Neuss. (EM) Besonders auf den Social-Media-Kanälen vieler Spieler sieht man in diesen sommerlichen Wochen, wie die Cracks in Krafträumen schuften.
Nicht umsonst heißt es immer wieder, dass im Sommer die Grundlagen für eine gute Physis und damit auch für eine erfolgreiche und möglichst verletzungsfreie Saison gelegt werden.
Wer als junger, talentierter Spieler den nächsten Schritt schaffen will, muss gerade im Sommertraining an der Athletik arbeiten.
In der Penny DEL tummeln sich eine Reihe von jungen talentierten Spielern, die bereit sind, den nächsten Schritt zu machen.
Trotz der Anpassung der U23-Regelung in der Penny DEL im vergangenen Jahr tickt die Uhr gerade für die jungen Spieler. Die Klubmanager müssen entscheiden, wem sie den einen Platz als U24 Spieler geben und wer für sie das Zeug hat den Sprung zur DEL-Stammkraft zu schaffen. Wer mit 23 Jahren nicht überzeugen konnte, dem droht der Abschied in die DEL2 oder sogar Oberliga.
Wem von den jungen Talenten gelingt in der Saison 26/27 der große Durchbruch? Eishockey-Magazin hat sich aus jedem der 14 Teams ein Talent herausgepickt, dem der Sprung gelingen könnte.
Augsburger Panther
Der 19- jährige Rosenheimer Sebastian Zwickl kam im vergangenen Sommer von seinem Stammverein, den Starbulls Rosenheim, zu den Panthern. Im September entschied man kur vor Saisonstart ihm eine Förderlizenz für die Starbulls zu geben. In insgesamt 38 Spielen kam er für Rosenheim zum Einsatz. Aber auch in 19 Spielen für die Panther (1 Tor, 1 Assist) konnte er bereits auf sich aufmerksam machen. Beim Heimsieg im Januar gegen Frankfurt gelang ihm sein erstes DEL-Tor. Mit nur 5:04 Minuten Eiszeit ist sicherlich noch viel Luft nach oben für den nächsten Schritt, der dem 188 cm großen Stürmer aber zuzutrauen ist.
EHC Red Bull München
Rio Kaiser ist das, was man einen Riesen nennen kann. Der 19- jährige Verteidiger ist mit 2 Metern Körpergröße und 94 Kilogramm Kampfgewicht das, was man eine Erscheinung nennen kann. Der gebürtige Berliner kam vor einem Jahr aus Berlin zurück in die Red Bull Organisation. Beim DEL2-Absteiger Kaufbeuren kam der U20 WM-Teilnehmer in 49 Spielen (1 Tor, 5 Assist) hauptsächlich zum Einsatz. Bei den Bullen in München schaffte er schon 15 Einsätze mit einem Assist. Durchschnittlich 3:27 Minuten ließ ihn Headcoach Oliver David aufs Eis. Auf sein erstes DEL-Tor wartet er noch.
Eisbären Berlin
Verteidiger Moritz Kretzschmar (19) hat sich schon in der letzten „Seuchen-Saison“ mit unfassbar vielen verletzten Spielern einen Platz im Team der Eisbären-Verteidigung erkämpfen können. Elf Spiele in der Hauptrunde (1 Assist) und 17 Spiele in den Meister-Playoffs (2 Tore in einem Spiel gegen Köln) unterstreichen, welches Talent in Kretzschmar schlummert. Nun gilt es daran anzuknüpfen und sich erneut einen Platz im stark besetzten Team zu erkämpfen.
ERC Ingolstadt
Kann Stürmer Paul Vinzens (20) nach seinem guten Jahr in der DEL2 bei den Blue Devils Weiden (52 Spiele, 21 Scorerpunkte) auch auf Anhieb bei den Panthern überzeugen? Sportchef Tim Regan bezeichnet Paul Vinzens als charakterstarken und fleißigen Arbeiter. Das sind sicherlich nicht die schlechtesten Eigenschaften, um sich in der DEL zu etablieren.
Fischtown Pinguins
Getreu dem Motto: „Ich trage einen großen Namen“ schauen viele sicherlich ganz besonders auf die weitere Entwicklung von Lenny Boos (19), Sohn von DEL-Legende Tino Boos (51, 911 DEL-Spiele) und Enkel von „Opa“ Wolfgang (80, fast 500 Bundesligaspiele und Bronzemitglied 1976). Nach einer Saison mit vielen Erfahrungen bei seinem Heimatverein in Düsseldorf (DEL2) und in der USHL, soll nun der Sprung in die DEL gelingen.
Leo Hafenrichter (21) hat sich bereits in der letzten Saison fast heimlich, still und leise einen Platz im Team der VW-Städter erkämpft. In 50 Hauptrundenspielen stand er durchschnittlich 4:35 Minuten auf dem Eis. Nimmt man das Zeitfenster von Anfang März bis zum Playoff-Aus gegen Schwenningen, dann waren es sogar 7:55 Minuten Eiszeit. Mit Leo Hafenrichter ist also wieder zu rechnen.
Über die U17 und die U20 der Young Roosters gelang es dem gebürtigen Letten Gordejs Radionovs (19) sich Einsatzzeiten im DEL-Team der Iserlohn Roosters zu erspielen. Aktuell nimmt er am Sommerlehrgang der DEB U20 in Füssen teil. Mit dem Ende seiner Schulzeit kann sich Gordejs Radionovs nun vollumfänglich auf Eishockey konzentrieren. In der vergangenen Saison langte es schon zu 31 Einsätzen (5:24 Min. durchsch. Eiszeit). Sein Vorteil: Er ist Verteidiger, aber auch z. B. bei Personalnot flexibel im Angriff einsetzbar.
