Schönheide. (PM Wölfe) Nicht jedes Jahrzehnt einer Vereinsgeschichte ist von Titeln, Aufstiegen oder großen Endspielen geprägt.
Manche Jahre sind leiser – und gerade deshalb entscheidend. Für das Schönheider Eishockey waren die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre eine solche Phase. Sie standen für Ausdauer, Ehrenamt und den Willen, den Sport trotz schwieriger Bedingungen lebendig zu halten.
Die Mannschaft spielte weiterhin auf Natureis. Das bedeutete: Kein Trainingsalltag nach Plan, keine garantierten Heimspieltermine, keine verlässliche Saison wie in modernen Eisstadien. Ob gespielt werden konnte, entschieden Temperatur, Wetter und die Bereitschaft vieler Helfer. Wer Eishockey in Schönheide betrieb, brauchte Geduld, Organisationstalent und echte Liebe zum Sport.
Ab 1971 nahm die BSG Aufbau Schönheide regelmäßig an den Endrundenturnieren der DDR-Bestenermittlung für Amateur-Sportler teil, sofern es die Witterung zuließ. Diese Teilnahme war wichtig, weil sie den Standort im organisierten Eishockey präsent hielt. Auch wenn die Bedingungen nicht mit modernen Anlagen vergleichbar waren, blieb Schönheide Teil des sportlichen Wettbewerbs.

In dieser Zeit wurde der Charakter des Vereins weiter geformt. Schönheider Eishockey war immer mehr als die erste Mannschaft. Es war Treffpunkt, Wintererlebnis und Ortsgespräch. Familien kamen an die Eisfläche, Kinder sahen ihre Vorbilder, Helfer sorgten für die Rahmenbedingungen. Der Sport lebte von Menschen, die nicht fragten, was perfekt war, sondern was möglich gemacht werden konnte.
Gerade aus heutiger Sicht verdient diese Phase besondere Anerkennung. Ohne die stillen Jahre der Kontinuität gäbe es die großen späteren Kapitel nicht. Kein Kunsteisstadion, keine Oberliga, keine Regionalliga-Meisterschaften und keine heutigen Wölfe ohne jene Generationen, die den Puck auch dann nicht ruhen ließen, wenn die Voraussetzungen schwierig waren.

Das Jubiläum „90 Jahre Eishockey in Schönheide“ ist deshalb nicht nur eine Feier der bekannten Erfolge. Es ist auch eine Würdigung all jener, deren Namen vielleicht nicht in jeder Statistik auftauchen, die aber das Fundament gelegt und erhalten haben. Die Tradition wurde nicht nur in Finalspielen geschrieben, sondern auch an kalten Abenden, auf Natureis und mit unzähligen freiwilligen Handgriffen.
Ausblick: Im fünften Teil unserer Serie geht es um die 1970er- und 1980er-Jahre – um Amateurturniere, Ortsverbundenheit und die lange Zeit vor der politischen Wende.
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