Zürich. (MR) Nachdem Team Österreich seine ersten beiden Gruppenspiele hatte siegreich gestalten können, haben sie vor dem heutigen Spiel gegen Lettland bereits ihr Minimalziel „Nichtabstieg“ erreicht. Für den Sieg mussten sie allerdings aufopferungsvoll kämpfen, zeigten sich aber bei nur 14 Torschüssen äußerst effektiv.
Bei Lettland stand wieder der Bremerhavener Kristers Gudlevskis im Tor, sein Gegenüber war der gebürtige Finne Atte Tolvanen. „Guddy“ hatte den Shutout gegen Deutschland im Rücken. Beide Teams schenkten sich nichts, es ging munter hin und her. Akustisch waren die Österreichischen Fans zahlreicher erschienen als die Lettischen, aber an diesem „Schoolsday“ war nachmittags die Halle gut gefüllt mit Kindern, denen man rot-weiß-rot oder beere-weiß-beere-farbene Fähnchen in die Hand gedrückt hatte, und die dann wahlweise und oftmals nicht ganz situationsbezogen für die eine oder die andere Mannschaft schrien. Großchancen auf dem Eis gab es im Startabschnitt kaum. Im zweiten Durchgang machten die Letten weitestgehend das Spiel, schossen teils aus allen Lagen, doch Atte hielt die Null. In der 28. Minute kam das ÖEHV Team ins Angriffsdrittel, konnte die Scheibe an der Blauen halten und entgegen den bereits wieder startenden Letten zur Mitte ziehen. Der nicht einmal harte Schuss von Tim Harnisch rutschte „Guddy“ durch die Schoner. Das änderte das Momentum, und Österreich hatte gleich zwei, drei weitere gute Möglichkeiten. Zum Ende des Drittels drehten wieder die Letten zur Schlussoffensive auf, kamen aber nicht zum Erfolg.
Mit dem Frühstart kamen die Letten aus der zweiten Pause und trafen aus spitzem Winkel zum 1:1 Ausgleich (Rudolfs Balcers, 41.). Die Letten ließen die Scheibe kreiseln, dann blieb Dominic Zwerger in der Angriffszone am Eis liegen und musste zunächst behandelt werden. Nach Videostudium entschieden die Schiedsrichter, die hier sehr spät erst abgepfiffen hatten, auf kleine Strafe. Diese konnte Österreich ausnutzen, auch wenn es hier erneut den Videobeweis gab. Die Schiedsrichter hatten zunächst auf „kein Tor“ entschieden, doch die Aufzeichnung bestätigte, was Torschütze Benjamin Nissner schon vorher gewußt hatte – erneute Führung für das ÖEHV-Team (45.). Die Letten warfen jetzt alles nach vorn, und Österreich verteidigte mit Mann und Maus, mit allen Ausrüstungs- und Körperteilen. Sie schafften es auch in der Schlussphase, immer mal wieder eine Befreiung zu schicken, dass Lettland erst spät den Goalie ziehen konnte. Doch auch diesem Druck hielt die Österreichische Verteidigung um Goalie Atte Tolvanen stand, der dann auch zum besten Spieler gekürt wurde. Eine letzte Befreiung beförderte Vinzenz Rohrer ins leere Tor, 2 Sekunden vor der finalen Sirene. Warum Lettland da noch eine Abseits-Challenge zog, war wohl reine Verzweiflung. Mit diesem dritten Sieg im dritten Spiel hat Österreich schon den Fuß in der Tür zum Viertelfinale, während Lettland mit drei Punkten im unteren Mittelfeld der eigenen Erwartung hinterherläuft.
Es spielten für den ÖEHV:
35 Atte Tolvanen – 32 Bernd Wolf, 92 Clemens Unterweger – 3 Peter Schneider, 16 Dominic Zwerger, 70 Benjamin Nissner; 45 Gregor Biber, 78 Thimo Nickl – 19 Vinzenz Rohrer, 48 Lucas Thaler, 52 Paul Huber; 5 Dominic Hackl, 12 David Maier – 8 Maximilian Rebernig, 61 Simeon Schwinger, 96 Mario Huber; 4 Ramon Schnetzer, 18 Paul Stapelfeldt – 9 Leon Wallner, 40 Tim Harnisch, 81 Leon Kolarik
Die Tore erzielten:
0:1 (27:11) Harnisch (Stapelfeld)
1:1 (40:25) Balcers (Smirnovs, Smits)
1:2 (44:22) Nissner (Schneider, Rohrer) PP1
1:3 (59:58) Rohrer (Nickl) EN
Strafen: LAT – 4 Min.; AUT – 4 Min.
Zuschauer: 8677
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