. Die Österreicher fanden nun besser ins Spiel, aus dem Konterspiel heraus waren die Briten dennoch dem 3.0 näher als Österreich dem Anschlusstreffer.

Ab Ende des zweiten Drittels sollte sich das Spielgeschehen dann aber endgültig drehen. Das Team von Head Coach Roger Bader war im Spiel angekommen, setzte Großbritannien unter Druck und kam zu einigen Torchancen, nur Treffer sollte (noch) keiner fallen.

Für das Schlussdrittel nahm Bader ein paar Änderungen in seinen Linien vor und das mit Erfolg: „Am Schluss, als wir wussten, alles oder nichts, haben wir die Linien umgestellt und alles nach vorne geworfen. Dann hat es geklappt.“

Für schwache Nerven waren die letzten 20 WM-Minuten trotz des Happy End nichts. In der 45. Minute sorgte Ali Wukovits im Powerplay für das 1:2. Die Freude währte nur kurz, denn keine 90 Sekunden taucht Cade Neilson allein vor dem Gehäuse von Bernhard starkbaum auf und stellt für das Vereinigte Königreich auf 3:1.

Nun kam die wahre Mentalität der Österreicher zum Vorschein: Niemals aufgeben! Statt hängender Köpfe knüpfte man nun wieder an die Leistungen aus den Spielen zuvor an, attackierte die Briten frühzeitig und kreierte Torchancen. Mit Erfolg! In der 48. Minute sorgte Dominique Heinrich mit einem Schlenzer für das 2:3. Nach überstandener Unterzahl brachte Benjamin Nissner die rotweißroten Ränge in der 52. Minute zum beben.

„Gesehen habe ich beim 3:3 gar nichts. Ich habe nur versucht die Scheibe zum Tor zu bringen und dachte mir, mit ein bisschen Glück geht er rein“, gab der Goldtorschütze nach dem Spiel zu
Protokoll.

Österreich bestimmte das Spiel, die Briten mussten nun offensiver ans Werk gehen, wodurch sich mehr und mehr Chancen für Rotweißrot ergaben. 66 Sekunden vor Spielende war schließlich Kapitän Thomas Raffl mit der 4:3-Führung zur Stelle, 22 Sekunden später sorgte Peter Schneider mit seinem Empty Net Goal zum 5:3 für die endgültige Vorentscheidung.
Der Klassenerhalt nach einer historischen WM war damit in trockenen Tüchern

Head Coach Roger Bader: „Alle die das österreichische Eishockey lieben, haben heute Nerven gezeigt. Wir sind sehr sehr schlecht in die Partie gestartet. Das erste Drittel war mit Abstand das schlechteste dieser WM. Es war das Gegenteil von dem was uns ausgezeichnet hat. Wir waren passiv, unser Box Play war brutal schlecht. Wir haben überlegt, warum ist das so? Wir glauben, dass einige Spieler sehr nervös waren vor dem Spiel, die Anspannung da war, so eine gute WM gespielt zu haben und am Ende alles verlieren zu können. Erst am Schluss, als wir wussten, alles oder nichts, haben wir die Linien umgestellt und alles nach vorne geworfen. Dann hat es geklappt. Ich bin sehr erleichtert. Wir sind sehr glücklich, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Ich glaube die Mannschaft als Gruppe ist über die vergangenen Wochen zusammengewachsen. Die Mischung aus Neulingen und Routiniers, das Menschliche, all das war Weltklasse und das war ein wesentlicher Baustein, dass wir zurückgekommen sind und den Klassenerhalt erreicht haben.“

Kapitän Thomas Raffl: „Auch wir haben uns das von Beginn an anders vorgestellt. Das erste Drittel war sicher unser schlechtestes im gesamten Turnier. Das zweite war dann schon besser und im dritten Drittel haben wir dann wieder so gespielt wie zuvor. Dieser Sieg war eine absolute Teamleistung.“

Dominique Heinrich: „Wahrscheinlich waren heute ein wenig die Nerven dabei. Es war nicht das Spiel von uns, das wir uns vorgestellt haben. Wir haben aber immer an uns geglaubt und wussten, dass wir es schaffen können.“

Bernhard Starkbaum: „Ich habe nur meinen Teil zu diesem Erfolg beigetragen. Wir haben nicht so begonnen, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir haben nicht das gespielt was wir können, haben am Ende dann zu uns gefunden, unser Eishockey gezeigt und gewonnen. Wie wir uns zurückgekämpft haben, ist einfach unglaublich. Ich bin stolz, Teil dieses Teams zu sein. Ich ziehe den Hut vor dieser Mannschaft.“

Peter Schneider: „Unglaublich. Ich glaube wir haben eine sehr gute WM gespielt. Die ersten zwei Drittel heute zwar nicht, aber wir bleiben verdient oben. Wir wussten wir können besser spielen und dass viel Luft nach oben ist und das haben wir am Ende auch gezeigt. Dies war meine dritte WM und das Team hat sich im Vergleich zu den ersten beiden Weltmeisterschaften klar gesteigert. Unglaublich was das Team geleistet hat. Ich bin unglaublich stolz.“

Manuel Ganahl: „Manch andere wären vielleicht daran zerbrochen, aber das macht unseren Spirit aus. Wir haben gewusst, egal was, es geht immer noch, wir müssen nur zu uns finden, fighten und die Zweikämpfe gewinnen. Es war sicher ein bisschen Nervosität dabei. Den Briten ist ihr Spiel voll aufgegangen, sie haben uns überrascht. Das Wichtigste ist, dass wir uns zusammengerauft haben und immer an uns geglaubt haben und als Sieger vom Eis gegangen sind.“

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