Home ! + „Die Drittelpause“: 2026 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft der Männer – Finnland holt zum fünften Mal Gold
! +Die DrittelpauseWM 2026

„Die Drittelpause“: 2026 IIHF Eishockey Weltmeisterschaft der Männer – Finnland holt zum fünften Mal Gold

Share
Geschlagenes DEB Team by Sportfoto Sale DR
Share

Zürich. (MR) Das war sie also, die diesjährige Weltmeisterschaft. Wie immer gab es die eine oder andere Überraschung, andererseits auch Enttäuschungen. Besonders schmerzt sicherlich die Schweiz die letzte – erneut torlose Niederlage: 0:1 im Finale gegen Finnland nach 70:42 Min. Ein Kommentar

Zunächst einmal: die Schweiz hat ein rundum gelungenes Turnier ausgerichtet, soviel sei schon einmal festgehalten: schöne Spielstätten und viel Euphorie, war man in der Schweiz doch froh, nach der ausgefallenen 2020 WM, die der COVID-Pandemie zum Opfer gefallen war, nach 2009 endlich wieder eine Heim-WM ausrichten zu können. Es waren zwar möglicherweise insgesamt weniger Fans der Gastmannschaften vor Ort, oder weniger lange Zeit: die Schweiz ist auch aus Deutscher Sicht schon ein teures Pflaster. Dafür aber umso mehr begeisterte eigene Fans, die dieses Turnier auch stimmungstechnisch auf ein hohes Level gehoben haben. Die Schweiz marschierte am Standort Zürich souverän durch die Vorrunde, erreichte zum dritten Mal nacheinander das Finale. Und sind noch immer die Unerreichten, denn dieses letzte Spiel verloren sie in der Overtime mit 0:1 gegen Finnland.

Als DAS Überraschungsteam muss wohl Norwegen angesehen werden: Die Norweger um die DEL-Spieler Henrik Haukeland (STR), Markus Vikingstad (EBB) und Eirik Salsten (ISR) starteten mit einer Niederlage gegen die Slowakei, um dann nur noch gegen den späteren Tabellenführer und Halbfinalisten Kanada zwei Punkte zu lassen. Damit stand Norwegen erstmalig in seiner Geschichte im WM-Halbfinale. Vikingstad schied nach drei Spielen verletzt aus, Haukeland hielt die fünf Siege der Gruppenphase fest, darunter zwei Shutouts gegen Italien und Slowenien und einen weiteren Shutout im Viertelfinale gegen Lettland! Erst im Halbfinale mussten sie sich den überragenden Schweizern geschlagen geben, um sich dann mit Kanada einen heißen Kampf um die Bronzemedaille zu liefern und diesen 3:2 in der Verlängerung zu gewinnen!

Schweizer feiern Eishockey-Feste – © Sportfoto-Sale (DR)

Auf der anderen Seite – auch am Nebenspielort Fribourg – stand das Überraschungsteam und Halbfinalist der letztjährigen WM, Dänemark, zeitweise mit einem Bein im Abstieg. Die wohl größte Enttäuschung erlebte jedoch Deutschland. Nach dem Nicht-Erreichen des Viertelfinales 2025, dem enttäuschenden Abschneiden bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen, wurde es auch bei dieser Weltmeisterschaft wieder nichts mit der Viertelfinalteilnahme oder gar mehr. Die Gründe hierfür sind vielfältig: die löchrige Defensive, mangelnder Zug zum Tor, Schwächen im Abschluss und den Specialteams seien hier genannt. Auch machte das Team in den ersten Partien gegen – zugegeben – die schwereren Gegner keinen mannschaftlichen Eindruck, es fehlte das „mindset“, wie Co-Kommentator Mo Müller angemerkt hatte. In den ersten Spielen kamen die Pässe nicht beim zugedachten Empfänger an, und es fehlten Ideen wie auch das Chaos vor dem gegnerischen Tor. Dass dann die ersten vier (von sieben) Spielen verloren gingen, man also nach vier Spieltagen gleichauf mit Auf- und wieder Absteiger Großbritannien mit NULL Punkten am Tabellenende stand mit erst vier (4!) eigenen Treffern, brachte natürlich für den restlichen Turnierverlauf nur wenig Aufbau und Selbstvertrauen. Vor allem die torlose Niederlage gegen Lettland und Bremerhavens Torhüter Kristers Gudlevskis war wohl eher wie ein Schlag ins Kontor zu bewerten. Und hier wie auch bei der Overtime-Niederlage gegen die USA wurden die nötigen Punkte liegen gelassen, dass die restlichen drei Partien mit voller Punktzahl gegen Österreich, Ungarn und Großbritannien nicht mehr ausreichten, um den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen. Gerade bei der Niederlage gegen die USA stand dann auch der Coachingstaff in der Kritik, hatte es doch zwei Situationen gegeben, in denen eine Challenge ein augenscheinlich irreguläres Tor der Amerikaner hätte abwenden können. Auch nach einem guten Startabschnitt gegen die Schweiz hätte eine Auszeit vielleicht etwas bewirken können, als Deutschland im zweiten Drittel schnell drei Treffer gefressen hatte und auseinanderfiel. Irgendwie lässt sich die Aussage von Bundestrainer Harold Kreis „wir haben ein durchweg solides, stabiles Turnier gespielt“ nicht so ganz nachvollziehen. Und natürlich lässt sich im Nachhinein auch immer die Nominierung oder eben Nicht-Berücksichtigung des einen oder anderen Spielers kritisieren.

