
Iserlohn. (MK) Beim DEL-Tabellenschlusslicht Iserlohn Roosters werden seit Wochen häufig die gleichen Betitelungen für die anstehenden Spiele gewählt. Es wird häufig vom „Playoff-Charakter“ eines Spiels oder einem „Sechs-Punkte-Spiel“ gesprochen.
Vor dem Spiel am heutigen Sonntag gegen die um sieben Punkte besser dastehenden Augsburger Panther trafen diese Bezeichnungen ohne Zweifel zu. Bei einer Niederlage der Roosters wären die Panther wohl endgültig enteilt. Ein Sieg war also Pflicht für die Cracks aus der Waldstadt.
Der Druck war vor dem in Iserlohn als „Schützen-Spieltag“ ausgerufenen Match gegen die Panther immens. Die große Frage vor dem „Endspiel“ war auch, ob das zuletzt mit vier Siegen aus fünf Spielen gewonnene Selbstvertrauen reicht, um die richtige Mischung aus Lockerheit und Konzentration zu finden. Diese Frage konnte relativ schnell mit Ja beantwortet werden. Doug Shedden hatte seine Roosters sichtlich gut eingestellt und bis in die Haarspitzen motiviert.
Bolands Führungstor verleiht Sicherheit
Im Stardrittel hatte Iserlohns Dal Colle nach dreißig Sekunden schon die Führung auf dem Schläger, scheiterte aber an Keller im Tor der Panther. Die Gäste versteckten keineswegs, hatten durch Andersen (2.) ebenfalls eine gute Gelegenheit. Dal Colle (6.) und LeBlanc (8.) hatten weitere Chancen für die Hausherren. Eine Bankstrafe gegen die Roosters ließ nichts Gutes erahnen, aber das Unterzahlspiel funktionierte sehr gut und es ergab sich sogar eine klasse Konterchance für LeBlanc (9.), der aber scheiterte. Den Sicherheit verleihenden Führungstreffer besorgte dann Boland in der 16. Minute, als er mit der Scheibe über die linke Seite auf Kellers Tor zulief und stark ins Eck versenkte. Die Shedden-Schützlinge blieben am Drücker. Nur 122 Sekunden später bugsierte Cornel die Scheibe um Keller herum zum 2:0 Pausenstand ins Augsburger Tor.
Schlag auf Schlag im zweiten Drittel
Auch wenn es vorerst weniger klare Torchancen gab, so blieb das Match auch im zweiten Drittel alles andere als langweilig. Bender (24.) von der blauen Linie für die Roosters und Oldie Trevelyan (26.) mit einem Konter für die Panther hatten Chancen auf einen weiteren Treffer bis zum Powerbreak.
Nach der Werbeunterbrechung ging es für die Fuggerstädter in Überzahl weiter, Ex-Panther LeBlanc drückte die Strafbank. Der hatte noch gar nicht richtig Platz genommen, als Trevelyan 12 Sekunden später zum 2:1 Anschlusstreffer eingeklinkt hatte. Nach dem Bully brachte Iserlohns Verteidiger Eliot die Scheibe tief ins Augsburger Drittel. Torwart Keller unterschätzte aber die „krumme Bande“ und die in den Slot springende Scheibe. Dal Colle nahm den Puck dankend auf, um zum 3:1 einzuschießen. Der alte Abstand war damit wieder hergestellt. Hektisch wurde es, nachdem Broda seinen Gegenspieler über die Bande befördert hatte (32.) und diese Aktion einige Nickligkeiten nach sich zog. Espositios Strafe kam „in die Uhr“ und die Gastgeber agierten fortan für zwei Minuten im Powerplay. Zählbares sprang hierbei aber nicht heraus. Augsburg mühte sich um den Anschluss. Nachdem Mitchell aus dem Gewühl heraus am Bollwerk vor Jenike gescheitert war, flogen erst einmal die Fäuste. Die Schiedsrichter schickten die Roosters Eliot und Labrie hinaus und bei den Panthern Tosto. Das daraus resultierende Powerplay blieb ohne Erfolg für die Gäste. Roosters-Stürmer Jentzsch (39.) scheiterte noch an Keller, aber mit dem nächsten Angriff erhöhte Gormley aus dem Hinterhalt auf 4:1. Die Erleichterung in der Halle war regelrecht greifbar. Schiemenz´ Strafe wurde mit der Reststrafzeit von exakt einer Minute ins letzte Drittel übernommen.
