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Iserlohn / München. (MK / PM Red Bulls) Der EHC Red Bull München verabschiedet sich mit einem Sieg in die Länderspielpause. Der Tabellenzweite der... 3:6 gegen München, aber Standing Ovations für Iserlohns Minikader

Andreas Jenike im Tor der Roosters – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn / München. (MK / PM Red Bulls) Der EHC Red Bull München verabschiedet sich mit einem Sieg in die Länderspielpause. Der Tabellenzweite der Penny DEL hat ein kurzweiliges Duell bei den Iserlohn Roosters mit 6:3 (2:1|1:1|3:1) gewonnen. 2.887 Zuschauern sahen das Spiel am Seilersee.

Spielverlauf

München mit den Rückkehrern Street, Gogulla, Frederik Tiffels und Zach Redmond im Aufgebot. Bei den Roosters kehrte lediglich der entsperrte Sena Acolatse im Vergleich zu den vorherigen Spielen ins Team zurück. Das Spiel: intensiv und schnell. Beide Teams setzten auf offensives Eishockey und hatten Topchancen. Die Roosters konterten gefährlich, John Broda setzte den Puck bei einer Drei-gegen-eins-Situation an den Pfosten (13.). Sven Ziegler zielte in der 17. Minute genauer. Iserlohn in Führung. Die Antwort der Red Bulls per Doppelschlag: Street nach einem Tiffels-Pass mit dem Ausgleich (19.), nur 47 Sekunden später platzierte Gogulla die Scheibe erneut im Iserlohner Tor – 2:1 (20.).

Ein offener Schlagabtausch nach dem Seitenwechsel. Die Roosters hatten zunächst mehr Abschlüsse – auch wegen zwei Powerplays. Broda belohnte die Sauerländer nach einer Einzelleistung mit dem 2:2 (32.). Es war sein erstes DEL-Tor für die Sauerländer. München reagierte mit einer Tempoerhöhung. Diese brachte Chancen und die erneute Führung durch Street: Der Comebacker fälschte einen Schuss von Jonathon Blum sehenswert zum 3:2 ab (39.).

Die Red Bulls schalteten nicht in den Verwaltungsmodus. Jacksons Team verteidigte aktiv und jubelte in der 46. Minute zum vierten Mal nach Parkes‘ Maßarbeit. Torsten Ankert verkürzte nur zwei Minuten später auf 4:3 (48.). In der spannenden Schlussphase hatten beide Teams tolle Möglichkeiten. Die Tore machten die mit 21 Spielern angetretenen Münchener: Smith erhöhte auf 5:3 (55.) und Parkes (58.) markierte den 6:3-Endstand.

Bemerkenswert: Die Iserlohner Fans bewiesen einmal mehr ihr feines Gespür für die Situation ihres Teams. Rund zwanzig Minuten nach Spielende verweilten noch immer zahlreiche Fans in der Halle, um ihr Team mit Sprechchören aufzumuntern. Szenen, wie man sie in der deutschen Profisport-Landschaft eher selten sieht.

Münchens Konrad Abeltshauser nach dem Spiel: „Es war nicht einfach. Wir sind sehr froh über den Auswärtssieg. Die Rückkehrer haben ein super Spiel gemacht.“

Fotostrecke zum Spiel

Iserlohn Roosters - Red Bull Muenchen
Philip Gogulla - © by Sporfoto-Sale (JB)
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Rückblende: Turbulente Tage für die Roosters

Turbulente 16 Tage liegen hinter den Iserlohn Roosters. Nach dem Heimspiel gegen Wolfsburg am 21. Oktober ereilte den Klub vom Seilersee die Coronawelle.
Als samstags eigentlich alles für die Fahrt zum nächsten Spiel in Augsburg vorbereitet war, schlug Corona gnadenlos zu. Insgesamt 17 Spieler befanden sich zwischenzeitlich in Quarantäne.
Die Spiele in Augsburg und das geplante Heimspiel gegen Düsseldorf wurden abgesagt und verschoben. Mit einem Minikader kehrten die Roosters am 31. Oktober in den Spielbetrieb zurück. Die 10 + 1 Regelung der DEL machte es möglich. Demnach sind Mannschaften, die mindestens zehn Feldspieler und einen Torhüter zur Verfügung haben spielfähig.

Ankerts Kritik wirft einige Fragen auf

Mit den Spielen in Nürnberg (4:3), in Mannheim (6:1), in Straubing (5:0) und am Sonntag daheim gegen München (6:3) hatte das so arg dezimierte Team einerseits ein knüppelhartes Programm zu absolvieren und andererseits, wie sich zeigte, zu wenig Kraft, um mit der „kurzen Bank“ den Gegnern über sechzig Minuten Paroli bieten zu können.