Powerplay 26 – hat das Konzept versagt?

Es stellt sich die Frage, ob es wirklich so sinnvoll ist, vier Wochen Vorbereitung zu spielen, dann aber mehr als die Hälfte der Spieler nach Hause zu schicken, weil die DEL-Finalisten hinzustoßen und der eine oder andere Crack, der sein Geld in Nordamerika verdient, dann ohne Vorbereitung der Mannschaft helfen soll. Das mögen ja unsere besten Eishockeyspieler sein, und manche sind sicherlich „seit Jugendzeiten eng befreundet“, aber das scheint für das Mannschaftsgefüge eines so engen Turniers wie Olympia oder Weltmeisterschaft nicht zu genügen. Und wenn man bedenkt, dass es der DEB selbst war, der mit „Powerplay 26“ das Ziel ausgegeben hatte, dass Deutschland „bis zum Jahr 2026 dauerhaft zu den Nationen gehört, die mit allen Teams um die Medaillen spielen können“, liegt man aktuell aber ziemlich daneben!
Die U18 ist abgestiegen, und die Männer Nationalmannschaft hat seit zwei Jahren sogar das Ziel von vorher, nämlich dauerhafte Viertelfinalteilnahme, verfehlt. Die Frauen U18 ist gerade erst wieder aufgestiegen, und die Männer U20 kämpft jedes Jahr in der Relegation um den Verbleib in der Top-Division. Da ist man versucht, die Silbermedaillen bei Olympia 2018 und der Weltmeisterschaft 2023 nicht nur als Erfolg sondern eher als „Glückstreffer“ oder „positiven Ausrutscher“ zu werten…. Und das ganze jetzt vor der Heim-WM im kommenden Jahr – da bleiben an allen Fronten (zu) viele Baustellen offen! Ein „weiter so“ darf es eigentlich nicht geben. Es müssen auch unpopuläre Personalentscheidungen getroffen werden, es braucht mehr Mut zu frischen, jungen Spielern mit Perspektive. Anderenfalls wird auch das WM-Turnier in Mannheim und Düsseldorf 2027 nur in der Eishockey-Blase und außerhalb jeglicher Wahrnehmung der Öffentlichkeit stattfinden.

Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht zwingend neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten

Auch interessant:
Kader & Gerüchte DEL 2026/2027

Kader & Gerüchte DEL2 2026/2027

Folgt uns


Share

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Eishockey-Magazin TV

Sportfoto-Sale - die Fotodatenbank für Print- und Onlinemedien
! NEU ! Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer haben den WhatsApp-Kanal von Eishockey-Magazin.de abonniert. Melde dich jetzt an und erhalte regelmäßig aktuelle Nachrichten!
! WICHTIG ! Auch in Zukunft: Keine +Artikel, Abo-Modelle oder Bezahlschranke! - Eishockey-Magazin.de eröffnet Kanal für freiwillige Zahlungen - Hintergrund und wie man spenden kann
Anzeige
+18 Glücksspiel kann süchtig machen.
GHZD
Anzeige
+18 Glücksspiel kann süchtig machen.
Spielsucht? Hier bekommen Sie Hilfe Wenn Sie Probleme mit Spielsucht haben oder sich um Angehörige oder Freunde sorgen, finden Sie Hilfe bei der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Unter der kostenlosen Hilfe-Hotline 0800 1 37 27 00 erhalten Sie alle Informationen zu Hilfsangeboten rund um das Thema Spielsucht!
Werbehinweis Diese Website enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass wir möglicherweise eine Provision erhalten, wenn Sie sich bei einem der verlinkten Portale anmelden. Es entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten. Es gelten die AGB der jeweiligen Wettanbieter.
Related Articles
! +Krefeld Pinguine

Holen die Krefeld Pinguine diesen Verteidiger zurück in die DEL?

Krefeld. (EM) Beim DEL Aufsteiger Krefeld Pinguine scheint sich der nächste Transfer...

! +DEB

„DEB 2034“ – Das beinhaltet die Zukunftsstrategie des Verbandes

Ingolstadt. (DEB) Mit „DEB 2034“ hat der Deutsche Eishockey-Bund seine zentrale Zukunftsstrategie...