Krefeld Pinguine
Tim Schütz (20) ist Krefelder durch und durch. In der Seidenstadt geboren und dort beim KEV´81 hat er alle Nachwuchsteams durchlaufen. In der letzten Saison nahm er an der U20 WM teil und kam in der DEL2 auf 41 Einsätze (6 Tore, 3 Assist). Mit 90 Kilogramm scheint der 183 cm große Angreifer körperlich gerüstet für das Abenteuer DEL.
Kölner Haie
Carlos Händel (19) gilt als offensivstarker Verteidiger, der trotz seines jungen Alters bereits viel Erfahrung gesammelt hat. Zwei Jahre in Schweden (Göteborg, Malmö) und zwei Jahre in der QMJHL (Halifax Mooseheads) sammelte Händel Auslandserfahrungen. Nun soll dem 188 cm großen Abwehrtalent der Sprung in die DEL gelingen. Bei Mo Müller oder den Finnen Kemiläinen und Vittasmäki lässt sich sicherlich einiges abschauen.
Löwen Frankfurt
Es ist nicht so einfach einen talentierten Spieler aus dem aktuellen Kader der Löwen herauszupicken. Die Koses haben im Prinzip schon gezeigt, wozu sie in der Lage sein können. Müssen aber sicherlich auch noch den beweis der Kontinuität erbringen. Ins Auge fällt dabei auf den zweiten Blick Torhüter Nico Pertuch (20), der vom ERC Ingolstadt kommt und mit einer Förderlizenz auch für Bad Nauheim in der DEL2 spielen kann. In immerhin drei Spielen kam er in der letzten Saison für die Panther zum Einsatz. Gerade junge Torhüter haben es in der DEL besonders schwer früh Fuß zu fassen. Sollte aber bei den Löwen das Verletzungsprech zuschlagen oder die etablierten Brenner und Neuzugang & Königstransfer Scheel floppen, dann dürfte man froh sein auf Pertuch bauen zu können.
Nürnberg Ice Tigers
Der Name Samanski ist im deutschen Eishockey wahrlich nicht unbekannt. Noah Samanski (21), Sohn von John (1984 – 2001 in der zweiten Liga und Oberliga aktiv), Bruder von Josh (24, Edmonton Oilers), Bruder von Neal (27, Blue Devils Weiden) und Bruder von Patrik (31, früher u. a. Erding), versucht in Nürnberg den Schritt in die DEL zu packen. Mit der Empfehlung von 31 Scorerpunkten in 59 DEL2 Spielen für Weiden kommt er zu den Ice Tigers.
Schwenninger Wild Wings
Das Team vom Neckarsprung hatte sich bereits im letzten Jahr die Dienste von Verteidigertalent Niclas Hempel (18) gesichert. Mittels Förderlizenz für Freiburg sammelte er beim EHC in 35 Spielen weitere Erfahrungen in der DEL2. Aber auch bei den Wild Wings durfte der 182 cm große Verteidiger in 16 Partien (5:32 Min. Eiszeit) schon DEL-Luft schnuppern. Nun sollen mehr Eiszeit und Verantwortung folgen.
Straubing Tigers
Der Deggendorfer Simon Seidl (20) wechselte im letzten Jahr schon aus der Talentschmiede des EV Landshut zu den Tigers. Beim EVL sammelte er mittels Förderlizenz weitere wichtige Erfahrungen. Aber auch bei den Tigers kam er in insgesamt 25 Spielen zum Einsatz. Trainer Woodcroft schenkte ihm in der Hauptrunde sogar beachtliche 9:25 Minuten Eiszeit, setzte den Rechtsschützen im Verlauf der Playoff-Serie gegen Köln aber etwas weniger ein. Nun gilt es sich weiter im Team zu etablieren.
Max Calce ist vor wenigen Tagen erst 17 Jahre jung geworden und gilt wohl als das derzeit größte Talent des 2009er Jahrgangs. Trotz seines noch sehr jungen Alters hat er es im Starensemble der Adler schon zu 16 DEL-Spielen gebracht. Für den 2027er NHL Draft ist er vorgemerkt. In der vergangenen Saison nahm er an der U18 WM teil, spielte aber auch schon in der U20 Nationalmannschaft. In der DNL gelangen ihm 33 Scorerpunkte in 26 Begegnungen. Für das Team von Dallas Eakins gelangen ihm auch schon zwei DEL-Treffer in 16 Spielen. Bei Calce sind sich fast alle Experten einig, dass er eine große Zukunft vor sich hat. Die Frage ist weniger, ob er eine erfolgreiche Profikarriere startet, sondern eher wann.
Druck durch U23 Regelung besteht weiterhin / „DEB 2034“ muss sich erst noch beweisen
Man darf gespannt sein, wie sich nicht nur die Wege dieser 14 Talente fortsetzen. In den Kadern der 14 DEL-Teams gibt es noch eine ganze Menge an Talenten, die das Zeug haben im Saisonverlauf deutlich auf sich aufmerksam zu machen. Jedes Talent ist sicherlich anders und gezielt zu fördern. Kein Klub hat unendlich viel Zeit und Geld für die Talentförderung. Und der Druck durch die U23-Regelung besteht nach wie vor für fast alle Talente. Gerade nach den enttäuschenden WM- und Olympiaturnieren in diesem Jahr wird der Ruf nach Veränderungen wieder lauter. Die neue regionale Struktur und das ins Leben gerufene Projekt „DEB 2034“ können sicherlich gute und richtige Ansätze sein das deutsche Nachwuchseishockey voran zu bringen. Es muss sich aber erst noch zeigen, wie wirkungsvoll diese Maßnahmen über die kommenden Jahre sein werden.
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