Nach dem Spiel in Mannheim übte Kapitän Torsten Ankert heftige Kritik an der Ansetzung der Spiele: „Den Jungs kann man keinen Vorwurf machen. Jeder kämpft für jeden. Wir kommen mit hier ein paar Mann hin, wovon die Hälfte auch noch angeschlagen ist. Man müsste sich Gedanken machen ob solche Spiele Sinn machen. Es geht hier um Jobs, es zählt jeder Punkt. Es ist alles bitter gelaufen in den letzten Tagen. Der Liga-Buschfunk unter den Spielern ist nie aus. Man sieht das Spiele verlegt werden und riesige Halloween-Partys stattfinden. Ob man sich da nicht mal zusammensetzen muss und das ganze Prozedere überdenkt. Wir reißen uns hier den Arsch auf. Es ist alles ein bisschen komisch, wie es gerade läuft. Wir spielen hier auf höchstem Niveau gegen die beste Mannschaft der Liga. Man versucht ein paar taktische Einstellungen und Energie zu sparen. Das hat mit einem vernünftigen Eishockeyspiel nichts zu tun“, so der 33- jährige bei MagentaSport.
Wie gut die Gesundheit von Spielern, wie beispielsweise Ryan O´Connor, unter diesen Bedingungen geschützt ist, müssen sicherlich andere Stellen bewerten. Der Kanadier (29) stand in den letzten Partien jeweils rund 35 Minuten auf dem Eis, was zumindest dauerhaft nicht der Gesundheit zuträglich sein dürfte.

Tappers Flaschenwurf wird mit saftiger Geldstrafe geahndet

Sven Ziegler (oben links), Torsten Ankert, John Broda (unten links) und Christian Hommel äußerten sich nach dem Spiel. – © Sportfoto-Sale (MK)

Für Aufsehen sorgte am Freitag beim Gastspiel in Straubing auch Trainer Brad Tapper. In der Schlussphase warf er mehrere Wasserflaschen auf die Eisfläche und kassiert eine Spieldauerstrafe. Am Sonntag folgte dann obendrauf eine saftige Geldstrafe durch die Disziplinarkommission. Brad Tapper begründete seine Aktion gegenüber dem Iserlohner Kreisanzeiger damit, dass er der Mannschaft etwas Luft verschaffen wollte. Nach dem Spiel gegen München äußerte sich auch Sportchef Christian Hommel zum Vorfall. „Wir sind eine Mannschaft und eine Organisation, die immer sehr viele Emotionen hat. Dieses Jahr noch ein bisschen mehr, habe ich das Gefühl. Wir sind immer an der Grenze. Das war nicht richtig“, so der ehemalige Stürmer. Kritik am Verhalten Tappers äußerte ebenfalls DEL Geschäftsführer Gernot Tripcke gegenüber den heimischen Medien Radio MK und IKZ am Rande des U17 Spiels der Young Roosters gegen Berlin, wo dessen Sohn Hannu spielt. Iserlohns Fans hatten zumindest Verständnis für den sicherlich nicht übermäßig professionellen Auftritt des Trainers in Straubing. Sie feierten ihn schon vor dem Anpfiff mit Sprechchören.
Trotz der letzten kräftezehrenden Tage und den Niederlagen gab es aber auch Erfreuliches zu vermelden. Neben Torsten Ankert werden auch Taro Jentzsch und Andreas Jenike zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft beim Deutschland Cup gehören. Christian Hommel und Torsten Ankert werten diese Nominierungen als Auszeichnung für gute Leistungen, aber auch für die gute Entwicklung der Roosters in den letzten Jahren.

In den ausführlichen Interviews nach dem Spiel gegen München wurden die Ereignisse der letzten Tage noch einmal ausführlich besprochen und hinterfragt.

Im Video: Das sagen John Broda, Sven Ziegler, Christian Hommel und Torsten Ankert zu den letzten ereignisreichen Tagen

Drei Spieler zum Nationalteam, Hoffnung auf weitere Rückkehrer ins Team nach der Pause

Für die Roosters geht es nach nun fünf freien und hoffentlich erholsamen Tagen am Wochenende wieder zurück aufs Eis. „Dann sind hoffentlich unsere Corona Jungs wieder zurück, ich freue mich auf das was dann kommt“, so ein hoffnungsvoller Christian Hommel im Interview. Gegen München standen Rausch (gesperrt), Buschmann, Labrie, Aubin (nicht spielberechtigt), Bailey, Raedeke und Schilkey noch nicht wieder zur Verfügung.

Das nächste Ligaspiel bestreiten die Sauerländer am 19. November gegen Krefeld. Es ist übrigens das letzte Heimspiel der Roosters unter 3G Bedingungen. Der Klub hatte bereits angekündigt ab dem 27.11. auf 2G für die Besucher umzustellen.

Endergebnis
Iserlohn Roosters gegen Red Bull München 3:6 (1:2|1:1|1:3)

Tore
1:0 | 16:54 | Sven Ziegler
1:1 | 18:46 | Ben Street
1:2 | 19:33 | Philip Gogulla
2:2 | 31:47 | John Broda
2:3 | 38:04 | Ben Street
2:4 | 45:07 | Trevor Parkes
3:4 | 47:16 | Torsten Ankert
3:5 | 54:40 | Ben Smith
3:6 | 57:24 | Trevor Parkes

Zuschauer: 2.887

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