Wenn die Schönheider Wölfe vom 25. bis 27. September 2026 das dreitägige Festwochenende „1936–2026 • 90 Jahre Eishockey in Schönheide“ feiern, dann blickt der Verein nicht nur auf sportliche Ergebnisse zurück.
Gefeiert wird eine Geschichte, die tief mit dem Ort, seinen Menschen und der Begeisterung für das Eis verbunden ist. Der Anfang dieser Geschichte liegt im Jahr 1936. Mitglieder des FC Schönheide suchten damals nach einer sportlichen Möglichkeit für die Wintermonate. Gemeinsam mit Wolfsgrüner Eisstockschützen entstand in Wolfsgrün eine erste Spritzeisbahn. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Wolf Bretschneider (Bildmitte), der als treibende Kraft der frühen Jahre gilt. Aus einer Idee, aus Eigeninitiative und aus der Freude am Sport wurde der Ursprung einer Tradition, die heute 90 Jahre überdauert hat.

Nur wenige Jahre später verlagerte sich das Geschehen nach Schönheide. Im Winter wurde das Gemeindebad zur Natureisfläche umfunktioniert. Was heute selbstverständlich klingt, war damals ein großes Stück Pionierarbeit: Eis musste entstehen, gepflegt und bespielbar gehalten werden; Bande, Organisation und Mannschaft mussten wachsen. Dennoch war die Begeisterung schnell spürbar.
Am 31. Dezember 1939 kam es zum ersten überlieferten großen Spiel gegen den SC Astoria Berlin. Fast 1.000 Zuschauer sollen diese Partie verfolgt haben – eine Zahl, die eindrucksvoll zeigt, wie sehr der neue Sport die Menschen schon in seinen Anfangstagen faszinierte.
Die ersten Schönheider Eishockeyjahre waren von Improvisation, Idealismus und der besonderen Atmosphäre des Natureises geprägt. Gespielt wurde nicht in einer modernen Halle, sondern unter freiem Himmel, abhängig von Kälte, Wetter und der Einsatzbereitschaft vieler Helfer. Gerade daraus entstand jene Verbindung zwischen Mannschaft, Zuschauern und Ort, die bis heute ein Markenzeichen des Schönheider Eishockeys ist.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach vieles, was gerade erst begonnen hatte. Sportliche Strukturen zerfielen, Spieler wurden eingezogen, und das gesellschaftliche Leben veränderte sich grundlegend. Doch die Erinnerung an die ersten Spiele, an den Mut der Gründer und an die Faszination für den Puck blieb. Sie wurde zur Grundlage dafür, dass nach Kriegsende ein Neubeginn möglich war.
90 Jahre später ist aus dieser ersten Spritzeisbahn eine Eishockeyheimat geworden. Der heutige Wolfsbau steht für eine Tradition, die nicht am Reißbrett entstand, sondern auf Eis, in Kälte, mit Leidenschaft und mit Menschen, die an ihren Sport glaubten. Ausblick: Im zweiten Teil unserer Serie geht es um den Neubeginn nach dem Krieg, die ersten Meisterschaftsspiele und den Sachsenmeistertitel der BSG Aufbau Schönheide.
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