Augsburgs U20-Nationalspieler Moritz Elias erklärte in der Pause bei MagentaSport die Marschroute für das letzte Drittel: „Wir müssen vor dem Tor die Dinger reinmachen und viel effektiver sein.“

Dal Colle krönt starkes Spiel mit seinem zweiten Treffer des Tages
Die Waldstädter überstanden die restliche Strafzeit ohne Gegentreffer. Augsburg mühte sich um den Anschluss, eröffnete den Roosters dadurch aber auch immer wieder Konterchancen. Boland (44.) und LeBlanc (45.) scheiterten aber an Keller. Hakulinen (46.) kam mit seinem Bauerntrickversuch für die Panther ebenfalls nicht zum ersehnten zweiten Treffer. Broda (47.) hätte mit seinem Konter die endgültige Entscheidung herbeiführen können, kam aber ebenfalls an Keller nicht vorbei. Besser machte es Dal Colle mit seinem zweiten Treffer des Abends aus dem Slot zum 5:1 in der 48. Minute. Augsburg gab sich trotzdem noch nicht ganz geschlagen. Mitchell verkürzte in der 50. Minute zum 5:2. Hakulinens Strafe überstanden die Panther in der Folge mühelos. Während der Iserlohner Strafe gegen Thomas (52.) witterten die Gäste nochmals ihre Chance zurückzukommen, aber Jenike & Co hielten ihren Kasten sauber. Rutkowski (54.) und Jentzsch (57.) hatten Gelegenheiten den sechsten Treffer zu erzielen. Es blieb aber beim letztlich verdienten 5:2 Sieg. Viel wichtiger als die Höhe des Sieges war aus Iserlohner Sicht, dass drei extrem wichtige Punkte am Seilersee bleiben. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt damit am Seilersee weiter.
Wiedersehen in knapp einem Monat in Augsburg, Roosters machen einen Punkt gut gegen Panther und DEG
In knapp einem Monat am 18. Februar (14 Uhr) sehen sich beide Teams in Augsburg wieder.
In der Tabelle bleiben die Augsburger Panther auf Platz zwölf, punktgleich mit der Düsseldorfer EG. Die DEG konnte ihr Heimspiel gegen Bremerhaven mit 6:5 nach Penaltyschießen gewinnen. Die Roosters bleiben Letzter
Am kommenden Wochenende läuten die Panther bereits am Donnerstag den 39. Spieltag mit dem Derby gegen München ein. Iserlohn ist einen Tag später in Ingolstadt gefordert. In einer Woche geht es Sonntag für die Fuggerstädter in Straubing weiter, Iserlohn feiert zwei Wochen nach dem letzten Aufeinandertreffen ein Wiedersehen mit den Grizzlys Wolfsburg.
Stimmen und Impressionen zum Spiel
Statistik
Iserlohn: Jenike – Gormley, Ugbekile; Labrie, Thomas; Bender, Eliot, Quaas – Dal Colle, Cornel, Boland; Elias, LeBlanc, Jentzsch; Schiemenz, Sebok, Ziegler; Broda, Jahnke, Rutkowski
Augsburg: Keller – Schüle, Rantakari; Southorn, Welsh; Renner, Sacher – Hakulinen, Collins, Karjalainen; Puempel, Esposito, Trevelyan; Tosto, Mitchell, Andersen; Volek, Oblinger, Elias
Tore: 1:0 (16:46) Boland (Dal Colle), 2:0 (18:48) Cornel (Boland/Ugbekile) 5-4PP, 2:1 (28:42) Trevelyan (Karjalainen/Rantakari) 5-4PP, 3:1 (28:51) Dal Colle (Eliot), 4:1 (38:29) Gormley (Dal Colle/LeBlanc), 5:1 (47:59) Dal Colle (Boland/Cornel), 5:2 (49:06) Mitchell (Andersen),
Strafen: 14 – 10
Schiedsrichter: Schrader, Ansons
Zuschauer: 4967 (ausverkaufte Hütte)
Fotostrecke zum Spiel
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