Zürich. (MR) Rein rechnerisch ist der Zug Viertelfinale für das DEB-Team noch nicht ganz abgefahren. Dafür müsste der aktuell Tabellen-Siebte (!) aber ab sofort alle Punkte mitnehmen, das heißt, man ist zum Siegen verdammt. Heute war es kein schönes Spiel, aber entscheidend sind am Ende die Punkte.
Doch ins Spiel ging Deutschland offenbar recht lässig, die Ungarn konnten öfter mal die Pässe klauen. Doch wirklich gefährlich wurde es zunächst nicht für Philipp Grubauer, der erneut das Tor hütete. Trotz mehrere Konter hatte die Statistik im Startabschnitt nur zwei Ungarische Torschüsse gezählt. Dafür aber bekam Deutschland zwei Male die Gelegenheit, sein Powerplay zu üben. Das erste brachte wieder einmal eher den Gegner ins Spiel. Doch direkt anschließend stellte Nico Krämmer gut den Screen, dass der Schuss von Eric Mik unhaltbar zum 1:0 einschlug (9.). Das zweite Überzahlspiel in der Schlussphase von Drittel eins brachte den einen oder anderen Abschluss, und Leon Gawanke erhöhte auf 2:0 (20.).
Aus 20 Schüssen im Mitteldrittel fallen nur 2 Treffer
Der zweite Abschnitt ist schnell erzählt: Deutschland bemüht, brachte trotz unangenehmer Ungarischer Gegner, die wie Kletten hingen, viele Torschüsse an, während Grubauer erneut wenig zu tun hatte. Der Abschnitt bog bereits in die Schlussphase ein, als Reichel quasi seine eigene Vorlage in die Maschen hob, die Tiffels nicht hatte verwerten können (40.). Und kaum war der Jubel abgeebbt, traf auch noch WM-Neuling Samuel Dove McFalls, der die Torwartschiene anschoss (40.).
Den dritten Durchgang startete man zunächst mit dem fünften Treffer, den Gawanke aus der Luft weiterbeförderte (42.). Anschließend zeigte sich das DEB-Team aber etwas nachlässig, schlafmützig. Die stacheligen Magyaren konnten sich ein ums andere Mal im Angriff festsetzen und Grubauer ein wenig mehr Arbeit bescheren. In der 45. Minute war es dann soweit, und Grubauer musste „am Ohrläppchen“ vorbei einen Einschlag kassieren (Tamas Sarpatki). Es wurde nicht besser aus Sicht Deutschlands. In der 47. sah sich Grubauer gar einem 4 auf 1 gegenüber, den der Gegner allerdings selbst vergeigte. Zur Drittelmitte zappelte die Scheibe wieder im Kasten der Deutschen, nachdem Grubauer im Kreis nach dem ersten Schuss umgerissen worden war. Und tatsächlich nahm der Deutsche Staff hier die Coaches Challenge, die schließlich auch das Tor aberkannte. Im direkten Gegenzug war Gawanke mit aufgerückt und nahm die Vorlage aus der Luft – fertig war sein Hattrick zum 6:1 (50.). Deutschland brachte im Vergleich zum Mitteldrittel hier wenig allerdings weiterhin nach vorne. Das machte Ungarn besser und durfte zum Ende hin nochmals jubeln. Auch hier wurde die Challenge gezogen, da Ungarn zuvor vermeintlich knapp im Abseits gestanden hatten. Die Linesmen schauten sich die Aufzeichnung sehr lange an, ehe sie zu der Überzeugung kamen, dass kein Abseits vorgelegen hatte und daher der zweite Treffer für Ungarn korrekt war (Janos Hari, 58.). Das war dann auch der Endstand von 6:2, und Deutschland hat im fünften Spiel endlich den ersten „Dreier“ eingefahren.
Alle Stimmen zum Spiel
Es spielten für den DEB:
30 Philipp Grubauer – 38 Fabio Wagner, 53 Moritz Seider – 44 Josh Samanski, 73 Lukas Reichel, 95 Frederik Tiffels; 6 Kai Wissmann, 12 Eric Mik – 15 Stefan Loibl, 62 Parker Tuomie, 72 Dominik Kahun; 9 Leon Gawanke, 25 leon Hüttl – 40 Alexander Ehl, 65 Marc Michaelis, 75 Dove McFalls; 48 Phillip Sinn – 7 Maximilian Kastner, 21 Nico Krämmer, 56 Manuel Wiederer, 43 Andreas Eder
Die Tore erzielten:
1:0 (08:43) Mik (Kastner, Wiederer)
2:0 (19:36) Gawanke (Loibl, Wiederer) PP1
3:0 (39:10) Reichel (Tiffels, Samanski)
4:0 (39:50) Dove-McFalls (Michaelis, Ehl)
5:0 (41:36) Gawanke (Kastner, Loibl)
5:1 (44:35) Sarpatki (Nagy, Garat)
6:1 (49:49) Gawanke (Wissmann, Michaelis)
6:2 (57:22) Hari (Nemes, Kiss)
Strafen: GER – 2 Min.; HUN – 4 Min.
Zuschauer: 7925
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